Wenn Kinder in der Familie mit rechtsextremen Gedanken konfrontiert werden, muss man dann davon ausgehen, dass sie selbst Rechtsextrem werde?
Meine Tochter hat eine Freundin, deren Vater sehr Rechtslastig veranlagt ist und ihr Bruder sitzt wegen Ausländerklatschens im Gefängniss.
Die Freundin meiner Tochter, kann sich nur heimlich mit ihren ausländischen Freunden treffen, inzwischen hat sich diese Freundschaft eher als problematisch erwiesen und driftet auseinander, man sieht sich nur noch selten.
Kann man davon ausgehen, dass ein Kind unter dieser enormen Last, früher oder später doch den Weg des Vaters wählt, allein schon weil es so leichter ist?
Hat hier jemand Erfahrung mit solchen Fällen und wie ist es ausgegangen?
Hier noch eine Schweizer Studie dazu.
03.10.2008
um 11:39
Sicher ist Rechtsextremismus in der Familie sehr prägend, sollten beide Elternteile dem uneingschränkt positiv gegenüber stehen.
Ich kenne aber persönlich eine junge Frau, deren Vater Chef der örtlichen NPD ist und im Stadtrat sitzt, wenn er mal nicht im Gefängnis wegen Volksverhetzung ist.
Und sie ist das genaue Gegenteil von ihm.
Allerdings habe ich nicht den Eindruck, dass der Vater versucht, sie und ihre Freunde auf seine Seite zu ziehen oder das jemals versucht hat.
In diesem Falle hat der Vater, aus meiner Sicht, keinen Einfluss auf seine Tochter und unterbindet oder verurteilt auch keine Treffen oder Partys.
03.10.2008
um 11:59
Erfahrungen - aber ja!
Kannst du dich noch an das Thema mit den rechtsextremen Nachbarn erinnern?
Mein Mann war mal mit dem etwa gleichaltrigen Sohn dieser Nachbarn befreundet und der "hasst" auch Juden, Linke und wen noch so alles.
Seine Eltern sind furchtbar stolz darauf, dass ihr Sohn Hauptschullehrer werden will, um "die verlorenen Kinder aufzufangen" (sprich: sie zu indoktrinieren).
Er bewegt sich kaum, (...) und wird immer dicker - aber wenn in Frankfurt mal wieder ein Nazi-Aufmarsch stattfindet, ist er da.
Offensichtlich ist er verwirrt, man müsste langsam mal die Psychiatrie einschalten (das hätte man meiner Meinung nach viel früher machen sollen), aber so lange er rechts ist, sind seine Eltern zufrieden.
Der Mann hat täglich starke Kopfschmerzen, verbringt seine Freizeit damit, "Gottes Werk zu verrichten" und angeblich Informationen von jüdischen Weltverschwörern auszuwerten, die Demokratie zu stürzen (Zitat:"Es könnte jeden Moment soweit sein!") und anderen zu erzählen, dass es Engel gibt, die "auf der Seite der Richtigen kämpfen".
Demnächst fällt er im Namen der Blumenelfen einen Spaziergänger an oder springt aus dem Fenster, weil er denkt, er sei ein Engel...
Ich finde, man hat gegen solches Gedankengut viel zu viel Toleranz.
Vor allem, weil der Mann offensichtlich (...) ist und seine Eltern das stolz als politische Meinung betrachten.
Seine Eltern haben ihn innerlich scherverletzt und betrachten das als "Erziehung".
Um deine Frage zu beantworten: Ja, ich bin mir ziemlich sicher, dass das extreme Gedankengut der Eltern die Kinder regelrecht zerstört - der Fall, den ich geschildert habe, ist schließlich bittere Realität.
Da kommt wieder eine andere frage auf:
Sind extremistische Eltern überhaupt dazu in der Lage, ein Kind zu erziehen?
Richtet man nicht weniger Schaden an, wenn man die Kinder einfach wegnimmt?
Liebe(r) Freya, wir mussten leider einige Passagen in Ihrem Text editieren und bitten Sie, herabwürdigende Formulierungen in Ihren Kommentaren zu vermeiden.
Moderator_MH
03.10.2008
um 13:32
Wahrscheinlich werden Kinder aus rechtsextremen Familien ( wobei ich nicht genau weiß, was das heißen soll ) genauso beeinflusst wie Kinder aus linksextremen Familien.
( Bei diesen Familien trifft auch zu was ich oben gesagt habe )
03.10.2008
um 13:48
@KunertD,
Wenn wir über Linksextreme reden wollten, müssten wir das woanders tun!
Was verstehen sie denn nicht?
Vielleicht kann ich ihnen da helfen, es zu verstehen!
