Was tun gegen Rassisten und Neonazis auf Youtube?

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Ich verlinke hier die öffentlich zugängliche Diskussion unter dem Video der Weihnachtsansprache unseres BuPräsi.

Die Beschimpfungen sind vom aller Übelsten.
http://www.youtube.com/watch?v=xNpwDyiunGk&feature=em-comment_reply_rece...

Frage:
WO kann ich das online anzeigen?
Natürlich kann ich meinen zuständigen Staatsschutzbeamten anrufen und ihn darauf hinweisen. Nur ist gerade youtube voll von derartigen widerlichen Kommentaren und diese mehren sich in letzter Zeit.
Gibt es eine online Anzeige Stelle beim BKA?
und
Wie kann youtube dazu gezwungen werden die IP oder zumindest die E-Mail Adressen diese, strafrechtlich relevante Bedrohungen und Beschimpfungen, absondernden Kommentatoren heraus zu geben?

Kommentare

Da hätte auch Google geholfen...

Das BKA nimmt (als Bundesbehörde) keine Strafanzeigen online entgegen. Du kannst jedoch in Deinem jeweiligen Bundesland online Strafanzeige erstatten

http://www.online-strafanzeige.de/index.php?kat=niedersachsen-online-str...

auf der Seite

https://www.onlinewache.polizei.niedersachsen.de/

gibt es sogar extra den Tatbestand ""strafrechtlich relevante Inhalte im Internet".

Im Zweifelsfall gibt es auch ein Formular "Hinweis geben". Das halte ich hier persönlich für besser angebracht. Ich hab mir den verlinkten Müll angesehen - dämlich, geschmacklos und bösartig, aber ich denke, die Grenze zur Volksverhetzung dürfte da eher nicht überschritten worden sein... Der § 130 StGB wird im Sinne des Grundrechts auf Freie Meinungsäußerung gem. Art. 5 I u. II restriktiv ausgelegt, d.h. es darf sich nicht um eine "simple" Beleidigung handeln, sondern - grob ausgedrückt - das gesamte Existenzrecht einer Bevölkerungsminderheit muss in einer Art und Weise bestritten werden, die den öffentlichen Frieden gefährdet.
Bei Bedrohungen und Beschimpfungen gegenüber Einzelpersonen dürfte eine Strafverfolgung schwierige werden, da hier die Strafverfolgungsbehörden üblicherweise auf den Weg der Privatklage verweisen und youtube seine Server im amerikanischen Rechtsbereich betreibt - kurz gesagt: praktisch eher aussichtslos...

Wie sagte mein Professor schon vor Jahren: "Das Internet mag kein rechtsfreier Raum sein, dass Recht durchzusetzen ist jedoch fast unmöglich..." Leider steckt viel Wahrheit in seinen Worten.

Derartige Beschimpfungen sollten allerdings nicht sein, sind aber schon längst bei youtube wohl nichts Besonderes mehr.
Allerdings sind auch einige Passagen des Textes eine Frechheit von Seiten des BP, da hat Er einfach mal die Realität verdreht und gelogen.

Hallo BadCat,

deine Sicht ist die konventionelle und sicher nahe dran an der Realität.

Aber es ist schon ein gleichermaßen erbärmliches wie beredes Zeugnis über den Zustand des Justizwesens, dass gerade auf youtube konsequent wegen drohender Abmahnungen gegen Urheberrechtsverletzungen vorgegangen, aber auf Verletzungen von fundamentalen Persönlichkeitsrechten und Polithetze mit nonchalantem Achselzucken reagiert wird...

Hier fehlt einfach der politische Wille, den Veröffentlicher von Beleidigungen, Verleumdungen oder auch Volksverhetzung so zu stellen, wie die Täter selber. Und zwar international. Was glaubst du wohl, wie schnell sich das hier beschriebene Problem in Luft auflösen würde... :-/
Aber mitunter ist eben auch das Recht nur eine geldgeile Nute, die sich nur dem Meistbietenden andient...

