Die "Deutsche Volksunion" (DVU) ist die zweitgrößte rechtsextreme Partei in Deutschland. Bis 2007 war sie die mitgliederstärkste rechtsextreme Partei, wurde aber von der NPD überholt.
Die "Deutsche Volksunion" (DVU) ist die zweitgrößte rechtsextreme Partei in Deutschland. Als Auffangbecken für enttäuschte NPD-Mitglieder 1971 gegründet, wurde sie erst 1987 offiziell zu einer Partei. Die Mitgliederzahlen der DVU gehen seit den 1990er Jahren stetig zurück. Hatte die Partei 2005 nach Angaben des Verfassungsschutzes noch 9000 Mitglieder, sind es heute (Stand Verfassungsschutzbericht für 2008) nur noch etwa 6000. Trotzdem war sie bis 2007 die mitgliederstärkste rechtsextreme Partei. Inzwischen ist sie von der NPD überholt worden.
In kreisfreien Städten und Landkreisen hält die DVU momentan insgesamt 16 Mandate. In Bremerhaven, wo sie seit 1987 ununterbrochen in der Stadtverordnetenversammlung vertreten ist, hat die Partei nach internen Streitereien nur noch einen Stadtverordneten, da zwei Stadtverordnete die DVU-Fraktion verließen. Einen ihrer ehemals drei Stadtverordneten in Dortmund verlor sie an die NPD, weil dieser die DVU als derart "hoffnungslos überaltert" ansah, dass es an der Zeit sei, sie zu verlassen. In Potsdam hält sie zur Zeit noch ihre drei Verordneten, sowie insgesamt neun Sitze in verschiedenen Brandenburger Landkreisen.
Im Landtag von Brandenburg ist die DVU seit 1999 mit 5 und seit 2004 mit 6 Mandaten vertreten; in der Bürgerschaft von Bremen bis Juli 2007 mit einem Abgeordneten.
Vorsitzender der DVU war seit ihrer Gründung 1971 bis 2009 der Verleger und millionenschwere Immobilienunternehmer Gerhard Frey. Die DVU wurde aufgrund des alleinigen, autoritären Führungsanspruches von Frey auch oft als "Ein-Mann-Partei" oder "Frey-Partei" bezeichnet. Seit dem Bundesparteitag vom Januar 2009 hat der vorherige Bundesorganisationsleiter Matthias Faust den Parteivorsitz inne.
Die DVU steht unter Beobachtung des Verfassungsschutzes. Die Partei selbst weist die Verfassungsschutz-Definition als rechtsextremistische Partei zurück.
Von 1987 bis 1991 trat die Partei unter dem Namen "DVU – Liste D" als Wahlbündnis gemeinsam mit der NPD an. Infolge des schlechten Wahlergebnisses der NPD 1990 löste die DVU das Bündnis auf. Mit dem "Deutschlandpakt" gibt es seit 2005 aber wieder konkrete Wahlabsprachen zwischen den beiden Parteien. Entsprechend der Vereinbarung wird die DVU nur bei den kommenden Landtagswahlen in Bremen und Brandenburg antreten. Bei allen anderen Landtagswahlen bis Ende 2009 sollte sich die DVU nur dann um Mandate bewerben, wenn die NPD auf eine Kandidatur verzichtet. Mit Blick auf die bessere Vernetzung der NPD vor Ort und deren günstigeren Wahlaussichten erscheint es jedoch fraglich, ob dieses Bündnis Bestand haben wird.
Der Verfassungsschutz beschreibt das Programm der DVU folgendermaßen:
"Im Mittelpunkt der verfassungsfeindlichen Ausrichtung der Partei steht ein übersteigerter, deutsche Interessen verabsolutierender Nationalismus, der sich in fremdenfeindlichen und
antisemitischen Agitationsmustern sowie einem umfassenden Revisionismus äußert. Ausländer und Juden werden pauschal diskreditiert und dienen der Partei als antideutsche Feindbilder."
Das inoffizielle Parteiorgan der DVU ist die wöchentlich erscheinende "National-Zeitung". Das in Freys "DSZ – Druckschriften- und Zeitungsverlag" erscheinende Blatt ist mit 40.000 Exemplaren die auflagenstärkste Zeitungspublikation im deutschen Rechtsextremismus.
Zum Thema
| Schwerpunkt: Neonazis im "Superwahljahr" 2009
Strategien von und gegen NPD und Co.
| Studie der Konrad Adenauer-Stiftung zur DVU zum Herunterladen
Weblinks
| Ausführliche Studie der SPD Brandenburg zur DVU zum Herunterladen
| Broschüre der Grünen Bremerhaven zur DVU zum Herunterladen
| Langezeitstudie der CDU Bremerhaven zur DVU zum Herunterladen
| Anregungen und Kritik an die Redaktion senden »