Es gibt ja nicht wenige Demos gegen Rechtsextremismus. Aber wenn es eine gibt, dann oft als Gegendemo im direkten Konflikt mit den Rechtsextremen.
Was fehlt, nach meiner Meinung, sind so eine Art regelmäßige "Montagsdemonstrationen" gegen Rechtsextremismus. Schöner Gedanke. Aber ist er realistisch?
Wie bekommen wir also Frau Lisa Müller und Hinz und Kunz auf die Strasse?
15.07.2008
um 15:38
In dem wir erst einmal wie von mir im anderen Thread gefordert, wieder mehr aufklären und den Schock wirken lassen.
Wenn bei den Menschen wieder angekommen ist, was für eine Gefahr die Nationalsozialisten darstellen, gehen sie öfter dagegen auf die Strasse.
Ich denke nicht das Lisa Müller bisher ahnt, was die NPD für eine Politik betreibt und mit welchen radikalen Menschen, sie da Konform geht (die NPD).
Ich könnte auch Lisa Müller sein, denn als ich mich hier angemeldet habe, war ich fast so unwissend wie Lisa.
Doch nach unzähligen Kommentaren und Links, die ich in der Zeit gelesen habe, bin ich mir sicher bei der nächsten Demo, in unserem Kreis, bin ich mit meiner Familie und Freunden dabei.
Gruss Bogo
15.07.2008
um 15:49
Die Frage ist doch, ist es überhaupt nötig z.B. jeden Montag in der Woche gegen Nazis auf die Straße zu gehen und zu demonstrieren?
Natürlich haben Nazis ein verqueres Weltbild und inakzeptable Ansichten, aber ihre Gefahr wird sehr gerne übertrieben. Die NPD sitzt nicht einmal im Bundestag, nur in wenigen Landtagsgebäuden und behindert sich meistens selbst. Man sollte wachsam sein, aber eine wirklich große Gefahr geht nicht von ihr aus.
Liebe/r SizeOne, ein Teil Ihres Beitrags wurde editiert, da er off-topic war. Bitte bleiben Sie beim Thema der Ausgangsfrage. Vielen Dank. // Moderator_VR
15.07.2008
um 15:53
@SizeOne,
Da geht man doch nicht jeden Montag!
Die anderen Extremisten, bearbeiten wir hier nicht, aber wenn es so wäre auch da bin ich dabei.
Gruss Bogo
15.07.2008
um 16:00
Hallo Meierdings,
schöne Abnahme meiner Steilvorlage per Seitfallzieher in den Torwinkel...:-)))
Allerdings würde ich dafür plädieren, sich stärker auf "Mobilisierung" im Allgemeinen zu konzentrieren.
Von "Montagsdemos" gegen Rechtsextremismus halte ich eigentlich nichts. Sie haben in der DDR einen wesentlichen Beitrag zum Sturz des SED-Regimes geleistet. Rechtsextremismus kann man aber nicht beseitigen im Sinne von "stürzen". Kampf gegen Rechtsextremismus ist eine Daueraufgabenstellung aus dem Bereich der politischen Bildung und Erziehung. Bogo hat mit "Aufklärung" schon das zentrale Stichwort gegeben. Demos spielen da für mich eher eine untergeordnete, immer konkret anlassbezogene Rolle.
Bitte lasst uns die Diskussion auf die EIngangsfrage beschränken. Später mehr...
15.07.2008
um 16:04
Size One, zu erst sind die Zeiten der RAF längst vorbei, und wer kommt noch in Frage? Desweiteren zwischen Nazis und Islamisten gibt es längst Schulterschluss. Deshalb gegen Nazis bedeutet auch gegen alle ihre Verbündeten zu sein.
15.07.2008
um 16:11
Ätze, da bin ich deiner Meinung, obwohl grosse Ablehnung gegen Nazi ist nicht schlecht.
15.07.2008
um 17:30
Die Kernfrage ist ja, wie wir Lieschen Müller und Heinz Schmidt (Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind beabsichtigt) oder andere "Normale" Bürger mit auf die Strasse bekommen.
Bogo hat es schon in etwa beschrieben. Bevor Liesel nicht weiß wogegen oder wofür sie auf die Strasse gehen soll (jawohl! SOLL) bewegt sie nicht ihren süßen Popo vom Sofa.
