Was sie behaupten

Rechtsextremisten erzählen Lügen über die Zeit des Nationalsozialismus - ganz bewusst. Sie leugnen den Holocaust und Hitlers Kriegsschuld. Rechtsextremisten erzählen aber auch die kleinen Lügen: Hitler habe die Autobahnen erfunden zum Beispiel. Mehr zu den kleinen Lügen in unserer Stammtisch-Ecke »

Sie wollen die NS-Vergangenheit beschönigen. Sie leugnen Verbrechen. Sie bilden eine ganze Zunft. Die Revisionisten. »

Die Aussage, die systematische Judenvernichtung habe es nicht gegeben, hat eine zentrale Funktion für rechtsextreme Revisionisten: Sie soll die deutsche Geschichte entkriminalisieren. »

Sie behaupten, Deutschland wäre der Krieg aufgezwungen worden. So wollen Rechtsextreme die NS-Ideologie reinwaschen von der Schuld an Millionen Kriegstoten.»

Anne Frank hat ihr Leben als verfolgte Jüdin in ihrem Tagebuch verewigt. Neonazis gefällt das nicht, sie bezeichnen das Tagebuch als unecht. »

Rechtsextreme haben ein rassistisches Denken: Sie beschwören den Mythos einer gemeinsamen ethnisch-biologischen Herkunft. »

Horst Wessel, Sturmführer der SA, wurde 1930 von Kommunisten getötet. In der militanten Neonazi-Szene wird er als Held bewundert. »

Rudolf Heß, Stellvertreter Hitlers, ist DER Held der Neonazi-Szene. Rechtsextreme pflegen den Mythos, er sei nach England geflogen, um Frieden zu schließen. »

In den Jahren 1939 bis 1945 wurden 120 000 behinderte Menschen ermordet. Rechtsextreme behaupten, die Aktionen hätten nur einen "humanitären Charakter" gehabt. »

Rechtsextremisten behaupten, die Vertreibung der Deutschen von 1944 bis 1948 würde verschwiegen. Damit tun sie so, als wäre deutsches Leid ein Tabu. »

Die Taktik ist perfide: Rechtsextreme sagen den Juden eine geplante Weltherrschaft nach - und rechtfertigen so ihren Judenhass. »

Neonazis verehren die Wehrmacht. Dass viele Soldaten mitverantwortlich waren für die Verbrechen, wollen sie nicht wahrhaben. »

Neue Beiträge aus "Was sie behaupten"

Neue Ängste und alte Ressentiments – Polenfeindlichkeit in der nord-ostdeutschen Grenzregion


Die polnische Fahne ist in Deutschland nicht unbedingt gern gesehen Foto: © Flickr / cc

"Polen-Invasion stoppen" plakatierte die NPD in Mecklenburg-Vorpommern bei den Kommunalwahlen 2009 und mobilisierte damit tief verankerte polenfeindliche Ressentiments. 2011 stehen in Mecklenburg-Vorpommern wieder Wahlen an - und ab Mai gilt die Freizügigkeit für Arbeitnehmer aus den EU-Mitgliedsländern Mittel- und Osteuropas.

War unter Adolf alles schlecht?


Foto: © Mediax / Jugendfotos.de

Professor Wolfgang Wippermann ist Historiker an der Freien Universität Berlin - wir fragten ihn, wo das Beschönigen des Nationalsozialismus beginnt.

Interview: Johannes Radke

Neonazis und ihr „Nationaler Antikriegstag“ am 5. September


"Autonome Nationalisten" auf einer Demo. Bild mit freundlicher Genehmigung von der Foto: © Infothek Dessau

Die Nationalsozialisten begannen am 1. September 1939 den 2. Weltkrieg. Darin sind sich alle einig - fast. Neonazis haben ihre ganz eigene Deutung der Geschehnisse um und nach diesem Ereignis. Während am 1. September der Antikriegstag zelebriert wird, mobilisieren Nazis zum 5. September - dem "Nationalen Antikriegstag". Die Hintergründe.