Hallo bin neu hier.
Ich wollte mal fragen ob ihr irgendwelche Erfahrungen oder Vorschläge habt wie man einer Person oder gar sich selbst helfen kann von rassistischen und diskriminierenden Ansichten wieder loszukommen.
Denn es gibt immer Situationen in die man sich verennen kann und immer Zeiten in den das Hirn aussetzt(Alkohol, Drogen, Gruppenzwang).
Nur wie kann man sich helfen, wenn man mit seinem eigenen Mist fertig werden will und wieder in den Spiegel schauen können möchte? Wenn man sein Kopf wieder eingschaltet hat.
Ich möchte noch hinzufügen das es mir erst in einiger Zeit möglich sein wird Postings von euch zu lesen.
Dennoch hoffe ich das ihr ein Paar Vorschläge oder Möglichkeiten für jemanden habt der endlich aufhören möchte und sich von seinen volksverhetzenden und rassistischen Gedanken und Ansichten befreien möchte.
Und ja! Es geht um mich persönlich, so schlimm wie es ist. Aber ich muss das Verarbeiten.
Vielen Dank
Hallo gadgetto,
ich glaube es gibt kein Patentrezept das wichtigste ist aber meiner Meinung nach den Blick für das wesentliche nicht zu verlieren,das heißt nach dem Motto Idis gibt es überall,egal ob Deutsche,Italiener,Türken oder was auch immer zu verfahren.Ich habe viele ausländische Freunde (darf man ja eigentlich nicht mehr so nennen aber ich bin mir sicher das sie absolut kein Problem damit haben)die ich sehr schätze auch gerade wegen ihrer Ansichten.
Es gibt Rassismus in vielen Ländern,jedoch ist am Ende jeder Mensch selbst verantwortlich für seine Taten.Wichtig ist im richtigen Augenblick Farbe zu bekennen,denn die alltäglichen rassistischen Äußerungen kann man nicht direkt bekämpfen das wäre der Kampf gegen Windmühlen.
Es ist sehr schwierig gegen diese alltäglichen Sprüche auf der Arbeit und unter guten Freunden resistent zu bleiben,aber wenn es ans eingemachte geht am Tisch muß man eine deutliche Grenze ziehen.Und somit finde ich kann man auch wieder in den Spiegel schauen!
Ghostrider
@gadgetto1978
Ich finde es sehr gut, dass Du Dich hier an das Forum wendest.
Späte Erkenntnis ist besser als gar keine.
Vor ca. 30 Jahren haben wir uns vom THW einen ausrangierten Hanomag Funkwagen geholt, und als Wohnmobil mit allem ausgerüstet, was man so für eine Fernreise braucht.
Damit haben wir viele Länder bereist, und lernten so Land und Leute näher kennen.
Die Gastfreundschaft dieser Leute war sehr herzlich. Verschiedene Kulturen, meist Menschen dunkler Hautfarbe, auch viele verschiedene Sprachen, aber mit Englisch und Französisch kann man fast die ganze Welt bereisen. Sehr beeindruckende Erlebnisse.
Als Fremde sind wir gekommen, als Freunde fiel es uns schwer zu gehen.
Viele Globetrotter schildern ihre Erlebnisse z.T. mit vielen Fotos im Internet. Da kannst Du Dir selbst ein Bild davon machen.
Ich habe nach einem schweren Verkehrsunfall einem Menschen das Leben gerettet. Ohne mein beherztes Eingreifen so der Notarzt, wäre diese Person noch am Unfallort gestorben.
In dieser Situation wurde ich von einem Gefühl durchflutet, das man nicht beschreiben kann, es ist viel heftiger als Alkohol und alle Drogen dieser Welt. Hat keine Nebenwirkungen, und man bekommt auch keine Entzugserscheinungen.
Gutes tun ist gar nicht mal so schwer.
Also warum Rassismus Hass und Gewalt gegenüber Menschen, die man noch nicht einmal kennt?
Warum einen Diktator verehren, der über 50 Millionen Tote auf dem Gewissen hat. Denn soviele Menschenleben hat der 2. Weltkrieg gefordert. Auch viele deutsche Soldaten, die sinnlos an den vielen Fronten gestorben sind.
Die Geschichte der Menschheit wurde seither mit Blut geschrieben. Kriege und nochmals Kriege. Es lehrt uns, das Gewalt nur Gegengewalt provoziert und produziert.
Ein Teufelskreis.
