
Holger Apfel zählt zu den führenden Parteikadern Foto: © Sebastian Willnow/ ddp
Holger Apfel (Jg. 1970) ist NPD-Bundesvize und als Vorsitzender der NPD-Fraktion im Dresdener Landtag einer der einflussreichsten Parteikader.
Schon als Schüler arbeitete Holger Apfel beim NPD-nahen "Studentenbund Schlesien" mit. Als 18-Jähriger trat der Abiturient 1988 in die NPD und in deren Jugendorganisation, die Jungen Nationaldemokraten (JN), ein. Von 1990 bis 1997 war er in Hildesheim Kreisvorsitzender und gehörte von 1993 bis 1997 dem Niedersächsischen Landesvorstand an. Als dessen Vorsitzender von 1990 bis 1994 baute er die JN zur stärksten Landesstruktur auf. 1992 wurde er stellvertretender JN-Bundesvorsitzender und 1994 JN-Bundeschef (bis 1999).
In der Partei gehört Apfel zu den Getreuen des NPD-Bundesvorsitzenden Udo Voigt. Gemeinsam setzen sie nach dessen Amtsantritt 1996 die strategische Neuausrichtung und ideologische Umorientierung durch, also die Zusammenarbeit mit militanten Neonazi-"Kameradschaften" und die Betonung eines völkisch-sozialistischen Profils.
Umgekehrt schwärmt Voigt: Apfel sei der "Wiederaufbau" der JN gelungen. Seit 1993 ist er im NPD-Parteivorstand. Der gelernte Verlagskaufmann wird 1996 Chef des chronisch defizitären Parteiverlages, mit dem er 2000 aus Bayern ins sächsische Riesa umzieht. Die Deutsche Stimme gewinnt unter ihm deutlich an Profil, den Verlag führt Apfel – unter anderem durch den Ausbau des Versandgeschäfts – in die Gewinnzone.
Von Riesa aus baut Apfel den sächsischen NPD-Landesverband aus. Seit 2002 ist er stellvertretender Landesvorsitzender. Im "Nationalen Bündnis Dresden" gelingt es ihm 2003, die extrem rechte Szene der sächsischen Landeshauptstadt zu einen. Mit ihm als Spitzenkandidaten gelingt 2004 der Einzug in den Landtag – für die NPD der erste Wahlerfolg seit Jahrzehnten.
Im sächsischen Landtag gibt sich Apfel – gegenüber den Verwaltungsangestellten – höflich. Ganz der Parteilinie folgend, will er sich als Vertreter der "einfachen Arbeiter" und der "enttäuschten Arbeitslosen" gerieren. Im Plenarsaal dagegen tritt der gelernte Verlagskaufmann kämpferisch auf. "Klamauk um des Klamauks willen" lehne er ab, denn: "Wir werden daran gemessen, was wir zur Lösung der sozialen Fragen beigetragen haben".
Klamauk nein, "kalkulierten Tabubruch" ja, das ist Apfels Devise im Landtag. Am 9. Mai 2007 schimpfte er dort: "Wer nur noch – völlig unterschiedslos – 'Menschen', aber keine Deutschen mehr kennt, den kann es auch nicht empören, wenn er (…) verarmte deutsche Rentner in Mülleimern nach Pfandflaschen angeln sieht, während hinter ihnen staatsalimentierte orientalische Großfamilien (…) daherstolzieren!". Nichts hält der Parlamentarier von der parlamentarischen Demokratie: "Wir sind nicht der Reparaturbetrieb eines untergehenden Systems".
Holger Apfel ist verheiratet und hat ein Kind.
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