Frank Schwerdt (Jg. 1944) ist Bundesgeschäftsführer der NPD und Landesvorsitzender der Partei in Thüringen. Er gilt als enger Vertrauter des NPD-Chefs Udo Voigt.
Anfang der 1960er Jahre studierte Schwerdt Vermessungstechnik. Seinen politischen Weg begann er zunächst in der NPD. Es folgten eine langjährige Mitgliedschaft in der Berliner CDU, ein kurzzeitiges Engagement bei den “Republikanern” und der “Deutschen Liga für Volk und Heimat” sowie die Führung des extrem rechten Vereins “Die Nationalen”, der Neonazi-"Kameradschaften" nahe stand. Seit 1997 ist Schwerdt wieder bei der NPD.
Anfang der 1990er Jahre bemühte sich Schwerdt, die zersplitterte neonazistische Szene in Berlin und Brandenburg unter dem Dach der “Nationalen” zusammenzuführen. Schnell entwickelte sich der Verein unter seiner Führung zu einer wichtigen neonazistischen Vernetzungs- und Sammlungsbewegung in Ostdeutschland. Nach dessen Auflösung stieg Schwerdt im Januar 1998 in den Bundesvorstand der NPD auf. Wenige Monate später wurde er zu einer neunmonatigen Haftstrafe wegen Volksverhetzung verurteilt. Bereits Ende desselben Jahres erfolgte eine erneute Verurteilung vor dem Landgericht in Berlin wegen Gewaltverherrlichung: Die thüringische Band “Volksverhetzer” hatte ihre Debüt-CD 1997 bei Schwerdts Label “Vortrag-Buch-Reise” veröffentlicht. Im Lied “Blutrausch” singt sie: “Du hast so ein buntes Schwein vor Dir liegen, hilflos und am Boden. Da nimmst du noch mal Anlauf und springst ihm in die Hoden. (…) Mitten im Gefecht hörst Du auf zu denken. Du willst ihn nur noch töten. Keiner kann Dich lenken”.
Seit seiner Haftentlassung 1999 fungiert der spröde Berliner als Bundesgeschäftsführer der NPD. Im April 2001 wurde Schwerdt auf dem Landesparteitag in Saalfeld zum neuen Landesvorsitzenden der Thüringer NPD gewählt.
Im März 2008 erhob die Staatsanwaltschaft Berlin nicht nur Anklage gegen den Vorsitzenden der NPD, Udo Voigt, sondern auch gegen Schwerdt und Parteipressesprecher Klaus Beier wegen Volksverhetzung und Beleidigung. Anlass war ein NPD-Kalender, mit dem im Rahmen der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in rassistischer Weise gegen einen dunkelhäutigen Nationalspieler gehetzt worden sei. Die Überschrift des NPD-WM-Planers lautete: “Weiß! Nicht nur eine Trikotfarbe!”.