Gerne würde ich mit Dir weiter darüber diskutieren, denn Aggressionen haben immer eine tiefgründige Ursache, die einem selbst nicht immer bewußt ist.
Gerade junge Menschen kommen mit der zunehmenden Brutalität und Menschenkälte schon im Elternhaus nicht klar. Sie flüchten zum Freundeskreis. Wenn das aber der falsche Freundeskreis ist, wie z.B. Neonazis, entsteht eine neue Spirale der Gewalt. Um das eigene Selbstwertgefühl zu steigern, will man natürlich noch brutaler sein als der Brutalste in der Gruppe. Schließlich braucht man ja Lob und Anerkennung der Kameraden, man will dazu gehören.
Mit Nazi Sprüche will man die Leute schocken. Sind aber die Leute wirklich geschockt. Nein, sie haben Angst. Ein "Schwarzer" wird von mehreren Neonazis umzingelt. Der Mann hat plötzlich eine tierische Angst. Er weiß nicht wie die Sache endet. Angst um sein Leben. Schläge, Tritte, und er bettelt um sein Leben. Ein Tritt war zuviel, der Mann stirbt. Aus Spaß wird plötzlich Ernst. Jetzt ist man selbst ein Mörder. Jetzt die tierische Angst vor der Polizei. Werden mich die Kameraden verpfeifen? Es klingelt an der Tür, das Herz rutscht in die Hose.
Wenn die mich kriegen sitze ich für viele Jahre im Knast. Nacht für Nacht dieses Schlechte Gewissen, dieses miese Gefühl. Habe ich die Welt verändert? Nein!
Mein Leben ist nur noch ein Scherbenhaufen. War es das wert?
Der "Schwarze" war ein Familienvater. Den Kindern habe ich ihren Vater genommen. Der Ernährer der Familie. Ein Mensch, der mir vielleicht in meiner Not geholfen hätte.
Bei den Nazis werde ich als großer Held gefeiert. Bin mittlerweile das große Vorbild der Gruppe. Jetzt habe ich die Anerkennung die mir seither immer gefehlt hatte, kann mich aber nicht darüber freuen, denn ich habe alles verloren, was mir im Leben wichtig war. Empfinde nur noch Hass für mich selbst.
Gewalt hat noch nie Probleme gelöst, sondern nur vertieft.
Menschen können helfen, können Leben retten, und können Freunde werden. Unabhängig von ihren Kuluren und Hautfarben und das überall auf der ganzen Welt!
Deshalb bin ich gegen Rassismus, Hass und Gewalt.
Ghostrider
Ein Hakenkreuz im Kopf erschwert das Denkvermögen!
Moin ,
Also ich denke es ist schonmal der richtige Weg wenn man das Offensive angeht.Ich selber hatte früher mal so rechte Musik aber als ich mich dann mehr mit den Thema beschäftigt habe , habe ich gemerkt wie dumm das ist und das diese Leute die diese Rechte Meinung haben auch voll dumm sind.Ich habe mir das damals auch unter Gruppenzwang angehört weil ich dazu gehören wollte aber ich denke jeder sollte seine eigene Meinung haben. Und diese Rechte Meinung ist einfach nur scheiße
!!!!
"wie man einer Person oder gar sich selbst helfen kann von rassistischen und diskriminierenden Ansichten wieder loszukommen."
Das geht leider nicht. Auf deutsch gesagt: einmal Nazi, immer Nazi... ok, ich muss hinzufügen, dass es vereinzelt dann doch Ausnahmen gibt und für die würde es ganz einfach heißen aus dem Bundesland (ja, nicht nur die Stadt) wegzuziehen, wo ihre früheren Feunde waren. Der Ausstieg aber muss von ihnen selbst kommen, da kann ihnen NIEMAND helfen.
@gadgetto1978
Lassen Sie sich nicht von Aussagen verunsichern die Ihnen Suggerieren es gäbe keine Hilfe. Sie haben nach meiner Persönlichen Meinung nach schon den ersten Schritt getan.
Sie haben erkannt das es ein Problem zu lösen gibt und verleugnen dies auch nicht. Weiter Anregungen wurden weiter ob schon geschrieben. Sie könnten auch mal bei http://www.exit-deutschland.de vorbei schauen, um weiter Hilfestellungen zu erhalten.
Die meisten Zweifel kommen dann, wenn Anspruch und Wirklichkeit nicht passen. Das passiert meistens, wenn man in sich drin spürt, dass etwas anders sein müsste als es ist. Da kann man dann dem nachgehen.
