Wissen

Was sie denken

Rechtspopulismus: Anti-Haltung gegen die pluralistische Gesellschaft

Am Wochenende hält die Alternative für Deutschland ihren Bundesparteitag in Bremen ab. Gut, sich noch einmal in Erinnerung zu rufen, wofür deren Rechtspopulismus steht, der aktuell von "Pegida" noch rechts überholt wird, aber dennoch in den gleichen Grundannahmen fußt. Die Beratungsstelle "pro aktiv gegen rechts- Mobile Beratung in Bremen und Bremerhaven" hat dazu Madlen Preuß und Denis von de Wetering von der Universität Bielefeld befragt.

Was sie machen

2014: Hohes Maß an rassistischer Gewalt und Hetze gegen Flüchtlinge

Eine Dokumentation der Amadeu Antonio Stiftung und PRO ASYL illustriert ein erschreckend hohes Maß an flüchtlingsfeindlicher Hetze und Gewalt: Im Jahr 2014 kam es in 153 Fällen zu Angriffen auf Flüchtlingsunterkünfte und in 77 Fällen zu tätlichen Angriffen auf Flüchtlinge.

Wer sie sind

Hessen 2014: Mögliche rechtsextreme Morde im Wohnungslosenmilieu und durch Burschenschaftler

Hessen wurde im vergangenen Jahr gleichermaßen geprägt von zahlreichen neonazistischen Aktivitäten innerhalb des Parteienlagers, wie auch von rechtsextremen Gruppierungen aus der freien Kameradschaftsszene. Die Anzahl von Übergriffen und Schmierereien, versuchter Agitation gegen Flüchtlingsunterkünfte und rassistischen Flyeraktionen ist augenfällig. Der Höhepunkt rassistischer Gewalt war der Mord an einem ruandischen Wohnungslosen in Limburg Ende Oktober diesen Jahres. In einem weiteren Fall in Marburg, bei dem ein 20-jähriger Studienanfänger von einem Burschenschaftler erstochen wurde, ist ein rechter Tathintergrund ebenfalls möglich.

Woran man sie erkennt

Phalanx Europa: Kleidung von Identitären für Identitäre

Springerstiefel, Bomberjacke, Glatze, Bier. Das ist alles Schnee von gestern - und auch ziemlich stigmatisiert. Der modebewusste neurechte Nipster beweist Stil, in dem er sich in die neue Kollektion der Identitären von „Phalanx Europa“ kleidet. Deren Shirts geben sich pseudo-intellektuell mit Nietzsche-Drucken, anti-antifaschistisch mit doch an die Antifa erinnerndem Aufdruck oder etwas eindeutiger rechtsaußen, wenn als „Lampedusa Coastguard“ bedruckt.

Wie sie sich organisieren

Jahresrückblick 2014: Pegida

"Friedensmahnwachen" und "HoGeSa" bereiteten ein Phänomen vor, das Deutschland im November und Dezember 2014 beschäftigt: In Dresden steht man Montagabends wieder auf der Straße und skandiert: "Wir sind das Volk".

Was wir machen können

27. Januar: Warum noch erinnern?

Warum noch erinnern? Wir sehen, wie sich jeder Zweite der von uns befragten Bundesbürger darüber ärgert, dass „den Deutschen auch heute noch die Verbrechen an den Juden vorgehalten werden“. Eben so viele meinten noch im September letzten Jahres, sie wären „es leid, immer wieder von den deutschen Verbrechen an den Juden zu hören“.

50 Jahre NPD: Zum Siechtum geboren

Vor 50 Jahren haben deutsche Altnazis und Nationalkonservative die NPD gegründet. Abgesehen von kleinen Erfolgen konnte sich die Partei nie dauerhaft in der politischen Landschaft Deutschlands festsetzen.

Von Frank Jansen, Tagesspiegel

Eskalation in Köln: Schulterschluss von Neonazis und Hooligans unter dem Label „HoGeSa“

Mittlerweile sprechen die Medien von 5000 Teilnehmenden, die unter dem Label „Hooligans gegen Salafisten - HoGeSa“ vergangenen Sonntag durch die Kölner Innenstadt demonstrierten und randalierten. Berichtet wird von zahlreichen rassistischen Parolen während der Demonstration, Übergriffen auf Passant*innen, 49 verletzten Polizist*innen und Sachbeschädigungen. Der gelungene Schulterschluss zwischen organisierten Rechten und gewaltbereiten Fußballhooligans zeigt eine neue Dimension von Hooliganismus und bringt die Innenministerien des Bundes und von Nordrhein-Westfalen in Erklärungsnot.