Hallo Atze,

ich glaube, mit Deiner Einschätzung schießt Du über das Ziel hinaus.
Sicherlich ist es richtig, dass in den Bereichen, bei denen es um Geld geht, die Gesetze schneller angepasst werden. Das Urheberrecht ist als Teil des internationalen Privatrechts und damit supranational ausgerichtet. Aber das wäre anders auch kaum möglich. In Zeiten des globalisierten Handels muss jeder Geschäftsteilnehmer sicher sein, welche Gesetze gelten und das er sein Recht notfalls auch durchsetzen kann. Ansonsten würde jeder internationale Handel zum Erliegen kommen. Wer würde noch Millionen oder (z.B. in der Automobilindustrie) Milliarden in Forschung und Entwicklung investieren, wenn anschließend jede andere Firma das Produkt einfach kopieren und (dank Ersparnis bei der Entwicklung) billiger auf den Markt bringen könnte?

Im Bereich des Strafrechts (Beleidigung/Verleumdung) und Persönlichkeitsrechte sieht das effektiv nun einmal anders aus. Und das hat weniger mit mangelndem politischen Willen, als vielmehr mit der Geschichte zu tun. Rechte und Gesetze entwickeln sich in einer Gesellschaft mit der Zeit und je nach dem gesellschaftlichen und politischen Umfeld auch unterschiedlich. Hätte es in Deutschland nicht die Zeit des Nationalsozialismus gegeben, wäre ein Strafrechtsparagraph Volksverhetzung wohl nie eingeführt worden. Er ist reine Konsequenz aus dem nationalsozialistischen Unrecht. Den anderen Staaten blieb diese bittere historische Erfahrung erspart - muss man sich wundern, dass sie kein Interesse an einem solchen Paragraphen haben?

Ich habe einen Teil meiner juristischen Ausbildung in England und den USA genossen. Wer sich in der Geschichte auskennt, der weiß, dass schon im 19. Jahrhundert England und die Vereinigten Staaten das Sammelbecken all jener gewesen ist, die aufgrund ihrer Ansichten und (zumeist politischen) Meinungen in aller Welt verfolgt waren. In vielen amerikanischen Städten gibt es bis heute "48er Strassen". Dort lebten all jene, die nach der gescheiterten Revolution von 1848 aus Deutschland emigrieren mussten - mit ihnen haben sich in Amerika ganze Stadtviertel gegründet, so viele waren es. Neben den Wirtschaftsemigranten waren die "politischen" die zweitgrößte Gruppe von Einwanderern, noch vor den Religiösen. Sie haben in Amerika weiter Politik betrieben und das Land stark geprägt und mit ihnen auch das Recht der freien Meinungsäußerung in allen Extremen. "Nicht an dem, was richtig ist, entscheidet sich die Freiheit der freien Rede, da fast jeder dies sagt. Im Umgang mit jenen, die das Falsche sagen, entscheidet sich, wieviel Freiheit eine Gesellschaft tatsächlich besitzt." Dieser Satz wird in jeder amerikanischen Staatsrechtsvorlesung vermittelt und Zweifel werden selten akzeptiert.

Ich habe mich als Deutscher oft rechtfertigen müssen - gerade auch was unser Demokratieverständnis angeht. In Sachen Demokratie sind wir weniger anerkannt, als unser Selbstbild es suggeriert! Für viele alteingesessene Demokratien ist es eine Selbstverständlichkeit, dass demokratische Grundsätze nicht verhandelbar sind. Die Säulen der Demokratie stehen gleichbedeutend und fest, sie anzugreifen wird als Angriff auf die Demokratie an sich betrachtet. Für viele Ausländer sind Parteienverbote und Einschränkungen der freien Rede konsequente Fortsetzung der Ermächtigungsgesetze aus dem Jahr '33 und mit einer wahren Demokratie unvereinbar. Von einem schwedischen Kollegen wurde unsere Demokratie deshalb auf eine Stufe mit der in China gestellt - beide lassen bestimmte Parteien nicht zu und zensieren die öffentliche Meinung, aus Angst, sich mit ihr auseinandersetzen zu müssen.