Die Nazi-Propaganda versucht ja stets, "sauklug" das System zu hinterfragen. Besteht diese Propaganda auch der eigenen Rhetorik? Sozusagen "Wortergreifungsstrategie" gegen sich selbst anwenden und schauen ob das danach noch Bestand hat. Meistens nicht, da man merkt, dass da wenig Substanz ist.
Bzw. sich auch einfach mal in die Lage des anderen versetzen und reflektieren, wie das eigene Handeln ankommen mag.
Viele Aussteiger berichten ja, dass sie ins Grübeln kamen als sie sich mal mit "ihren" Opfern unterhalten haben. Das war dann das wichtige Erwachen.
Vorurteile und Rassismus entstehen meistens aus Nichtwissen und der daraus resultierenden Angst. Dem kann man entgegenwirken, in dem man sich dem stellt. Sprich, dorthin gehen und seine Vorurteile überprüfen. Anders gesagt: Tapetenwechsel und neue Leute kennen lernen. Wobei das auch alles einfacher geschrieben als getan ist, besonders wenn man drin steckt.
Ich glaube, wenn man in einem Umfeld hängt was einem da gefangen hält, dann muss man da raus um neue Horizonte überhaupt sehen und fühlen zu können.
"Exit" ist natürlich auch ein Anlaufpunkt, der Hilfe bieten kann im speziellen Fall.
Mit freundlichen Grüßen
Olli
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Ein Idiot in Uniform ist immer noch ein Idiot! - Das Känguru
Hallo gadgetto 1978,
ich begrüße es sehr, daß du dich selbst outest und dir selbst die Frage stellst, ist es richtig, was ich mache. 1. Ja es ist richtig, sich der Dinge zu stellen. 2. Sich zu outen ist sehr mutig. Gratulation. Vor allem, wenn man dinge unter Alkohol getätigt hat, wo die Hemmschwelle am niedigstens war. dennoch gibst du ein zeichen, daß du dich stellst und raus willst. Wenn du stark genug bist, kannst du es selbst schaffen. Auch ich, habe den Prozeß hinter mir. Man hat es mir ziemlich leicht gemacht. Man hat mich, aufgrund der Tatsache heraus gemobbt, daß ich stets ein kritischer Mensch war. Auch ich habe dem Alkohol gefrönt. War nie Gewalttätig, außer verbal. Bin aber vorbetsraft. Ich habe mich zuletzt zum Nachdenken gezwungen. Mir wurde bewusst, daß die Kameraden keine Kameraden waren. Man gehört so lange dazu, wie du deren Befehle befolgst. Aber keiner hat das Recht, einem anderen Befehle zu erteilen, zumal wenn die taten in Einklang stehen mit dem StGB. Ein gewisser Herr Worch hat mich einmal einen Defitisten genannt, weil ich nicht das tat, was man von mir verlangte. Mein Gehirn funktionierte. Ich zog mich allmählich zurück. heute bin ich von dieser Szene befreit und ich kann anderen helfen, das gleiche zu tun. Nur ist es in allen Fällen anders. Aber Hauptsache, eine ehrlich Hilfe ist da. Wenn Du fragen hast, ich kann versuchen, sie zu beantworten. Vielleicht helfen die Antworten. Vor allem aber, bleib stark und dir selbst treu. Ach ja, ich bin nunmeher seit 12 Jahren trocken. Alles eine Kopfsache.
Hallo Leute,
ich wollte mich erstmal für eure Antworten bedanken. Vor allem dafür das es Menschen gibt die einen nicht gleich zur Schnecke machen, wenn man Fehler hat. Danke.
Mir ist in letzter Zeit so vieles klar geworden kann ich euch sagen (Was für andere Selbverständlich ist). Ich bin soweit auch vom Alkohol runter und kann wieder normal denken im Gegensatz zu früher.
