
Screenshot aus einem Werbefilm der HDJ: Mädchen wandern in langen Röcken und festen Schuhen
Ulrike wurde in die Neonaziszene hineingeboren. Sie war sieben Jahre alt, als sie mit ihrem ein Jahr älteren Bruder zum ersten Mal in ein Zeltlager fuhr. Als ihre Mutter Ulrike fünf Tage später abholte, weinte das Kind. "Mama, da will ich nie wieder hin." Ein Erfahrungsbericht über die "Heimattreue Deutsche Jugend", die am Dienstag von Innenministerium verboten wurde, weil sie Kinder zur Führungselite eines neuen Nationalsozialismus erziehen wollte.
Von Christine Kröger

Weibliche Neonazis mit Begleitern auf dem Weg zum rechtsextremen "Rock für Deutschland"-Konzert in Gera 2011 Quelle: AAS / hh
Rechtsextreme Frauen werden vor allem als Mitläuferinnen wahrgenommen. Dabei spielen Frauen eine Schlüsselrolle, um die rechtsextreme Ideologie in die Mitte zu tragen.
Von Tina Groll
Wo finden Aussteiger*innen in Deutschland Rat und Hilfe? Netz-gegen-nazis.de hat Aussteigerprogramme für Rechtsextreme in Deutschland zusammengestellt. Hier finden Sie alle Adressen und Websites.
Es gibt eine Vielzahl an zivilgesellschaftlichen und staatlichen Organisationen, die Neonazis beim Ausstieg begleiten und unterstützen. EXIT Deutschland und das Bundesamt für Verfassungsschutz sind Ansprechpartner für Aussteiger aus ganz Deutschland. Alle weiteren bundeslandspezifischen Initiativen sind im Folgenden angeführt.
Bundesweit

Die Facebook-Seite der Aktion von EXIT und dem Aktionskreis ehemaliger Rechtsextremisten Quelle: Screenshot
Seit Jahren ist es ein Ärgernis: Staatlich-offiziell gibt es 58 Tote rechtsextremer Gewalt nach der Wende - nach Recherchen von Journalist/innen und der Amadeu Antonio Stiftung sind es mindestens 182. An dieser Diskrepanz will nun die Aussteigerinitiative EXIT und der "Aktionskreis ehemaliger Rechtsextremisten" rütteln und startet eine Aktion auf Facebook und Petitiononline.de mit dem Ziel, dass alle Todesopfer rechtsextremer Gewalt als solche anerkannt werden.

Rechtsextremes Paar auf der Neonazi-Demonstration am 1. Mai 2010 in Berlin Quelle: ngn / sr
Warum werden Leute eigentlich Nazis? Netz-gegen-Nazis.de betreibt einmal wöchentlich Ursachenforschung und fragt Fachleute nach ihrer Einschätzung. Heute im Gespräch mit einem Aussteiger, der über Exit-Deutschland den Absprung aus der rechtsextremen Szene geschafft hat.
Die Fragen stellte Valentina Huthmacher.

Albumcover von "Hauptkampflinie" (HKL): "Völkermordzentrale", "Tättowierte Rebellen","Bärenwut", "Der Traum vom Reich" Quelle: ngn
Der Sänger der Kasseler Neonazi-Band "Hauptkampflinie" veröffentlicht eine Erklärung, dass er aus der rechtsextremen Szene aussteigt, weil seine Überzeugungen ein Fehler waren. Interessant sind auch die Einstiegs- und Ausstiegsgründe.
Von Simone Rafael
Wahlprogramme unterscheiden sich von der Politik wie Wunsch und Wirklichkeit voneinander. Die Aussagen der im Bundestag vertretenden Parteien enthalten dabei eine Spannbreite von vernünftigen Ansätzen, Pflege der jeweiligen Theorien und Wählergruppen sowie wenigen Hinweisen auf Innovationen.
Ein Kommentar von Dierk Borstel
Die politische Linke

Frauen ganz vorne beim Naziaufmarsch in Dresden 2009 Quelle: ngn/raf
Welche Bedeutung haben Frauen in der rechtsextremen Szene und wie kann ihnen beim Ausstieg geholfen werden? Diesen Fragen widmete sich die Tagung „Frauen und Rechtsextremismus“ der Amadeu Antonio Stiftung und von Bündnis 90/ DIE GRÜNEN am 7. Mai 2009 im Centrum Judaicum in Berlin.
Von Regina Rahe

Immer wieder steigen Männer und Frauen aus der NPD aus: Weil ihnen die Szene zu dumpf, gewalttätig und heuchlerisch ist. Quelle: Michael Schlüter/ddp
Für interessierte Ausstiegswillige aus der Neonaziszene besteht inzwischen die Möglichkeit, sich mit ihrem Anliegen an spezifische Beratungseinrichtungen zu wenden. Grundsätzlich gibt es neben dem staatlichen Bundesamt für Verfassungsschutz und der nicht-staatlichen Initiative "Exit“ in vielen Bundesländern zum Teil sehr erfolgreich arbeitende Landesprogramme, die allesamt über entsprechende Hotlines erreichbar sind.
Von Reinhard Koch
Vier Jahre dauerte es, bis der Sohn von Michael Flood den Ausstieg aus der rechtsextremen Szene geschafft hatte. "Es wäre gut gewesen, wenn wir eine Anlaufstelle gehabt hätten, als unser Sohn bei den Rechten einstieg", berichtete der Anwalt am Donnerstag in Berlin bei der Vorstellung eines neuen Internet-Beratungsangebots gegen Rechtsextremismus.
von Frauke Büttner
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