Junge Nationaldemokraten (JN)

Die "Jungen Nationaldemokraten" (JN) sind die offizielle Jugendorganisation der rechtsextremen NPD. Die JN wurden 1969 gegründet. Ihr Vorsitzender ist Michael Schäfer.

Offizieller Sitz der JN ist im sächsischen Dresden, die Bundesgeschäftsstelle befindet sich jedoch in Bernburg in Sachsen-Anhalt. Laut Verfassungsschutz haben die JN rund 350 Mitglieder.

Das Programm der JN ist, angelehnt an das der NPD, extrem rassistisch, demokratiefeindlich, antisemitisch und antiamerikanisch. Die JN treten jedoch ungleich aggressiver als die Mutterpartei auf. Die Verbindungen zur militanten Neonaziszene sind bei der JN noch offensichtlicher, als bei der NPD. Mehrere JN-Mitglieder sind wegen Gewalt- und Propagandadelikten vorbestraft. So wurde Alexander Neidlein, stellvertretender JN-Landesvorsitzender von Baden-Württemberg, in Südafrika wegen illegalen Waffenbesitzes zu drei Jahren auf Bewährung und in Deutschland zu einer Jugendstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten verurteilt. Er hatte im Dezember 1993 mit zwei Mittätern ein Postamt in Lübeck überfallen und 8500 Mark erbeutet.

Neidlein erklärte 2006 auf einem JN-Landeskongress: "Nationalismus heißt Revolution. Und unsere Revolution findet im 21. Jahrhundert statt. Unsere Revolution ist keine kleine Veränderung, sondern wir müssen uns ein komplett anderes politisches System erkämpfen." Der "bedingungslose Wille, dieses kranke System auf die Müllhalde der Geschichte zu katapultieren", werde die JN immer weiter voranbringen. Regelmäßig treten die JN auf neonazistischen "Kameradschafts"-Demonstrationen in Erscheinung. Die meisten JN-"Stützpunkte" sind personell deckungsgleich mit den örtlichen "Kameradschaften".

Die JN gibt in Zusammenarbeit mit der NPD unregelmäßig eine Reihe von Schülerzeitungen heraus. In Sachsen die Schülerzeitung Perplex, in Berlin Der Stachel, in Brandenburg und Sachsen-Anhalt das Heft Jugend rebelliert, in Rheinland-Pfalz den Schinderhannes und im Saarland Rechts vor links. Mehrere dieser Zeitungen wurden indiziert und teilweise beschlagnahmt. Gegen die Macher der Perplex laufen derzeit Strafverfahren wegen Volksverhetzung.

Derzeit versuchen die JN vor allem in den neuen Bundesländern regionale "Stützpunkte" aufzubauen um von dort aus auch im Westen Fuß zu fassen. "Das Konzept, sich erst regional zu etablieren, hat sich als richtig erwiesen. Nur so", heißt es dazu in einem JN-Strategiepapier "kann mittelfristig der gebündelte Angriff nationaler Kräfte auf die noch hart verteidigten etablierten Bonzen-Bastionen des Westens erfolgen."

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erschienen am Sonntag, 22.03.2015, 11:47