Wissen

Was sie denken

Zahlen & Einstellungen: Pegida-Teilnehmerzahlen

Themenschwerpunkt im Februar bei Netz-gegen-nazis.de sind Zahlen & Einstellungen: Aus der Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Linken Abgeordneten Ulla Jelpke geht hervor, wie viele Teilnehmer_innen die Pegida-Bewegung, ihre Ableger und ähnliche Gruppierungen von Oktober 2014 bis Anfang Februar mobilisieren konnten.

Von der Redaktion

Was sie machen

Chronik: Gewalt und Bedrohung durch Neonazis, Rassist_innen, Antisemit_innen - Februar 2015

Köln (NRW): Nazis aus dem "HoGeSa"-Umfeld werfen Bierflaschen auf Passant_innen +++ Bad Kötzing (Bayern): Mann beleidigt Notarzt rassistisch +++ Riesa (Sachsen): Zwei Asylbewerber aus Eritrea vor und in Disco beschimpft und geschlagen.

Permanent bedrohen Neonazis Menschen in Deutschland, schüchtern sie ein oder greifen sie sogar an. Sie schaffen so ein Klima der Angst. Chronik Februar 2015 - ohne Anspruch auf Vollständigkeit. 

Wer sie sind

Hessen 2014: Mögliche rechtsextreme Morde im Wohnungslosenmilieu und durch Burschenschaftler

Hessen wurde im vergangenen Jahr gleichermaßen geprägt von zahlreichen neonazistischen Aktivitäten innerhalb des Parteienlagers, wie auch von rechtsextremen Gruppierungen aus der freien Kameradschaftsszene. Die Anzahl von Übergriffen und Schmierereien, versuchter Agitation gegen Flüchtlingsunterkünfte und rassistischen Flyeraktionen ist augenfällig. Der Höhepunkt rassistischer Gewalt war der Mord an einem ruandischen Wohnungslosen in Limburg Ende Oktober diesen Jahres. In einem weiteren Fall in Marburg, bei dem ein 20-jähriger Studienanfänger von einem Burschenschaftler erstochen wurde, ist ein rechter Tathintergrund ebenfalls möglich.

Woran man sie erkennt

"Ich bin ein Rassist, und das Tag für Tag“ - NS-Rap am Beispiel von MaKss Damage

Nazis, die rappen? Führerkult und HipHop? Ja, das gibt es. Nazis haben immer schon spannende Jugend- und Subkulturen kopiert, unterwandert und zu ihren eigenen Gunsten interpretiert, um gerade junge Menschen für die Szene zu ködern.

Von Anna Springstoff

Wie sie sich organisieren

"Weisse Wölfe" - Graphic Novel gegen die Einzeltäter-These

Wer über den Terror des Nationalsozialistischen Untergrundes (NSU) berichtet, braucht viele Worte, Fachbegriffe und lange Sätze, um der Komplexität des Geschehens gerecht zu werden? Das Correctiv Recherchebüro wählt einen anderen Weg und lässt ihre Recherchen über Entstehung und Umfeld des Rechtsterrorismus in Deutschland in eine Graphic Novel fließen. "Weisse Wölfe" schafft den Spagat zwischen anspruchsvollem Thema, mitreißender Gestaltung und Wissensvermittlung für Expert_innen und Laien.

Von Lina Morgenstern

Was wir machen können

Dresden mal anders: Demonstration für Flüchtlinge und Errichtung eines Protestcamps

Am Wochenende demonstrierten 5.000 Menschen in Dresden für Flüchtlingsrechte und ein Dresden ohne Pegida. Aufgerufen hatte die selbstorganisierte Flüchtlingsgruppe "Asylum Seekers´ Movement" aus Chemnitz. Am Samstagabend errichteten die Flüchtlinge gemeinsam mit Dresdner Unterstützung ein Protestcamp vor der Semperoper, in dem sie nach wie vor ausharren. Ihre Forderung ist die rechtliche Gleichstellung von Asylsuchenden und Deutschen. 

Von Lina Morgenstern

"Weisse Wölfe" - Graphic Novel gegen die Einzeltäter-These

Wer über den Terror des Nationalsozialistischen Untergrundes (NSU) berichtet, braucht viele Worte, Fachbegriffe und lange Sätze, um der Komplexität des Geschehens gerecht zu werden? Das Correctiv Recherchebüro wählt einen anderen Weg und lässt ihre Recherchen über Entstehung und Umfeld des Rechtsterrorismus in Deutschland in eine Graphic Novel fließen. "Weisse Wölfe" schafft den Spagat zwischen anspruchsvollem Thema, mitreißender Gestaltung und Wissensvermittlung für Expert_innen und Laien.

