
So sieht die neue Berliner "Schulhof-CD" der NPD aus. Quelle: Screenshot
Der Brief sieht harmlos aus. Absenderin ist eine "Mandy Schmidt, Seelenbinderstr. 42, 12555 Berlin". Das ist die Adresse der NPD-Bundeszentrale, aber wer hat das schon im Kopf? Im weißen Umschlag finden die angeschriebenen 16- bis 18-Jährigen dann rechtsextreme Hetze, ein rassistisches "Rückflugticket" und den Hinweis auf eine neue "Schulhof-CD" namens "Deutsch und heterosexuell". Die NPD nennt das "Jungwähleroffensive".
Von Simone Rafael

Sacha Korn auf Facebook Quelle: Screenshot
Der Berliner Musiker Sacha Korn gibt sich in der Öffentlichkeit als „Patriot“ aus der Mitte der Gesellschaft. Auf seiner Internetseite erklärt er: „Um ehrlich zu sein: Politik interessiert mich nicht wirklich. Das habe ich mit vielen anderen Künstlerkollegen gemein.“ Allein ein Blick auf sein Facebook-Profil lässt allerdings gänzlich andere Schlüsse zu.

Die CD-Rom der freien Kameradschaften heißt "Jugend in Bewegung" Quelle: Screenshot
Bisher waren rechtsextreme Schulhof-CDs das Metier der NPD - zuletzt hat sie in Mecklenburg-Vorpommern eine zum Wahlkampfauftakt produziert. Nun zieht die freie rechtsextreme Szene nach. Deren CD-Rom-Paket "Jugend in Bewegung" bietet gleich eine ganze Palette rechtsextremer Propaganda - und zwar deutlich härterer Tonart als die NPD-Produkte."

Cover der neuen NPD-Schulhof-CD "Freiheit statt BRD" Quelle: Screenshot
Am 05. September ist die neueste Schulhof-CD "Freiheit statt BRD" der NPD Mecklenburg-Vorpommern veröffentlicht worden. Damit will die NPD im Wahlkampf zur Landtagswahl 2011 bei Schülerinnen und Schülern punkten.
Von Nevruz Karadas und Simone Rafael

Quelle: Initiative
In Dresden trafen sich drei Schüler aus der sächsischen Provinz, die gemeinsam etwas gegen rechte Sprüche und Taten ihrer Altersgenossen machen wollten. Mit ihrer eigens produzierten CD „18 Songs gegen die NPD und andere Nazis“ starten sie jetzt eine Gegenoffensive an Schulen in ganz Sachsen und sind nominiert für den "Sächsischen Förderpreis für Demokratie 2009".

Cover der NPD-Schulhof-CD 2009
Wieder einmal verteilt die NPD im Wahlkampf "Schulhof-CDs" mit dem Titel "BRD vs. Deutschland". Sie einzusammeln und zu vernichten, ist nur eine symbolische Aktion - Schüler kommen, wenn sie wollen, über die neuen Medien leicht an die Inhalte. Deshalb hilft nur die Auseinandersetzung mit der Ideologie, die die NPD verbreitet. Dazu gibt es jetzt eine kenntnisreiche Argumentationshilfe.
Volksverhetzung, gut versteckt
Würde die Vertriebenenballade im Radio gespielt – es fiele kaum jemandem auf, dass es sich um den Song einer neonazistischen Band handelt. Das Lied kommt harmlos daher, wie ein kitschiger Allerwelts-Popsong. Und auch der Text wirkt auf den ersten Blick keineswegs rechtsextremistisch: Strafbare Inhalte? Fehlanzeige. Volksverhetzung? Kaum zu erkennen.
Von Henning Flad

Funktioniert als Einstiegsdroge: rechtsextreme Musik-CDs Quelle: Johannes Eisele/ ddp
Neonazis verteilen plötzlich vor der Schule rechtsextreme Zeitungen und die so genannte Schulhof-CD. Was können Lehrer und Schüler jetzt unternehmen?
Thomas Weber von der Arbeitsstelle Rechtsextremismus bei Miteinander e.V. in Sachsen-Anhalt beantwortet diese Frage häufig, wenn er an Schulen Workhops und Seminare zu rechtsextremer Musik und Jugendkulturen macht.

Gut gerüstet mit dem "Notfallkoffer" gegen Neonazis Quelle: Montage: ZEIT ONLINE Grafik
Die Situation: Eines morgens stehen plötzlich Rechtsextremisten am Schultor und verteilen Flugblätter oder eine "Schulhof-CD" mit Nazi-Musik. Die Schule ist meist überrascht. Dabei ist die gründliche Vorbereitung auf solche Propagandaversuche gar nicht schwer.
Von Heike Kleffner
Diese Frage beantwortet Olaf Stuve vom Berlin-Brandenburger Bildungsteam e.V. Der Verein organisiert seit über zehn Jahren Projekttage und –wochen mit Schülern und Lehrern zu Rechtsextremismus, Antisemitismus und Migration.
Olaf Stuve: Eine Schule kann niemanden aufgrund ihrer oder seiner Gesinnung vom Zugang zu Bildung ausschließen. Aber Lehrer und Schüler können sich um ein Schulklima bemühen, in dem Minderheiten nicht diskriminiert und offen rechtsextreme Erscheinungsformen nicht geduldet werden.
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