Ich gebe mal ein Beispiel aus der "Anti-Atom-Raketen- Bewegung der 70er Jahre". Da ging es ganz einfach gegen Kernwaffen ("Atomwaffen" hieß es damals), die in der Bundesrepublik gelagert werden. Klares Ziel - klares Thema. Irgendwann war es nicht mehr so einfach. Da kam der "Nato-Doppelbeschluss" und so weiter. Da wurde es schon schwieriger Menschen zu mobilisieren und es gingen immer weniger. WEIL es zu unübersichtlich wurde und man sich in den Forderungen immer weiter verzettelte.
Das nur als Beispiel NICHT als Diskussionsgrundlage.
Eine Bewegung, die möglichst viele aktivieren soll, muss einfach sein.
Zum Beispiel die Forderung "Nazis raus!" - die ist einfach und kapiert jeder. Oder "Keine braune Socken im Bundestag"
Sowas eben. Einfache Ziele. Am besten immer EIN einfaches Ziel. Eine Demo soll nicht aufklären, sie ist eher ein Symbol oder Zeichen.
Wer mit einer Demo aufklären will, kann das mit Infoblättern machen oder Flyer, die man am Rande der Demo verteilt, aber das werden sicher einige schon aus eigener Erfahrung wissen.
Ich finde erst durch Regelmäßigkeit zeigt so eine Kampagne Erfolg. Also eine regelmäßige Demo mit intelligenten und witzigen Ideen.
15.07.2008
um 21:29
Demo ist immer dann sinnvoll wenn aufmerksamkeit erreicht werden soll
Allerdings braucht es kreative Ideen beim demonstrieren --> ein gutes Beispiel gibt da die "Front Deutscher Äpfel" http://www.apfelfront.de/
die die Nazis bewusst parodiert
Es braucht einfach neue ideen --> auch straßentheater ist eine durchaus sinnvolle methode
Lieber Ramses, zur "Apfelfront" erschien vor einigen Tagen auch ein Videobeitrag auf Netz-gegen-Nazis.de.
Mit Satire gegen die NPD
Moderator_MH
15.07.2008
um 21:45
Hallo Meierdings,
neulich sah ich einen alten Bekannten in der Osna-Innenstadt. Mit einem anderen stand er da und hielt ein Transparent mit einer Aufschrift gegen den Krieg. DAs hatte schon etwas vom "Wachturm" verkaufen...
In Osna wie in vielen Gegenden und Städten Westdeutschlands spielen Nazis in der Öffentlichkeit keine Rolle, und wenn, dann eher eine kasperhafte, z.B. als lokale Abgeordnete. Wenn du - auch noch permanent - gegen Nazis demonstrieren wolltest, gucken dich doch die Leute an wie ein U-Boot. Denn du hast ja recht - eine Demo ist ein Bekenntnissymbol und weit weniger ein Mittel der Aufklärung.
Daher sollte man es auch nur in vernünftigen Dosierungen einsetzen. Und als Mittel gegen einen Naziaufmarsch ist es sicherlich vernünftig. Und spätestens hier muss man sich darum kümmern, wie man dieses Symbol besonders machtvoll und imposant hinbekommt, also mobilisiert.
1. Ein möglichst breites Bündnis. Früher scheiterte das immer an vermeintlichen Unvereinbarkeiten: Machten kommunistische Gruppierungen mit, verweigerte sich das parteichristliche Spektrum und umgekehrt. Ja,ja, ich weiß sehr verkürzte Darstellung.
Aber es geht "Gegen Nazis". Da hoffe ich, dass das antifaschistische Spektrum heutzutage weniger vermeintliche Unüberbrückbarkeiten an den Tag legt...
2. Nicht nur parteipolitisch breit sollte es sein, sondern auch gesellschaftlich und sozial in die Tiefe gehen. Hier ist die ganze Palette der Vereine, der Kirchengemeinden, der Schülervertretungen, der Verbände, Institutionen und Organisationen angesprochen.