Deutschland 2014: Theoretisch tolerant - aber bitte nicht hier

Wie ist die Meinung der Menschen in Deutschland zu Integration und Zuwanderung? Dieser Frage widmet sich die Studie "ZuGleich. Zugehörigkeit und Gleichwertigkeit" des Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung (IKG) im Auftag der Stiftung Mercator, deren Ergebnisse heute in Berlin vorgestellt wurden. Das Ergebnis zeigt eine gefährliche Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit: Vielfalt ist super - so lange das nichts für mein Leben heißt.

Antisemitische Attentate in Kansas: Eine Spurensuche in der militanten Neonazi-Szene

Das Attentat auf jüdische Einrichtungen in Kansas, bei dem drei Menschen ihr Leben ließen, zeigt die Gefahr, die nach wie vor von militanten Neonazis in den USA ausgeht. Der Attentäter, Frazier Glenn Miller, handelte zwar allein, ist aber fest in der rechtsradikalen Szene verwurzelt – online wie offline.

Von Joschka Fröschner

Mit Naivität gegen Nazis? „Die Arier“ in der Filmkritik

In ihrer neuesten Dokumentation „Die Arier“ konfrontiert Mo Asumang Rassist*innen mit scheinbar arglosen Fragen und provoziert Neonazis durch ihre schiere Anwesenheit. Ergebnis des ganzen, so die Produktionsfirma, sei „eine abenteuerliche Tour in die Abgründe rechter Bewegungen“. Tatsächlich aber verkennt der Film die gesamtgesellschaftliche Dimension von Rassismus. Am 29. April ist der Film um 22 Uhr auf Arte zu sehen, am 05. Mai um 23.55 Uhr im ZDF.

Von Sophie Bose

Von der Verschwörungsideologie zur politischen Bewegung

In einer komplexen Welt kommen einfache Erklärungsmodelle gut an. Weder die historische NSDAP noch die aktuelle NPD lassen sich ohne ein Grundverständnis von antisemitischen Verschwörungstheorien analysieren. Ein geschlossenes Weltbild und klare Feindbilder haben Pro NRW und der norwegische Rechtsterrorist Anders Breivik gemein. Ohne Verschwörungsideologien wären weder die AfD noch die aktuelle Montagsquerfront möglich.

Von Roland Sieber

Zwei rechte Angriffe pro Tag

Im vergangenen Jahr ist die Zahl rechtsextremer, rassistischer und antisemitischer Straftaten in Berlin und den neuen Bundesländern wieder deutlich angestiegen. So wurden für 2013 insgesamt 737 politisch rechts motivierte Angriffe mit mindestens 1.086 direkt Betroffenen dokumentiert. Statisch gesehen passieren somit in Ostdeutschland etwa zwei rechte Angriffe pro Tag.

Von Alice Lanzke

Alternative für Deutschland - AfD

Die "Alternative für Deutschland" (AfD) wurde am 6. Februar 2013 gegründet. Sie ist eine eurokritsche, nationalistisch-konservative, wohlstandschauvinistische "Protest-Partei", die mehr direkte Demokratie, mehr Unabhängigkeit von der Europäischen Union und weniger Sozialstaat fordert. Verschiedene führende Mitglieder vertreten rechtspopulistischer Tendenzen, besonders islamophober, homophober, kulturrassistischer und auf Etabliertenvorrechte pochender Art. Insgesamt erscheint die AfD so als parteipolitisches Äquivaltent zu Thilo Sarrazins "schriftstellerischem" Schaffen.

"Das radikal Böse": Wie passieren konnte, was nie hätte passieren dürfen

Am 16. Januar kommt der Essay-Film "Das radikal Böse" von Oscar-Gewinner Stefan Ruzowitzky in die deutschen Kinos (Aufführungstermine). Die pädagogisch äußerst wertvolle Film-Kollage geht der Frage nach, wie aus normalen jungen Männern Massenmörder werden können.

„Damals wie heute Hitlerleute“

Am 16.01.2014 startet der Film "Das radikal Böse" von Stefan Ruzowitzky in ausgewählten Kinos. Dazu hat der Aktionskreis ehemaliger Rechtsextremisten / EXIT-Deutschland einen Kommentar zu nazistischer Identität in Vergangenheit und Gegenwart verfasst. Am Donnerstag, den 09.01.2014, gibt es in Berlin zum Film eine Diskussionveranstaltung mit Regisseur Stefan Ruzowitzky, Christoph Heubner (Internationales Auschwitz Komitee) und Prof. Nachama (Topographie des Terrors) und EXIT-Leiter Bernd Wagner im Kino Babylon in Berlin-Mitte.

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