Von daher war es für (deutsche) Juristen keine Überraschung, als der Vorstoss der Bundesregierung, einen europäischen Strafrechtstatbestand der Volksverhetzung zu schaffen, in lautem Protest nahezu aller anderen europäischen Staaten untergegangen ist. Es war hier nicht Geld, sondern ein jeweils nationales Demokratieverständnis, das eine Einigung unmöglich machte.

Und ich bin längst der Ansicht, dass die Kritiker am deutschen Rechtssystem nicht unrecht haben. Nehmen wir z.B. den Straftatbestand der Volksverhetzung. Eigentlich müsste man davon ausgehen, das die Existenz eines Verbots eine Lenkungswirkung entfaltet, d.h. in den Ländern, in denen es kein Verbot gibt, müsste es viele hetzerische Äußerungen geben, in Deutschland hingegen nahezu keine. Doch das ist nicht der Fall. Der § 130 StGB ist daher alles andere, als eine Erfolgsgeschichte. Und ich komme oftmals in Erklärungsnot, wenn ich als Jurist rechtfertigen soll, weshalb jemand, der aus rassistischen Gründen einen Menschen tötet, schon nach wennigen Jahren aus dem Gefängnis kommt, während ein Horst Mahler nur aufgrund von Meinungsäußerungen (so übel diese auch sein mögen) zwölf Jahre Haft absitzt. Das sieht so mancher Nichtjurist als eine verkehrte Welt...
Das bedeutet aber selbstverständlich nicht, dass ich jede hetzerische Meinungsäußerung frei dulde oder gar billige. Aber ist es nicht ein wesentlich effektiverer und demokratisch besserer Weg, wenn zwei Dutzend Braune Demonstranten von drei- vierhundert Gegendemonstranten empfangen werden? Das ist mir wesentlich lieber, als die Verantwortung billig auf die Politik und Justiz zu schieben. Und wenn in einem Chat oder Kommentarbereich antisemitische Hetze betrieben wird, dann halte ich konsequent dagegen, argumentativ oder auch polemisch. Selbst wenn ich die Braunen dabei nicht überzeuge, so zeige ich allen anderen, das unsere Demokratie lebt und wehrhaft ist - nicht weil der Staat das so bestimmt, sondern weil ICH mache und ICH können dabei sehr, sehr viele sein!

Hallo BadCat,

nee, nee, nicht über das Ziel hinausgeschossen. Zunächst bestätigst du ja nur, dass überall dort, wo es um das große Geld geht, unbeschadet von irgendwelchen nationalen Besonderheiten sehr schnell eine internationale Rechtsangleichung herbeigeführt wird. Weiterhin, dass dies offenkundig im Bereich von Persönlichkeitsrechten und Beleidigungsdelikten offenkundig nicht der Fall ist. Aber hier wird auch kein großes Geld verdient, bzw. stünde eine Stärkung dieser Rechte eher dem großen Geld verdienen im Wege, z.B. wenn man google oder yahoo rechtlich mitverantwortlich machen würde dafür, was über sie an Beleidigungen und verleumdungen in die Welt gesetzt wird. Und an der Stelle sind wir auch noch ganz weit entfernt von Volksverhetzungsdelikten als Sonderform der Beleidigung und üblen Nachrede.

Der Rest von dir ist eher schaurige naivität und rosarote Brille. Denn auch wenn vielen Ländern das NS-Regime erspart blieb (in Europa eher seltener...), so dürfte man fraglos genügend eigene Anlässe in der jeweiligen Historie finden, um rassistisch motivierte Volksverhetzung nicht durch Straffreiheit zu pseudolegitimieren.