3. Der Gegendemo sollte man unbedingt einen antifaschistischen Aktionstag, meinetwegen auch eine ganze Woche, vorschalten. Alle Bündnisbeteiligten nutzen diesen, um in ihrem jeweiligen Zusammenhang aufzuklären und zu mobilisieren:
Schulen z.B.:
- KZ-Überlebende einladen (vermutlich immer schwerer)
- Buchautoren
- Filmvorführungen
- Unterrichtsspezifische Themen
Bio-Euthanasie
Wirtschaft-"Ausländer Raus!" als volkswirtschaftlicher Selbstmord des Wxportweltmeisters
Deutsch-ich will die Speicherkapazität des Rechners nicht ausreizen...:-)))
Kirchengemeinden:
- Gottesdienstthema, Ausstellungen
Sportvereine
- der post wird zu lang...
4. Dauerinfostand in der Innenstadt, Aufruf verteilen, plakatieren
5. Aufrufe im Wohngebiet verteilen, am besten mit Klingeln und persönlicher Übergabe
Es ist schon ein Weilchen her, aber unter der Regieführung der gymnasialen Schülervertretung haben wir so in meiner 20.000 Einwohner zählenden Geburtsstadt mal mit 3-4000 Leuten eine NPD-Kundgebung mit vielleicht 8-10 Teilnehmern besucht..., geschützt nicht von den ca. 20 Polizisten in normaler Streifenuniform, sondern unseren Ordnern... Die wollten dann ihre Kundgebung abbrechen, ging nur nicht, die kamen durch die Menge nicht so leicht durch... In dem ganzen Ort gab es keine Trillerpfeife, keine Sirene und vor allem kein Oropax mehr zu kaufen... Den Braunbären dürfte das bis heute noch in den Ohren klingeln...
16.07.2008
um 09:19
Sieh mal da fangen ja bereits die Unterschiede in den Ansichten an.
Ich persönlich finde, dass Bürgertum und Antifa nicht zusammenpassen.
Wir wollen doch möglichst viele und auch und gerade Lieschen Müller auf die Strasse bekommen. Also den Bürger von der Strasse aber auch den Lehrling aus dem Betrieb und den Akademiker, sowie Firmen und deren Manager. Da wird die Antifa eher abschreckend wirken als anziehend.
Das bedeutet nicht, dass die alle ein Schild umgehängt bekommen "Wir müssen draußen bleiben". Das Bedeutet, dass sie zwar Teil der Gesellschaft sind aber eben nicht Hauptakteur.
Thematisch sind wir uns denke ich einig. Aber regelmäßige Infostände haben für mich persönlich eher einen krankheitserregenden Aspekt. Als langjähriger "Infostandsteher" von Greenpeace, weiß ich aus eigener Erfahrung, dass Infostände absoluter Nonsens sind. Man hat am Ende des Tages an dem Platz, den dir das Ordnungsamt zugewiesen hat, einen dicken Hals und garantiert eine Erkältung am nächsten Tag.
Wenn wir nicht die GP-Ware gehabt hätten (Aufkleber etc.), wäre kaum jemand stehen geblieben.
Also mit Infoständen, mobilisiert man nicht die Masse. Und schon gar nicht auf Dauer. Meine Meinung.
Schon eher durch Dauerinfoveranstaltungen wie zum Beispiel Diavorträge, "Filmtage" oder ähnliches.
Aber da eben nicht wie gewohnt das durchziehen. Also NICHT so, dass vorne einer steht und alle hören andächtig zu.
Gesellschaftlich in die Breite und Tiefe, wie Sie sagen ... eben möglichst viele.
Vereine etc. ist schon klar, dass man dort auch tätig sein sollte. Von mir aus auch im Alterheim, Krankenghaus oder Kurheim.
16.07.2008
um 18:51
Hallo Meierdings,
ich sehe noch keine Unterschiedlichkeiten der Ansichten, nur von mir ausgelöste Missverständnisse.
Mit "antifaschistischem Spektrum" meinte ich nicht die organisierten ANTIFA-Gruppen mit ihren vielschichtigen Verflechtungen zur Autonomen Szene, sondern den kompletten Spannungsbogen von CSU bis...was markiert jetzt den linken Rand?...MLPD. Umgekehrt also alles, was nicht rechtsextrem ist.