Ich habe begriffen 'Rechts' keine Meinung ist sondern ein "Verbrechen" und habe angefangen mein Leben wieder zu ordnen. Ich habe mir jetzt endlich auch mal die Mühe gemacht mal auch die andere Seite der Medaille zu betrachten und habe mich auch mal bei der SPD und den Grünen auf deren Seiten belesen, was ich sonst nie getan hätte. (Nur als Beispiel)
Ich habe seit meinem letzten 'Systemausfall' nie mehr etwas geäussert was jemand anderen Menschenwürde untergraben würde und denke auch nicht mehr an solche Dinge. Obwohl ich mich mit mir selbst natürlich noch lange beschäftigen werde, da ich mir selbst noch viele Fragen und Antworten schuldig bin, wie es mit mir so weit gehen konnte. Ich habe schon einige Sachen verstanden aber einige noch nicht. Mir ist z.B. auch aufgefallen das man eigentlich seit jüngster Kindheit (Schule, Fußballverein) und überall im öffentlichen Raum (Feuerwehr, Lehrer, Polizei usw. usf.) damit in Kontakt kommt und dies irgendwann einfach eingetrichtert hat.
Jedenfalls geht es mit heute schon viel besser und ich hatte eure Kommentare auch zwischendurch schonmal gelesen also Sorry für die späte Antwort aber ich brauchte Zeit zum verarbeiten.
Wie geht ihr mit den allgemeinen (zwar nicht so krass formulierten) rassistischen Anfeindungen um z.B. auf Arbeit oder auf der Straße?
Ich habe auch noch so viele weitere Fragen, dass ich gar nicht fertig werden würde.
Hallo gadgetto 1978,
ich muß sagen, es freut mich sehr, daß wir ein wenig dazu beitragen konnten, dich auf den rechten Weg zu bringen. das meiste aber hast du selbst getan. Erst einmal vom alk weg, um dann zu erkennen, was falsch ist oder war.
ich bin selbst trockener Alk, nunmehr seit 12 Jahren.Ich fühle mich pudelwohl. Abers seinen wir uns bewusst, wir sind und bleiben Alkis. dennoch hast du erkannt, daß du dieses rechte Zeug nicht brauchst, um dich besser zu fühlen. Ja, du hast recht damit, Nationalismus istkeine meinung, sondern ein Verbrechen. ich bin über 25 jahre in der szene umher geirrt, ohne je aber einen Freund gehabt zu haben. Du bist und bleibst dort nur isoliert. Hast falsche kameraden um dich, die wenn es mal eng wird, weg sind. Ich habe lang gebraucht, um das zu kapieren. Aber ich habe es kapiert. jetzt arbeite ich bei "buntstattbraun" mit. Heute habe ich eine Unterschrift gegen die Nazis geleistet, die am01.05. bei uns eine Kundgebung abhalten wollen. In der Stadt, wo 1993 der schreckliche Brandanschlag war, wobei 5 türkische Frauen und mädels qualvoll den Tod fanden.
Dir kann ich nur empfeheln, mache weiter so, erkundige ich bei anderen, wie die argumentieren, erkundige dich, wie du auf sie wirkst, wie du ankommst? Du bist auf dem besten weg, von deinem Problem los zu kommen. Bleibe dir aber selbst treu. Endlich abstand von Tyoen, die es nicht wert sind "Kameraden" oder Freunde genannt zu werden. Solltest du noch Hintergrundfragen haben, so stelle sie ruhig.
Ich freue mich auf deine Fragen.
Liebe Grüße
Hallo gadgetto1978
Logisches Denken hilft dabei ungemein. Mir hat es jedenfalls geholfen.
Ich habe mir einfach die Frage gestellt was an anderen Menschen wie Juden, Afrikaner oder Homosexuelle denn so anders sein soll wie bei uns und mir auch seriöse Quellen gesucht:
Wie und warum haben Menschen andere Hautfarben, weshalb werden die Juden als andersartige verfolgt, warum gibt es Homosexualität? Auch ein Ausländer muss kein Sozialschmarotzer oder Drogendealer sein weil er einen BMW fährt. Auf diesem Weg findet man auch heraus das mancher sich von Ausländern eine gehörige Scheibe abschneiden könnte wenn es darum geht mit Geld richtig umzugehen.
Man muss immer ein wenig versuchen hinter die Kulissen zu blicken um die Dinge zu verstehen.
Gut, man fällt auch schnell auf Seiten herein die einen seriösen wissenschaftlichen Eindruck machen und nur versteckte Menschenhetze beinhalten aber man lernt auch schnell zwischen den Zeilen zu lesen und Rassenhetze von seriösen Wissenschaften zu unterscheiden wenn man nicht ganz Blind ist.
Letztendlich muss wohl vielleicht aber auch jeder seinen eigenen Weg finden um zu verstehen das es keine Rassen gibt und Homosexualität keine verachtenswerte Krankheit ist.