In den Staaten hast du vermutlich viele Stadtrundfahrten gemacht und sightseeing-Hochglanzbroschüren geguckt. :-)))

Ein Ausflug mit einer Studiengruppe nach Guantanamo war da aber wohl nicht dabei. Auch kein Seminar zu einem Rechtsvergleich der Apartheidgesetzgebung in Südafrika und den Südstaaten der USA bis zu Beginn der 70er Jahre. Und hält da wirklich kein Aas Vorlesungen über die geschichte politisch motivierter Rechtsbeugung durch den Staat in den USA (Sacco und Vanzetti, Rosenbergs, Bürgerrechtsbewegung)...?

Die bundesrepublikanische Demokratie kann jedem internationalen Vergleich mit großer Gelassenheit entgegensehen. Den schwedischen Kollegen hätte ich mal gefragt, wo es pro Kopf der Bevölkerung wohl mehr rechtsextrem motivierte Morde gäbe, in Deutschland oder Schweden...
http://www.hagalil.com/archiv/99/10/nazi-terror.htm

Der staatliche und zivilgesellschaftliche Umgang mit dem Rechtsextremismus in Deutschland ist in seiner gesamten Bandbreite einschließlich seiner rechtlichen Handhabung eine außerordentliche Erfolgsstory - nicht zuletzt und gerade auch im internationalen Vergleich. Wie kommst du auf die absurde Idee, dies ernsthaft in Zweifel zu ziehen? Kaum ein europäisches Parlament ohne rechtsextreme Abgeordnete. In Deutschland ist der Rechtsextremismus hingegen auf Bundesebene keine durchsetzungsfähige Kraft.

Am Ende kommen wir dann wieder zusammen. Noch überzeugender als staatliche Sanktionsandrohungen sind für den Schutz der Demokratie engagierte BürgerInnen. Aber es ist eben auch in rechtlicher Hinsicht notwendig und wichtig, diesen den Rücken zu stärken und unmissverständlich klarzustellen, dass auch das Recht auf ihrer Seite ist.

Zur internationalen Anerkennung der bundesdeutschen Verfaßtheit ein Bonmot aus der (London) TIMES: "Es gibt Demokratie und es gibt bundesdeutsche Demokratie".

Meine Mahnung an alle (echten) Demokraten/Demokratien: bewahrt Demokratie, Freiheit und Rechtsstaat vor "Demokraten" und "Demokratieschützern"!

@BadCatNo3
Da sieht man's mal wieder: Reisen bildet - und erweitert den Horizont!

Hallo kankalöf,

dieses "Bonmont" kannst du doch sicher auch mit einer Quellenangabe belegen? Im Internet ist es nicht auffindbar.

Ansonsten passt es vordergründig zur üblichen rechten Hetze gegen unsere Demokratie. Es soll wohl zum Ausdruck bringen, dass es im Unterschied zur "verstümmelten" Demokratie noch eine "wirkliche", "wahre" Demokratie gäbe.

Aber wie soll die aussehen...? Und hat es die schon einmal gegeben...? Was genau hast du denn an unsere Demokratie auszusetzen, z.B. im Unterschied zur britischen?

@Atze
Was ich auszusetzen habe, dürfte doch wohl deutlich geworden sein; ich habe das auch in anderen Beiträgen immer wieder angesprochen: Es ist die mangelnde Wertschätzung der Meinungsfreiheit als tragender Seule der Demokratie, wie sie in den USA und GB selbstverständlich ist. Ich bin nun einmal ein Anhänger der liberalen Demokratie, nicht der sog. "wehrhaften". Letztere ist für mich eine Art "democratia ad usum delphini" (=die Version für unreife Anfänger).

Hallo kankalöf,

zunächst nehme ich zur kenntnis, dass du keinen Quellenbeleg für dieses Sprüchlein aus der Times angeben kannst. Wieso verwundert mich das nicht...? :-) Vermutlich handelt es sich einmal mehr um irgendeinen verlogen ausgedachten Propagandakäse, der dann durch rechtsextreme Internetseiten geistert. Von diesem Dreck haben wir zuletzt hier ja einiges enttarnt.