Von Lina Morgenstern

Zahlen & Einstellungen: Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit

Themenschwerpunkt im Februar bei netz-gegen-nazis.de sind Zahlen & Einstellungen: Die Friedrich-Ebert-Stiftung hat dazu im November die repräsentative Studie "Fragile Mitte - Feindselige Zustände" veröffentlicht, die sich mit rechtsextremen Einstellungen in Deutschland beschäftigt. Die Ergebnisse bieten unter Anderem interessante Erklärungsmuster für die aktuellen Entwicklungen.

Von der Redaktion

50 Jahre NPD: Zum Siechtum geboren

Vor 50 Jahren haben deutsche Altnazis und Nationalkonservative die NPD gegründet. Abgesehen von kleinen Erfolgen konnte sich die Partei nie dauerhaft in der politischen Landschaft Deutschlands festsetzen.

Von Frank Jansen, Tagesspiegel

Eskalation in Köln: Schulterschluss von Neonazis und Hooligans unter dem Label „HoGeSa“

Mittlerweile sprechen die Medien von 5000 Teilnehmenden, die unter dem Label „Hooligans gegen Salafisten - HoGeSa“ vergangenen Sonntag durch die Kölner Innenstadt demonstrierten und randalierten. Berichtet wird von zahlreichen rassistischen Parolen während der Demonstration, Übergriffen auf Passant*innen, 49 verletzten Polizist*innen und Sachbeschädigungen. Der gelungene Schulterschluss zwischen organisierten Rechten und gewaltbereiten Fußballhooligans zeigt eine neue Dimension von Hooliganismus und bringt die Innenministerien des Bundes und von Nordrhein-Westfalen in Erklärungsnot.

Deutschland 2014: Theoretisch tolerant - aber bitte nicht hier

Wie ist die Meinung der Menschen in Deutschland zu Integration und Zuwanderung? Dieser Frage widmet sich die Studie "ZuGleich. Zugehörigkeit und Gleichwertigkeit" des Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung (IKG) im Auftag der Stiftung Mercator, deren Ergebnisse heute in Berlin vorgestellt wurden. Das Ergebnis zeigt eine gefährliche Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit: Vielfalt ist super - so lange das nichts für mein Leben heißt.

Antisemitische Attentate in Kansas: Eine Spurensuche in der militanten Neonazi-Szene

Das Attentat auf jüdische Einrichtungen in Kansas, bei dem drei Menschen ihr Leben ließen, zeigt die Gefahr, die nach wie vor von militanten Neonazis in den USA ausgeht. Der Attentäter, Frazier Glenn Miller, handelte zwar allein, ist aber fest in der rechtsradikalen Szene verwurzelt – online wie offline.

Von Joschka Fröschner

Mit Naivität gegen Nazis? „Die Arier“ in der Filmkritik

In ihrer neuesten Dokumentation „Die Arier“ konfrontiert Mo Asumang Rassist*innen mit scheinbar arglosen Fragen und provoziert Neonazis durch ihre schiere Anwesenheit. Ergebnis des ganzen, so die Produktionsfirma, sei „eine abenteuerliche Tour in die Abgründe rechter Bewegungen“. Tatsächlich aber verkennt der Film die gesamtgesellschaftliche Dimension von Rassismus. Am 29. April ist der Film um 22 Uhr auf Arte zu sehen, am 05. Mai um 23.55 Uhr im ZDF.

Von Sophie Bose

Von der Verschwörungsideologie zur politischen Bewegung

In einer komplexen Welt kommen einfache Erklärungsmodelle gut an. Weder die historische NSDAP noch die aktuelle NPD lassen sich ohne ein Grundverständnis von antisemitischen Verschwörungstheorien analysieren. Ein geschlossenes Weltbild und klare Feindbilder haben Pro NRW und der norwegische Rechtsterrorist Anders Breivik gemein. Ohne Verschwörungsideologien wären weder die AfD noch die aktuelle Montagsquerfront möglich.

Von Roland Sieber

Zwei rechte Angriffe pro Tag

Im vergangenen Jahr ist die Zahl rechtsextremer, rassistischer und antisemitischer Straftaten in Berlin und den neuen Bundesländern wieder deutlich angestiegen. So wurden für 2013 insgesamt 737 politisch rechts motivierte Angriffe mit mindestens 1.086 direkt Betroffenen dokumentiert. Statisch gesehen passieren somit in Ostdeutschland etwa zwei rechte Angriffe pro Tag.

Von Alice Lanzke

Alternative für Deutschland - AfD

Die "Alternative für Deutschland" (AfD) wurde am 6. Februar 2013 gegründet. Sie ist eine eurokritsche, nationalistisch-konservative, wohlstandschauvinistische "Protest-Partei", die mehr direkte Demokratie, mehr Unabhängigkeit von der Europäischen Union und weniger Sozialstaat fordert. Verschiedene führende Mitglieder vertreten rechtspopulistischer Tendenzen, besonders islamophober, homophober, kulturrassistischer und auf Etabliertenvorrechte pochender Art. Insgesamt erscheint die AfD so als parteipolitisches Äquivaltent zu Thilo Sarrazins "schriftstellerischem" Schaffen.

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