Vor dem Fall der Mauer wären unter den Bedingungen des Kalten Krieges solche Bündniskonstellationen undenkbar gewesen. Heute sieht das wohl anders aus. Das Bündnis in Köln gegen den Proll-Kongreß scheint wirklich von MLPD bis CDU zu reichen... In Ostdeutschland wiederum dürfte es zwischen Der Linken, den Grünen, SPD und CDU lokal vermutlich ohnehin weniger Berührungsängste geben.
Ein breites Bündnis wird immer schwer auf die Beine zu stellen sein, erfordert viel diplomatisches Geschick, ein gerütteltes Maß an Kompromissbereitschaft aller Beteiligten und sicher beharrliche Überzeugungsarbeit - ist im Interesse der Sache aber ein allemal lohnendes Ziel. Eine öffentlich geführte, faire Diskussion darüber kann ihrerseits mobilisierende Impulse auslösen...
"Dauerinfostände" stelle ich mir auch nicht rund ums Jahr und bei jedem Wetter vor, sondern nur in der heißen Phase der Mobilisierung unmittelbar vor dem heranrückenden Termin der Gegendemo. Da soll auch nicht nur rumgestanden, da sollen Aufrufe verteilt werden. Auch hier sind kreative Ideen willkommen, wie man so etwas aufpeppt. Vielleicht eine Miniausstellung mit der Frage "Wer war Georg Elser?"...
17.07.2008
um 11:24
Es gibt eine ganz einfache Lösung!
Verteilt Schokolade und einen Flyer der Schokofront.
Hier müssen die meisten Leute denken und wer denkt der handelt auch.
[...]
Der Link wurde aus diesem Beitrag entfernt, da er nicht den Diskussionsregeln http://www.netz-gegen-nazis.de/seite/unsere-m... entsprach.
17.07.2008
um 12:38
Manchmal wünschte ich mir, "man" triebe die Bürger auf die Straße um gegen eine Nazi-Demo zu demonstrieren. Ich versuche seit Jahren in Dresden zum 13.Februar einen kleinen Teil gegen eine der größten Nazi-Demos beizutragen. Vor zwei Jahren konnten ca. 200 mutige Menschen den Marsch auf einer Brücke aufhalten. Leider wurden diese von den Dresdnern, die mit vollbepackten Plastetüten vom Winterschlussverkauf kamen, argwöhnisch beäugt. Einige fragten, was denn los sei ... Keiner stellte sich mit dazu.
Dieses Jahr wurden im Vorfeld viele Plakate mit dem Aufruf zur Gegendemo aufgehängt. Angeblich ca. 2000 demonstrierten dann - räumlich getrennt - zum Nazizug von ca. 6000 Teilnehmern.
Aber immerhin, es regt sich was in Dresden. Leider sind die Verantwortlichen der Stadt - z.B. der Oberbürgermeister - nicht das größte Zugpferd. Leider.
Während der DDR-Zeit gab es keine Nazi-Demos und keine NPD o.ä.. Grund: Verbot jeglicher Verherrlichung bzw. Erinnerung an das Naziregime.
17.07.2008
um 15:03
@ Grüner
Und nun überlegen Sie mal wie man die Tüten schwingenden Bürger dazu ermuntern könnte mitzumachen.
@ Atze
Vielleicht sollte man sich per Mail kurzschließen und so was wie einen vorläufigen Aktionsplan aufstellen. Denn im Prinzip sind wir ja einer Meinung.
Und den dann hier vorstellen?
17.07.2008
um 15:27
Hallo Grüner,
haben die oben gelisteten Punkte Sie ein wenig anregen können? Wann steht denn die nächste Braunbärenparade an? Wie sieht es mit der Bündnissituation aus? Wie diskutieren Sie die Mobilisierungsfrage?
(...)
LiebeR Atze, wir haben einen Teil Ihres Kommentars gelöscht, weil er Off Topic war. // Moderator_NE
17.07.2008
um 19:00
Klappe die 2te...
Hallo Meierdings,
OffTopic qar meine Erwähnung, dass mir der von dir gemachte Vorschlag auch schon durch den Kopf ging. Dabei könnte man, so der Grüne Interesse hat, dass konkret mit der Mobilisierung in Dresden verbinden.