Und nun zum wiederholten Male zur Meinungsfreiheit:

Jeder zivilisierte und demokratische Staat begrenzt das Recht auf freie meinungsäußerung und stellt dabei die Überschreitung von Grenzen unter Strafandrohung. Das ist so beim Verrat von geheimnissen, bei der unbefugten Weitergabe von Daten Dritter, der Verächtlichmachung hoheitlicher Symbole, der Verbreitung des nichtöffentlich gesprochenen Wortes, Beleidigung, Verleumdung, üble Nachrede, Falschverdächtigung, Herabwürdigung von Toten, Verächtlichmachung von Religionsgemeinschaften etc. pp.

In diesen Punkten gibt es auch keine Unterschiede zwischen den USA, GB und der Bundesrepublik. Deine Unterscheidung zwischen der vermeintlich "liberalen" und daher "richtigen" Demokratie in den USA und GB und der "wehrhaften" und vermeintlich defektiösen Demokratie der Bundesrepublik ist ein völlig gekünstelter Versuch, der rechtsextremistischen Hetze gegen "das System" einen pseudoargumentativen Anstrich zu verleihen. In den aufgeführten bereichen wirst du nämlich in allen genannten Ländern und folglich in deiner "liberalen" Demokratie ebenso wie in unserer wehrhaften strafrechtliche Begrenzungen des Rechts auf freie meinungsäußerung finden.

Was nun die Holocaust-leugnung betrifft, ist sie in den USA zwar nicht strafbar, begründet aber gegebenenfalls Anspruch auf Schadensersatz. Und wir alle wissen, was DAS in den USA bedeutet... :-))) In GB wiederum gilt ebenfalls die "EU Richtlinie zur Bekämpfung von Rassismus und Ausländerfeindlichkeit" (2007).

Die Strafbarkeit der HC-Leugnung und der Volksverhetzung stellt kein Sonderrecht gegenüber einer bestimmten Meinung dar, wie die rechtsextremistische Propaganda und ihre Trittbrettfahrer weißmachen wollen. Vielmehr stellen Äußerungen, die zu Gewalt und Hass aufrufen Straftaten jenseits des Rechts auf freie Meinungsäußerung dar.

Die Holocaust-Leugnung wiederum beleidigt und verleumdet alle Überlebenden, Herrscharen von Wissenschaftlern und Publizisten als Lügner, bezichtigt die Zeugen in den KZ-Prozessen de facto als Meineidlinge und schändet das Gedenken und die Ehre der Millionen Ermordeten KZ-Insassen.

Man muss schon eine unglaublich beschädigte Vorstellung von Moral und Gerechtigkeit haben, um in der Strafbarkeit der Holocaustleugnung eine "Beschränkung" der meinungsfreiheit zu erblicken...

Hallo Kankalöf,

halten wir zunächst wieder fest, dass du argumentativ nichts weiter beizutragen hast zu dem behaupteten Unterschied zwischen vermeintlich "liberaler" und daher "richtiger" Demokratie in den USA und GB und "wehrhafter" und daher irgendwie nicht so richtiger Demokratie in der Bundesrepublik.
Auch im Hinblick auf die Meinungsfreiheit bleibst du den Beleg konkreter und vor allem substantieller Unterschiedlichkeit schuldig. Denn auch in GB und in den USA gibt es Möglichkeiten, die Holocaustleugnung juristisch zu ahnden. In den USA z.B. begründet sie zivilrechtliche Schadensersatzansprüche. Da würde sich mancher vermutlich wünschen, er wäre lieber zu 1-2 Jahren Knast verurteilt worden... :-)

Und tatsächlich lässt du ja jetzt die Katze aus dem Sack und stellst klar, dass dieses ganze rhetorische Gezeter nur dazu dient, sich darüber zu empören, dass bei uns die Leugnung des millionenfachen Mordes an Juden, Sinti und Roma etc. unter ausdrücklicher Strafandrohung steht. Dabei würde sie wie oben beschrieben ohnehin unter Strafandrohung stehen, und zwar wegen Beleidigung, übler Nachrede, Schändung des Totengedenkens, Falschverdächtigung etc.

