Nodes on the Topic 'Rechtsrock'

Rechtsextreme Musik


Rechtsextreme Tonträger, der bei der Durchsuchung eines Musikgeschäfts in Gera sichergestellt wurden Foto: © Jens-Ulrich Koch/ddp

Rechtsextreme Musik ist eines der wichtigsten Propagandamittel für die Neonaziszene. Der Verfassungsschutz geht derzeit von 152 rechtsextremen Bands in Deutschland aus. (Zum Vergleich: 2002 waren es offiziell nur 90.)

Streetwear Tostedt (Todtglüsingen, Niedersachen)


Mit dem Slogan "Norddeutschlands größter Szeneladen" wirbt der Inhaber des Streetwear Tostedt Stefan Silar um Kunden. Silar ist in Norddeutschland eine bekannte Szenegröße. Als 19-Jähriger erschlug Silar mit einem Kameraden in Buxtehude einen Obdachlosen, der über Adolf Hitler geschimpft hatte und musste dafür sechs Jahre hinter Gitter.

Pühses Liste/Deutsch Stimme Versand (Riesa, Sachsen)

1993 gründete der damalige JN-Aktivist und spätere Kader der verbotenen "Nationalistischen Front" Jens Pühse in Freisingen den Blitz-Versand. 1996 wurde dieser in "Pühses Liste" umbenannt. Seit 1997 fungiert die Firma als Label. 1998 wurde "Pühses Liste" dem "Deutsche Stimme Verlag" der NPD angeschlossen und Pühse selbst in den NPD-Bundesvorstand gewählt. 2008 feierte "Pühses Liste" sein 15 Jähriges Bestehen.

PC-Records (Chemnitz, Sachsen)

Das Geschäft "PC-Records" wurde 2000 von Hendrik Lasch gegründet. Zur Firma gehören heute das Label, ein Laden und der Versandhandel. Um 2004 übernahm der ehemalige Angestellte Yves Rahmel die Geschäfte. Rahmel war in der Szene als langjähriger Herausgeber des Fanzines "Panzerbär" bekannt.

Rebel Records/The Devils Right Hand Store (Cottbus, Brandeburg)

Das Label wurde 2005 von Martin Seidel, der aus dem Umfeld der Rechtsrock-Band Frontalkraft kommt, gegründet. Angegliedert ist ihm das Ladengeschäft "The Devils Right Hand". Der Name des Geschäfts geht auf ein gleichnamiges Lied der rechtsextremen Band "Klansmen" zurück, einem Projekt des einstigen Skrewdriver-Sängers Ian Stuart Donaldson.

Wikinger Versand / Laden (Geiselhöring, Bayern)

Der 1998 gegründete "Wikinger Versand" gehört zu den größten deutschen Vertrieben der extremen Rechten. Angeschlossen ist der Firma, dessen Inhaber Siegfried Birl der NPD angehört, ein gleichnamiges Label. Im Angebot befinden sich rund 300 verschiedene CDs, beinahe ausschließlich aus dem Bereich der extremen Rechten an, sowie Bekleidung diverser Szenemarken, Schmuck, Bücher und weitere Accessoires.

W & B Records/W&B Versand (Fretterode, Thüringen)

"Rechtsrock hat immer mit seinem Rhythmus mein Leben bestimmt", schreibt der Betreiber des Labels und Versand "W&B Records" Thorsten Heise. Das heutige NPD-Bundesvorstandsmitglied gründete die Firma nach Eigenaussagen 2003, da er auf Grund seiner Haftstrafen keine Arbeit mehr bekam. Seitdem erschienen auf "W & B Records" über 30 CDs, von denen einige indiziert wurden.

Rock-O-Rama/Rock Nord Versand (Rees, Nordrhein-Westfalen)

"Rock-O-Rama" (ROR) wurde 1977 als unpolitischer Punk-und Independent-Versand von Herbert Egoldt gegründet. Anfangs verlegte Egoldt deutsche und skandinavische Punk-Bands. 1984 veröffentlichte ROR das Debüt der Böhsen Onkelz sowie die LP "Hail the new dawn" der britischen Band "Skrewdriver". Bis Anfang der 90er-Jahre wandelte sich ROR zum bedeutendsten Rechts-Rock-Label weltweit.

Odinseye/Nordic-Flame (Bernburg, Sachsen-Anhalt)

Mit über 400 CDs und insgesamt über 1.000 Artikel gehört der "Odinseye-Versand" aus dem sachsen-anhaltischen Bernburg zu einem der Großen unter den Rechtsrock-Versänden. Dem Versand, der sich mit einer Internetseite und einem Katalog präsent, ist das Ladengeschäft "Nordic-Flame-Street- & Fightwear" angegliedert.

Initiativen gegen Läden für den rechten Lifestyle


Bei Nazi-Gegnern unbeliebt - die Geschäfte der umstrittenen Modemarke "Thor Steinar" Foto: © Ronny Hartmann/ ddp

Ob in Rostock mitten im “alternativen Stadtteil” Kröpeliner Tor-Vorstadt , im schicken Berlin-Mitte in Sichtweite zur “Volksbühne” oder im ländlichen Hunsrück: Geschäfte und Läden, in denen fast alles angeboten wird, was zu einem extrem rechten Lifestyle gehört, rufen vielerorts Proteste von Einwohnern und Initiativen hervor. Zusammengeschlossen haben sich viele Gruppen in der Kampagne: "Schöner leben ohne Naziläden."

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