Ein rechtsradikaler Vater, nötigt seine Kinder keinen Kontakt zu Ausländern zu halten, kann man davon ausgehen, dass die Kinder (wie beim Bruder der Freundin meiner Tochter geschehen) resignieren und lieber Freunde in der rechtsradikalen Szene suchen, womit sie selbst zu Rechtsradikalen werden und zu einer Bedrohung der Gesellschaft?
03.10.2008
um 14:16
Bogo, Sie pauschalisieren. Mein Beispiel zeigt deutlich, dass es nicht immer so sein muss. Ich kenne die Frau persönlich und meine Freundin war mehrmals bei ihr Zuhause und die beiden sind seit Jahren befreundet. Der Vater mischt sich, soweit ich weiß, nicht in die Beziehungen seiner Tochter ein oder indoktriniert sein Gedankengut.
Was die Eltern öffentlich tun und wie sie sich im Privatleben verhalten, können zwei unterschiedliche Paar Schuhe sein.
04.10.2008
um 08:57
DTS-99,
Ich stelle eine Frage und wie sie es schreiben, es "können" 2 Paar Schuhe sein, "müssen" aber nicht.
Ich würde schon gern auch andere Meinungen und Erfahrungen hören.
Ist ja nicht so, dass jetzt ihr Kommentar Allgemeingültigkeit hat, das sieht man ja an Freyas Kommentar.
04.10.2008
um 12:10
Und "Frage" schreibt man natürlich groß...
Ich weiß gar nicht, was da oben mit mir los war.
Da fällt mir ein:
Es kommt ja nicht nur darauf an, wie die Eltern ihr Kind erziehen, sondern in welchem Umfeld es lebt.
Ein Kind, das mit "Ausländern" zur Schule geht, hat die Möglichkeit, Vorurteile abzubauen.
07.10.2008
um 00:17
Ich hatte den Link zu diesem Text schon an anderer Stelle gepostet:
http://www.erinnern.at/e_bibliothek/seminarbi...
In einem Teil wird auch kurz auf die Rolle des jeweiligen Elternhauses bzw. des persönlichen Umfeldes auf rechtsextreme Radikalisierungstendenzen eingegangen:
"Der Rassismus der Jugendlichen steht mehrheitlich
auch nicht in Gegnerschaft zum Elternhaus. So belegen zahlreiche Studien, dass "die
Übereinstimmung zwischen der eigenen Ausländerfeindlichkeit (...) und der Grundeinstellung der
Familie gegenüber Asylbewerbern viel weiter verbreitet ist als derjenige Fall, wo vom Jugendlichen
prinzipielle Unterschiede zwischen der Position der Eltern und der eigenen Einstellung gesehen
werden."
Grundsätzlich kann man natürlich nicht verallgemeinern, aber bei entsprechenden Jugendlichen konnte ich zumindest in zwei Konstellationen eine Tendenz in Richtung Ausländerhass beobachten:
1. Die Eltern waren generell für den Multikulturalismus, aber Das Verhältnis zu den eigenen Kindern war von wenig vertrauen geprägt
Hier spielen dann natürlich mehrere weitere Faktoren eine Rolle, z.B.
- Gab es zu einschlägigen Themen Meinungsverschiedenheiten
- sonstiges Umfeld des Kindes rechtsgeprägt
2. Das Verhältnis zu den Kindern war von Vertrauen geprägt und die Eltern hatten Vorbehalte ggü. Zuwanderung.
In letzterem Fall klingt es wohl recht logisch, dass Jugendliche bis zur Abkopplungsphase die Haltung der Eltern unhinterfragt übernehmen. Das gilt für die Gesellschaft betreffende Einstellungen gleichermaßen, wie für andere Bereiche des Lebens (z.B. die Einstellung zu Geld, Schule & Beruf).
Allerdings muss ich da auch Freya recht geben - die Eltern sind nicht die einzigen, die (auch unbewusst) an der Erziehung mitwirken, sondern das gesamte kommunikative Umfeld (Schule, Freunde, TV, Internet, usw.).
Frühe interkulturelle Begegnungen immunisieren in starkem Maße gegen Fremdenhass, aber sind nicht für jeden Fall ein Patentrezept.
--
Baby Sinclair provozierte seinen Vater Earl indem es ihn "nicht die Mama" nennt und somit die Beschreibung Papa umgeht.