Wer wiederum die Realität des Holocaustes wie du bestreitet, ihn als Lügenkonstrukt denunziert und sich folglich zum Besitzer der eigentlichen Wahrheit aufschwingt, schießt für die eigene Glaubwürdigkeit natürlich ein schreckliches Eigentor, wenn es aus dem international bekannten Holocaustleugner Faurisson mal eben so einen Historiker macht. Das ist er aber schlicht und ergreifend nicht. Der ist Literaturwissenschaftler und auch als solcher höchst umstritten.
Mir ist es ansonsten völlig egal, ob du dich als Nazi, Rechtsextremist, Rechtspopulist, Rechter, Rechtskonservativer oder Konservativer siehst. Ganz offenkundig bist du doch das Übelste von all dem, was die Rechte hervorbringen kann: ein Holocaustleugner.

Kleiner Nachtrag: Faurisson ist schon so ein Herzchen, das überdies das kumpeln zwischen Rechtsextremismus und islamistischem Fundamentalismus personifiziert.

http://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Faurisson

Hallo Atze,

von Ihnen wieder klare Kommentare, par excellence auf den Punkt gebracht. Hut ab !

Das Bestreiten des Holocaust ist " KEIN " zu schützendes Rechtsgut der Meinungsfreiheit, sondern der erbärmliche Versuch, den größten von den Nazis praktizierten Massenmord in der Geschichte der Menschheit bewusst in Frage zu stellen und mit der vollen Absicht, die Opfer dieser wahren Greueltaten zu verhöhnen und zu diffamieren.
Mit Recht also ein Straftatbestand !

Mit Robert Faurisson haben Sie einen der übelsten Geschichtsverdreher erwischt ;-)
Weitere Holocaustleugner gibt es hier:

http://blog.zeit.de/stoerungsmelder/2010/02/17/inhaftierter-holocaust-le...

http://themen.t-online.de/news/pius-bruderschaft

http://www.sueddeutsche.de/muenchen/holocaust-leugner-irving-klagt-gegen...

http://de.wikipedia.org/wiki/Gesetze_gegen_Holocaustleugnung

WENN ANGEBLICH DER HOLOCAUST NICHT EXISTENT WAR, wieso wurden dann Menschen zwangsweise in Viehwaggons zusammengepfercht und nach Auschwitz und andere KZ´s deportiert ?
Wieso gab es Todesmärsche ?
Wieso gab es medizinische Versuche mit Todesfolge in Auschwitz und andere KZ´s ?
Warum wurde soviel Zyklon B Gas produziert und an die KZ´s ausgeliefert ?
Waren die KZ´s in den Augen der Holocaustleugner etwa "Wellness-Oasen" ?
Dann waren die "grauen Busse" sicherlich nur Linienbusse, eingesetzt zum "Wohle" der behinderten Menschen, oder ?

GANZ EINFACH NUR WIDERLICH !

http://www.deathcamps.org/reinhard/trains_d.html

http://topf.squat.net/topf/virtueller_rundgang/station_4.html

Über 1 Million Kinder und Jugendliche unter den Opfern

http://www.fffr.de/?p=807

In Yad Vashem bei Jerusalem, der größten Holocaust-Gedenkstätte, hängt im Foyer zum Eingangsbereich ein vergrößertes Foto von 2 kleinen Kindern ca. 3-4 Jahre alt. Darunter steht in Englisch, aufgenommen etwa 10 Minuten vor ihrer Hinrichtung. Wahrscheinlich vom KZ-Personal aufgenommen.

Die Augen dieser beiden Kinder drücken mehr als 1000 Worte aus !

http://einestages.spiegel.de/external/ShowTopicAlbumBackground/a25027/l0...

http://www.sintiundroma.de/sinti-roma/ns-voelkermord/der-weg-in-den-voel...