18.07.2008
um 20:14
Ich habe Demonstrationen meine Freiheit zu Verdanken. Deshalb ist es sehr Wichtig zu Demonstrieren, insbesondere gegen Nazis, damit die Freiheit erhalten bleibt, aber da fängt das Problem an. Vor 14 Tagen war bei uns in der Nähe das Fest der Nationalen Bewegung in Sangerhausen. Trotz öffentlicher Diskussionen, auch unter Teilnahme der Landesregierung, kamen nur 17 Leute (!!!) zur Gegendemo. Irgendwie war ich entsetzt, genau so entsetzt wie von der Wahlbeteiligung bei den letzten Wahlen. Die Leute scheinen dieses Thema total zu ignorieren. Ich muss aber auch Sagen, das wir hier ganz schön viele andere Probleme haben. Ich glaube eine Demo mit mindestens 200 Leuten hinzubekommen, das wäre ein echter Traum. Mir ist jetzt nicht bekannt, wie sich das z.B. Bayern oder so verhält, aber ich glaube es wird viel Arbeit und Zeit investiert werden müssen, um den Kampf gegen Rechts auch mal mit einer Demo zu untermauern. Reden ist ja einfach, Handeln viel schwerer, oder hat uns der braune Mob schon im Würgegriff? Ich hoffe nicht.
18.07.2008
um 21:42
Was die Menschen im Würgegriff hat, sind wohl eher Existenzängste.
Warum wir zu bequem geworden sind zu Demonstrieren, habe ich mich auch schon oft gefragt.
Eine Demokratie verlangt dem einzelnen viel ab, doch sie erleichtert auch Vieles.
Was sich die Nationalsozialisten zu nutze machen ist die Politikverdrossenheit der Bürger, wir können ja froh sein wenn noch 50% zur Wahl gehen.
Jeder der nicht geht, eröffnet den Rechten neue Möglichkeiten.
Wie mobilisiert man die Bürger?Sehr gute und schwierige Frage, anscheinend geht es uns noch nicht schlecht genug um für irgend etwas auf die Strasse zu gehen.
Ich denke, ich weiss es nicht und will mir nicht anmaßen zu sagen das es uns noch schlechter gehen muss um die Menschen wach zu rütteln, oder sollte ich?
18.07.2008
um 23:07
Das es den Leuten erst schlechter gehen muss, ja das Sagen viele. Ich meine nur eins, nächstes Jahr ist Superwahljahr und ich mag nicht so recht daran denken. Die Leute sind wahrscheinlich so Politikwerdrossen, da sie keinen Unterschied zwischen den Parteien mehr sehen. Jetzt kommt die NPD, die ist ganz anders, ja das zieht bei den Leuten wahrscheinlich. Es gab mal einen Aprilscherz in Thüringen, da hieß es, das ab sofort das Grillen zur Reduzierung des CO2 Ausstoßes Verboten ist. Das hat keine "Sau" interessiert! Ich sehe ein großes Problem: 1. Wir können die Leute nicht zwingen 2. Die Leute interessiert das einfach nicht. Also müssten wir einen Weg zum Wachrütteln finden. Eine Idee wäre vielleicht ein Video mit der Musik von Queen "We will Rock You", hat ja was mit Wachrütteln zu tuhen. Dabei Bilder von KZ und NPD Veranstaltungen Abwechselnd zeigen.
19.07.2008
um 13:28
Hallo Bogo,
alle Erfahrung lehrt, dass eine weitere schleichende Verschlechterung der sozialökonomischen Rahmenbedingungen am ehesten den Rechtsextremisten Aufschwung verleiht, das sollten wir uns also lieber nicht wünschen...:-)
Hallo Alex,
herjeh, 17 Gegendemonstranten, wie jämmerlich. Was für eine blamable Bankrotterklärung der lokalen und regionalen demokratischen Organisationen...Unfassbar.
Umso dringlicher das Mobilisierungsproblem.
Man sollte sich wohl gerade im Osten damit beschäftigen, den Rechtsextremismus konzentriert, entschieden, beharrlich und mit allergrößter argumentativer Härte an seiner maßgeblichen Schwachstelle zu attackieren: der Naht zwischen völliger wirtschaftspolitischer Inkompetenz und antinationaler Politikorientierung. Später mehr. Ich versuche mich mal an einem Musteraufruf...
