
Blood and Honour, Triskele, Reichsadler, 88 im Ährenkranz und "Deutschland" in Fraktur - Symbolsammlung auf Nazischädel in Gera Quelle: Infothek Dessau
Vom eindeutigen "88" für "Heil Hitler" bis zum unaufälligen "Thor Steinar"-Pullover - die rechtsextreme Szene benutzt eine Vielzahl an Symbolen, Codes und Erkennungszeichen. Viele sind für Außenstehende auf den ersten Blick nicht eindeutig zu erkennen, verfehlen damit aber ihre Wirkung innerhalb der Szene (Zusammengehörigkeit) und gegenüber Opfergruppen (Bedrohung) nicht.

Quelle: Spandauer FC Berlin 89 e.V.
"Julius-Hirsch-Cup 2007", ein Fußballturnier in Gedenken an den in Auschwitz ermordeten jüdischen Nationalspieler Julius Hirsch mit Teams aus dem Sauerland und einer Mannschaft von Makkabi Berlin. Der Verein TuS Plettenberg wählt ungewöhnliche Wege in der Auseinandersetzung mit Antisemitismus und Rechtsextremismus im Sport.
“Juden raus”-Rufe bei Landesligaspielen in Sachsen-Anhalt, “nationale Fußballturniere” mit Pokalverleihung und “Hooligans-Nazis-Rassisten"-Schlachtrufe bei Freefight und Box-Kämpfen. Längst ist der Rechtsextremismus im Sport angekommen. Sport gehört genauso zur rechtsextremen Erlebniswelt wie Aufmärsche, Parteiveranstaltungen oder Rechtsrock-Konzerte.
Wundern Sie sich nicht, wenn Sie auf verschiedene Definitionen für "Rechtsextremismus" stoßen – der Begriff ist mehrdeutig und unpräzise und in der Wissenschaft umstritten. Trotzdem lässt sich rechtsextremistisches Denken auf einen Kern reduzieren: Es lehnt die Freiheit und die Gleichheit (bzw. Gleichwertigkeit) aller Menschen grundsätzlich ab. "Rechtsextremismus" ist eine Kombination verschiedener Einstellungen – und einige von ihnen sind bis weit in die Mitte der Gesellschaft hinein verbreitet.

Rechtsextreme Skinheads 2004 beim Bundesparteitag der NPD Quelle: © Ulrich Koch/ddp
1. Nicht jeder Skinhead ist automatisch ein Rechtsextremer
2. Die wenigsten Rechtsextremen kleiden sich heutzutage noch wie Skinheads. Viele Neonazis tragen inzwischen sportliche, unauffällige Kleidung, die oft nur für Szenekenner Rückschlüsse auf ihre politische Gesinnung zulässt.
Geschäftstüchtige Neonazis verdienen jedes Jahr Millionenbeträge durch den Verkauf von rechtsextremer Musik, Kleidung und Propaganda-Material. Naziläden dienen der örtlichen Szene gleichzeitig als fester Anlaufpunkt.
Von Christian Dornbusch & Jan Raabe
Thor Steinar ist eine Modemarke aus dem brandenburgischen Königs Wusterhausen, die in der Neonaziszene äußerst beliebt ist. Dieser Trend kommt nicht von ungefähr. Im Gegensatz zu Marken wie Lonsdale oder Fred Perry, die aus normalen Sportgeschäften stammen und von Rechtsextremen vereinnahmt wurden, gab es Thor Steinar anfangs fast ausschließlich bei einschlägigen Naziläden und Versänden zu kaufen.

Schmiererei nach einem Übergriff auf einen jüdischen Kindergarten in Berlin 2009 Quelle: AAS
"Antisemitismus" bezeichnet die pauschale Ablehnung von Juden oder des Judentums. Geprägt wurde der Begriff erst Ende des 19. Jahrhunderts, aber Judenhass hat – in verschiedenen Ausprägungen – eine lange Geschichte. Extremer Antisemitismus war eine der ideologischen Grundlagen des Nationalsozialismus und führte zum Massenmord an sechs Millionen europäischen Juden.

Nazipuppen-Sammlung bei "Craigs List" Quelle: Screenshot netz-gegen-nazis.de
Homosexualität und Rechtsextremismus? Klingt nach einem unvereinbaren Begriffspaar – tatsächlich aber gibt es schwule und lesbische Neonazis. Vor allem männliche Homosexualität gehört zu den Themen, die am kontroversesten innerhalb der Szene diskutiert werden: von der offenen Forderung nach der Ermordung Homosexueller bis hin zu einer "bedingten Tolerierung".
Von Alice Lanzke
Nach den Rechten sehen: Vierter NSU-Verhandlungstag in München: Kölner Anschlag bleibt im Verfahren +++ Verfahren bis Juni unterbrochen: Zwei Angeklagte wollen reden +++ Bilanz nach Beweisaufnahme: NSU-Ausschuss rügt Totalversagen der Behörden.
Die tägliche Presseschau von netz-gegen-nazis.de
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