Meine Schwester und ich, sind Kinder der Zeitzeugen. Auch von unserer Familie sind Namen in Yad Vashem auf Steintafeln verewigt.
In Sachen Antisemitismus haben wir beide uns ein dickes Fell angeeignet, aber die Holocaustleugnung empfinden wir nicht als Meinungsfreiheit, sondern als Affront, Diffamierung und Respektlosigkeit den vielen Opfern gegenüber.

Meine Schwester hat noch Unterlagen aus dem KZ-Buchenwald.

WIR KÖNNEN BEWEISEN, DASS DIE SHOAH EXISTENT WAR !

Wir müssen uns aber nicht rechtfertigen, oder ?

Beste Grüße

Ghostrider
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Rassismus ist die extremste Form von Intoleranz !

@Atze
Hallo Atze!
Kann es sein, daß du mich versehentlich addressiert hast und dich auf einen anderen Kommentar beziehst?
1) Von Faurisson habe ich noch nie gesprochen/geschrieben. Könnte ich auch gar nicht, da ich zwar den Namen schon mal gehört, jedoch nichts von ihm gelesen habe.
2) Du schreibst: "Wer wiederum WIE DU die Realität des Holocaust bestreitest...". Entweder, wie gesagt, beziehst du dich auf einen Kommentar, der nicht von mir ist (ein Versehen kann ja mal passieren) oder du betreibst üble Nachrede gegen mich! Ich wüßte gern, an welcher Stelle ICH den Holocaust bestritten haben sollte!
Aber wahrscheinlich begehst du den üblichen "Jakobiner-Fehler, und denkst: Wer sich für die Rechte von X einsetzt, muß selbst ein X sein oder zu X gehören oder dessen Freund sein. In der Tat halte ich es für verfassungsrechtlich problematisch und obendrein unklug, das Bestreiten historischer Tatsachen unter Strafe zu stellen. Damit stehe ich nicht allein. Diese Meinung wird von vielen vertreten, die keineswegs selbst Holocaust-Leugner, Rechtsextremisten, Nazis oder was auch immer sind.
Ich rate dir im Guten, etwas vorsichtiger mit Unerstellungen zu sein. Solltest du dich im "realen Leben" auch so verhalten wie im Internet, könntest du es schnell mit Rechtsanwälten, Richtern und Polizisten zu tun kriegen.
Es macht mir Spaß mit dir zu diskutieren. Aber du solltest meine Beiträge schon etwas aufmerksamer lesen.

Hallo kankalöf,

das dürfte höchstwahrscheinlich sein, dass ich einer Antwort in der Zwischenablage deine Autorenschaft angehängt habe. Der schien einfach gut in unseren Dialog zu passen...
Daher bleibt mir nur, dich um Entschuldigung für die falsche Zuordnung zu bitten. Tut mir leid! In Zukunft werde ich lieber abwarten, bis die Kommentare final freigeschaltet sind, bevor ich antworte.

@Atze
Hallo Atze!
Entschuldigung agamemnon, äääh angenommen.

Noch ein Nachtrag:
Hatte zwischenzeitig den "Faurisson"-Kommentar in der Zwischenablage entdeckt. Von wem er war, konnte ich nicht sehen. Da er nicht mehr erscheint, scheint er der Zensur zum Opfer gefallen zu sein... (;
Wenn die Redaktion so etwas schon für nötig hält, hätte ich es für anständig gehalten, dies wenigstens entsprechend kenntlich zu machen, etwa so: "Ihr Kommentar wurde gelöscht, weil...".

@Kankalöf: Der Kommentar wurde nicht gelöscht, sondern einfach nicht veröffentlicht. Dass wir einen Kommentar, in dem nicht nur auf einen Holocaust-Leugner verwiesen wird, sondern der Holocaust auch direkt geleugnet wird, nicht freischalten, sollte eigentlich klar sein.