19.07.2008
um 14:12
Sie haben den Nagel auf den Kopf getroffen, zumal ich ein Teil der Inkompetenz bin. Es geht noch weiter, ich bin gerade auf dem Sprung zu einer Demo in Gera. In Gera findet heute die NPD Veranstaltung Rock für Deutschland statt. Na mal sehen.
So ein Musteraufruf wäre sehr hilfreich
.
19.07.2008
um 14:50
@Atze,
Lieber Atze, dass ist kein Wunsch, es ist die Feststellung das wir uns eigentlich nicht beklagen können.
Die Menschen gehen für mehr Lohn auf die Strasse oder wenn es ihnen woanders an den Kragen geht.
Gegen Nationalsozialismus auf die Strasse gehen, wo es sie selbst ja nicht betrifft was ein Nazi so ausheckt, dass ist schon schwieriger.
Von den Ausländischen Mitbürgern kenne ich es auch nicht, dass sie losziehen um ihr eigenes Schicksal zu bestimmen.Die ältere Generation, hat es gelernt nicht zu mucken und die Jungen, tun es auf ihre Weise.
@Axel,
Ich wünsche viel Erfolg, bei der Demo.
19.07.2008
um 19:37
Hallo Leute,
"Musteraufruf" ist vielleicht ein wenig vermessen...:-). Schließlich geht es immer um einen konkreten Anlass unter konkreten lokalen/regionalen Rahmenbedingungen. Aber abstrakt mal ein bisschen Spielmaterial:
----------------------------
GEGEN AUSLÄNDERHASS, RASSISMUS UND RECHTSEXTREMISMUS
Wie Rechtsradikale unsere deutsche Wirtschaft zerstören wollen
"Ausländer raus!" - diese simple und griffige Parole bieten Rechtsradikale und Neonazis immer wieder als universelles Allheilmittel für alle möglichen Probleme an:
- Arbeitslosigkeit
- Kriminalität
- sozialer Abstieg.
Machen wir also Ernst. Schmeißen wir sie raus. Alle 6,5 Millionen.
Was wären die Folgen?
- Ein dramatischer Wegfall von Konsumentennachfrage.
- Ein entsprechend drastischer Produktionsrückgang.
- Internationale Sanktionen und Boykotte.
- Ein nie wieder gut zu machender Ansehens- und Vertrauensverlust des Auslands in die deutsche Wirtschaft.
- Damit das endgültige Ende für den Status Deutschlands als Exportweltmeister.
Dabei hängt jeder 2. Arbeitsplatz in Deutschland an der Exportwirtschaft. Bei Verwirklichung der NPD-Pläne alles zukünftige Hartz IV-Empfänger.
WOLLEN SIE DAS?
Schauen sie sich um, zu ihrer rechten wie zu ihrer linken - zukünftige Arbeitslose.
Und während die NPD nationales Pathos predigt, säuft sie selber vom Nektar internationaler Niedriglöhne, lässt ihre Hasspropaganda in Polen drucken und belasten rechtsextremistische Gewalt- und STraftaten seit Jahren auf hohem Niveau die Kriminalitätsastatistik.
Schauen sie nicht weg.
Lassen sie die Grundlagen unseres nationalen Wohlstands nicht von rechtsradikalen Hassparolen zerstören.
Stehen sie auf.
Zeigen sie der NPD, was sie von ihrem antinationalen Ruinierungskurs halten.
Demonstieren sie am...
--------------------------
Seid gnädig...:-) Abstraktes Spielmaterial für einen Aufruf zu einer Gegendemonstration, für einen "Aufstand der Anständigen".
19.07.2008
um 20:28
Hallo Atze,
Ich finde es ganz gut so,
wir brauchen nur noch Jemanden der es uns druckt.
Jeder von uns verteilt es in seiner Stadt und wir rufen irgendwo in der Mitte Deutschland's alle zusammen, zum Demonstrieren.
Schade nur, das nicht mehr viele von uns hier sind.
19.07.2008
um 21:06
Hallo Atze und Bogo!
Die Demo war diesmal ein Erfolg! 600 Leute zeigten Gesicht hier in Gera und ich Missbrauche jetzt mal den Elterlichen PC für diese Botschaft. Morgen geht es erst nach Hause und so lange wollte ich nicht warten.