07.10.2008
um 00:17
Ich denke, wichtig ist wie sich die Eltern mit Kindern benehmen, wie autoritär sie sind. Da alle Kinder schulpflichtig sind, machen sie eigene Erfahrung, wenn sie zum Beispiel in der Schule die gewalttätigen Jugendlichen mit Migrationhintergrund kennenlernen, ist wohl möglich dass sie mir rechtsradikalen Gedanken von Eltern übernehmen, wenn aber diese Kinder positive Erfahrungen mit den Kindern mit Migrationhintergrund machen, es eher wahrscheinlich, dass diese Kinder nicht rechtsradikal werden. Im Prinzip, in Gymnasien oder guten Realschulen gibt es weder Kinder mit rechtsradikalem Gedankengut noch gewalttätige Kinder mit Migrationhintergrund, da bei allen Gymnasiasten die Erwartungen von Zukunft übereinstimmen, alle wollen die Kriminalkarriere vermeiden, was in schlechten Schulen gar nicht der Fall ist. Dazu kommt auch Wohnumfeld etc. Im Prinzip rechtsradikale Entwicklung ist eher in ländlicher Gegend wo es keine Migranten gibt möglich. In jeder deutschen Großstadt leben bis 100 Nationalitäten, und sie leben nicht unbedingt in Ghetto. Wenn Sie zum Beispiel in Frankfurter gehobenen Wohnviertel Westend die Namen an den Treppenhäusern betrachten, finden Sie die Namen aus ganzer Welt. Demnach verläuft da die Sozialisation anders als auf dem Lande, und die Kinder lernen differential zu denken, die sehen Unterschied zwischen netten Mitschülern mit Migrationhintergrund und gewalttätigen Kindern lernen damit dass die ethnische Herkunft gar nicht aussagekräftig ist.
11.10.2008
um 22:30
Da meine Eltern zwar leicht konservativ, im Übrigen aber 100% gegen Nazis sind, ich aber Faschist bin glaube ich nicht, dass Kinder die Meinung ihrer Eltern in jedem Fall übernehmen.
Umgekehrt wird eher ein Schuh draus.
So denke ich dass bei vielen Neonazis die Rebellion gegen die Werte ihrer Eltern eine wichtige Rolle spielt.
Etwas anderes ist es aber, wenn Jugendliche MASSIV von ihren Eltern beeinflusst werden und dem Kind von vorneherein die Möglichkeit genommen wird sich eine eigene Meinung zu bilden.
Dann hat das Kind kaum eine andere Mögl.als dem Weg seiner Eltern zu folgen. Aber auch da gibt es nicht zu wenige Ausnahmen.
Im übrigen möchte der These von Herzdoktor widersprechen, dass es an Gymnasien kein Nazis/Faschisten gibt.
Ich bin in der 13. Klasse eines Gymnasiums und betrachte mich wie schon gesagt als Faschist.
Und auch unter meinen Klassenkameraden findet rechtsradikales Gedankengut Verwendung, wenn auch nur in ironisierender Weise.
11.10.2008
um 23:05
@Manstein
Das sich jemand gleich als Faschist outet, erleichtert die Diskussion ungemein.
Ausnahmen, bestätigen die Regel und sie haben es ja an ihrem Fall ganz gut verdeutlicht.
Ihr Argument zu den Gymnasien ist auch nicht ganz falsch, nur äussert sich der Rassismus dort Anders.
Ich nenne es Mal einen gepflegten Rassismus, denn so stellt er sich mir dar, wenn ich Hände ringend versuche meine Migrantenkinder durch die 12/13 Jahre bis zum Abitur zu kriegen.
Im Studium, dürfte es nach Erzählungen einer mir bekannten Medizinstudentin, noch schlimmer werden.
13.10.2008
um 14:23
Mannstein, eine Frage, bist du bereit deinem Führer GEDANKENLOS zu folgen??? Wenn JA, dann bist du ein Faschist, sonst nicht. Hast du Freunde oder einfach bekannten mit Migrationhintergrund, mit wem du auch zusammenfeierst oder Bierchen trinkst? Wenn Ja, bist du kein Faschist.
Bogo, es kommt darauf an, an der Uni darf man nicht eigene Andersartigkeit betonen, sonst ist aber OK. Desweiteren, an der Uni gibt es viele Möglichkeiten die Vorurteile zu beseitigen, wenn es zu direkten Gesprächen kommt.
Übrigens, gerade an dieser Seite war kürzlich Bericht über FPÖ, und da konnte man lesen, dass auch unter FPÖ Mitglieder es viele Österreicher mit Migrationhintergrund gibt.
13.10.2008
um 15:02
Hallo Herzdoktor,
So kann ich das mit der Uni nicht stehen lassen, die junge Frau, von der ich rede ist eine moderne Frau deren einzige Andersartigkeit in ihren schwarzen Locken besteht.
Wenn wir etwas unternehmen, gehen wir auch gern ein Bierchen trinken, sie ist in keinster Weise anders und wird trotz allem vor Herausforderungen gestellt, die ihr definitiv aufgrund ihrer Herkunft auferlegt werden.