Ihre Vorlage ist schon sehr Gut, nur müssten wir noch etwas Feinarbeit investieren.
"Ausländer raus!" - diese simple und griffige Parole bieten Rechtsradikale und Neonazis immer wieder als universelles Allheilmittel für alle möglichen Probleme an:
- Arbeitslosigkeit
- Kriminalität
- sozialer Abstieg
Mittlerweile heißt es aber "Gegen Überfremdung". Diese Leute Rechnen vor, das in zirka 15 Jahren jeder zweite ein Ausländer sei. Sie begründen dies mit der höheren Geburtenrate der "Ausländer" von angeblich Rund 4 Kinder je Person im Durchschnitt. Sie Behaupten das es 15 Mio. davon in Deutschland gibt und 15 Mio. x 4 macht 60 Mio. "Ausländer".
Da müssten wir uns etwas Einfallen Lassen. Im Weiteren verlangen die den Austritt aus der EU um 250 Mrd. Euro im Jahr zu Sparen. Auch dagegen sollten wir Argumentieren.
Vielleicht wäre das Motto "One World on Mission" (auch schon wieder Queen) irgendwie als Leitfaden hilfreich?
19.07.2008
um 21:45
Hallo Axel,
schön das es so gut gelaufen ist, wieviele Nationalsozialisten waren denn da?
"Gegen Überfremdung"
Was ist das denn für eine Milchmädchenrechnung?
Inzwischen hat doch sogar die 2te Generation nur noch 2 Kinder.
Irgend etwas muss ich verpasst haben oder ich bin doch keine Migrantin.
Wenn es in meinem Umfeld sowas geben würde, müßte ich das doch mitkriegen.
Ich kenne nur 3 Familien mit mehr als 3 Kindern und unser Bekanntenkreis ist nicht grade klein.
Ich weiss nicht wie es mit der Kriminalität bei jungen Leuten aussieht, aber die 2te Generation, schuftet sich einen Ast und investiert inzwischen auch in Deutschland, für die Zukunft der Kinder, denn ich kenne keinen der seine jetzige Heimat noch verlassen möchte.
Kann man das nicht irgendwie hervorheben?
20.07.2008
um 09:55
700 - 1000 Nazis sollen es Gewesen sein. Fast alle Parteien hatten schon Wochen vorher deren Mitglieder aktiviert, um möglichst viele auf die Straße zu bekommen. Allerdings ist die Zahl der Nazis hoch und wäre höher gewesen, wenn sie nicht 15 € Eintritt genommen hätten!
Aber mit der Gegendemo geht es Aufwärts!
Ja, das ist eine Milchmädchenrechnung, aber gerade da es keiner Nachvollziehen kann! Darin wird ja der Trick bestehen. Mittlerweile kommt mir die NPD wie ein Chamäleon vor, wechselt ständig das Thema. Deshalb müssen wir noch schneller sein!
20.07.2008
um 14:11
Hallo Axel,
es geht voran, das ist doch erfreulich!
"Gegen Überfremdung" ist doch nichts weiter als eine umgeschönte Variante von "Ausländer raus!" Da sehe ich keinen großen Nachbesserungsbedarf. Die "Milchmädchenrechnung", wie es Bogo treffend nannte, bricht sich doch schon mit ihren Zahlenprämissen selber das Genick. Woher nehmen die denn jetzt plötzlich 15 Mio. Ausländer, die im Schnitt vier Kinder in die Welt setzen...?
Und wenn die den Austritt aus der EU fordern, um jährlich 250 MRD Euro zu sparen, könnte man glatt denken, dass Rechtsextremismus unweigerlich von mathematischer Legasthenie begleitet wird.
Ansonsten. Ein Aufruf ist ein Aufruf. Keine nobelpreiswürdige wissenschaftliche Arbeit. Und ein Aufruf ersetzt natürlich nicht die Auseinandersetzung mit weiteren "Argumenten" der Nazis im Detail.
Gerade der Bereich der Wirtschaftspolitik eignet sich ausgezeichnet, um die Braunbären immer wieder am Nasenring vorzuführen. Ich habe mir mal die wirtschaftspolitischen programmatischen Aussagen der NPD angeschaut. Die eignen sich wirklich hervorragend, um den antinationalen weil wirtschafts- und sozialpolitisch ruinösen Gehalt rechter Demagogie bloßzustellen.
Das wirtschaftspolitische Credo der Nazis ist eine "autarke" und von internationaler Arbeitsteilung abgekoppelte Wirtschaft. Daher auch die Forderung nach einem EU-Austritt.
Angesichts der Rohstoff- und Exportabhängigkeit der deutschen Wirtschaft und deren sozialer Leistungsfähigkeit laufen solche "Forderungen" auf nichts anderes als eine "Agrarisierung" Deutschlands hinaus. Wir sollen wohl demnächst Autos gegen Ochsengespanne eintauschen...?
Hier muss man immer wieder hineinstechen. Hier enthüllt sich die ganze Inkompetenz brauner Politikpropaganda. Das kann und muss man immer wieder vorführen.
20.07.2008
um 14:20
Hallo, wir möchten die User bitten, wieder auf das Ausgangsthema zurückzukommen. Vielen Dank!
28.07.2008
um 23:40
Hallo,
ich kann mir nicht vorstellen das Demonstrationen besonders viel Wirkung haben. Oder diskutiert ihr mit Rechtsradikalen dort? Klaert sie auf über die NPD und den 2ten Weltkrieg? Ich will solche Aktionen garnicht schlecht machen, aber ich habe doch meine zweifel an ihrer wirkung..
Ich bin in Dachau aufgewachsen, und hatte dort einigen Kontakt mit Rechtsradikalen - eine Demo haette diese weder erreicht noch beeinflusst. Sie sassen den gesammten Tag auf einer Parkbank oder bei jemandem Zuhause auf der Couch haben sich betrunken und dabei laut "ihre Lieder" gehoert und ihre Parolen gebruellt...
Damit moechte ich eigentlich sagen vielleicht sollte man eventuell mehr Energie in Aufklaerung investieren sollte als in irgendwelche Demos... (und nicht nur was den 2ten Weltkrieg betrifft )
02.08.2008
um 12:09
Hallo exia,
du verwechseltst ein wenig Äpfel und Birnen. Natürlich ist das wesentliche Anliegen einer Gegendemo nicht die individuelle Belehrung rechtsextremer Demonstranten. Die Gegendemo ist das Bekenntnissymbol für ein aktives Eintreten für unsere Demokratie.
Ausdrücklich stimme ich dir wieder zu, wenn du mehr Aufklärung einforderst. Der sollte man sich, wie hier schon beschrieben, im Vorfeld einer Gegendemo besonders gründlich und pointiert widmen.
03.08.2008
um 21:57
demos sind insofern nützlich als das mensch die nazis in schranken weisen kann und sie so langer nervt bis gehen. natürlich kann mensch es nicht schaffen durch eine gegendemo nazis zum ausstieg zu bewegen, aber mensch kann ihnen zeigen das sie gehasst werden und nicht toleriert! denn genau das passiert wenn menschen schweigen, sie geben nazis und fascho den raum um aktiv zu werden. und das passiert in diesem land viel zu häufig.
07.08.2008
um 04:41
Hallo TagX,
Ihre Aussage ist so ziemlich das schlimmste was ich hier bisher auf "Netz-gegen-Nazis" lesen konnte. Wie naiv muss man sein um zu glauben NAZIS hören auf NAZIS zu sein wenn man sie nur lange genug mit DEMO nervt? Nein, sie nerven die normalen Bürger und laufen Gefahr genau das Gegenteil zu erreichen denn je öfter sie etwas wiederholen umso stärker verlieren die Worte an Zugkraft!
Wenn Sie auf gegenteilige Ansichten und Meinungen Ihrer Mitbürger mit offenem Hass reagieren so sind Sie nicht besser und müssen sich auch nicht wundern wenn auch Ihnen Hass entgegengebracht wird - genau so haben die schlimmsten Kriege angefangen!
Um etwas gegen Extremismus zu erreichen sollte man diesen Gruppierungen den Nährboden entziehen und die Probleme beseitigen welche dort thematisiert werden - z.B. Arbeitslosigkeit oder Angst vor sozialem Abstieg!
Nicht das Ergebnis bekämpfen sondern den Grund!
...aber DEMOS zu veranstallten ist ja einfacher!