Die deutschen Studenten sei es an der Uni oder in der Uniklinik, werden nicht so streng beurteilt, wie die Ausländischen und wenn sie bessere Arbeit leisten, wird es eher ungern gewürdigt.
Deshalb ist es auch verständlich das viele Ausländer einen unbändigen Ergeiz an den Tag legen oder legen müssen.
Die Sache mit der FPÖ beantworte ich in entsprechendem Thread, später.
13.10.2008
um 17:47
Hallo Bogo, das ist schon was anderes, das heißt dass sie eher von Professoren und nicht von anderen Studenten diskriminiert wird, das ist RASSISMUS, es wäre gut wenn sie das nachweisen konnte, oder wenn sie eben nachweisen kann, dass sie anders beurteilt wird, als eine Deutsche mit gleicher Leistung, sie muss das tun, oder auch den Professor am besten unter 4 Augen ansprechen, wieso sie schlechter benotet wird.
13.10.2008
um 18:05
@herzdoktor
Der Führer ist seit nun mehr 63 Jahren tot, daher verstehe ich die Frage nicht ganz.
Selbstverständlich bin bereit dem Führer eines faschistischen deutschen Staates bedingungslos zu folgen.
Und was ausländische Freunde angeht, so ist mein bester Freund Grieche, und 2 meiner guten Freunde sind Halbjapaner bzw. Halbinder.
Faschist ist nicht zwingend Rassist ( ich z.B. bin kein Rassist)
Der Rassismus ist eine spezifische Eigenart des dt. Faschismus bis 45; in vielen anderen Ländern waren die faschistischen Bewegungen weit weniger rassistisch.
13.10.2008
um 20:45
Mannstein, also du bist kein Rassist,. schon gut. Desweiteren, du weißt wahrscheinlich, dass in einem Faschistischen Staat dürfen die Bürger keinen eigenen Urteil über die Regierung geben, und einziges Recht nur den Anordnungen von Obrigkeiten folgen. Demzufolge ist ein Bürger in einem Faschistischen Staat kein mündliches Wesen, sondern eine Maschine die von den Obrigkeiten gelenkt wird. Bist du bereit alle deine Rechten und individuelle Freiheiten als auch dein Recht über Regierung Urteil zu bilden, abzugeben?
13.10.2008
um 21:06
@herzdoktor
Was du beschreibst trifft nicht nur auf den faschistischen, sondern auf jeden totalitären Staat zu.
Und da ich persönlich die Ideologie eine faschistischen Staatssystem befürworte, hätte ich natürlich auch keine Probleme damit in einem solchen Staat Befehle von oben anzunehmen und durchzuführen.
Fakt ist doch, dass in Sachfragen gleich welcher Art immer nur eine Minderheit Bescheid weiß, bzw. mehr darüber weiß als der Rest.
So auch in der Politik. Seit wann weiß die Mehrheit was richtig ist?
Die Demokratie ist ein System, das ich als Faschist natürlich ablehne, auch wenn es durchaus seine guten Seiten hat.
Es ist aber auch ein System, dass
1. dem dt. Volk von den Angelsachsen oktroyiert worden ist.
Die Demokratie ist eine angelsächsiche Erfindung und passt auf die DORT herrschenden Verhältnisse, aber nicht auf die Deutschlands
2. Benötigt eine Demokratie ein aufgeklärtes gebildetes Volk, ansonsten tritt der oben genannte Kritikpunkt noch stärker auf.
Da das geistige Niveua des Westens irgenwann Mitte des 19. Jh. seinen Höhepunkt erreicht hat und seitdem stetig im Sinken begriffen ist ist die Demokratie kein zukunftsträchtiges Modell für den Westen.(vgl. amerikanisches, englisches und dt. Volk um 1850 und wie sie sich jetzt präsentieren; der geistig-moralische Verfall ist unübersehbar und im Übrigen auch unaufhaltsam)
13.10.2008
um 21:11
Liebe Diskussionsteilnehmer, bitte kommen Sie auf das Thema der Ausgangsfrage zurück. Themenfremde Beiträge müssen im weiteren Verlauf leider gelöscht werden. Vielen Dank. // Moderator_VR
19.10.2008
um 17:39
Ich kann hier nur ein beispiel aus meiner eignen Familie geben. Mein Vater ist sehr,sehr rechts. Ich und meine Schwester sehr links und unser kleiner Bruder dentiert auch gerade in die NeoNazi ecke...
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Die Menschen, die nicht fähig sind aus der Vergangenheit zu lernen, sind verdammt diese zu wiederholen!