Frage

Was kann man tun, wenn Rassismus bereits in der Grundschule und im Kindergarten aufkommt

Bild von tahitoks

Hallo allerseits

Vielleicht könnt ihr mir mit ein paar guten Ideen helfen. Die Sache ist folgende:

Meine Kinder (7&3 Jahre alt) wurden sowohl im Kindergarten als auch in der Grundschule schon mehrfach extrem übel beschimpft. Meine Söhne sind dunkelhäutig, da mein Mann aus Nigeria stammt.
Mein älterer Sohn wurden sogar Prügel angedroht. Er wird in der Schule regelmäßig mit Ausdrücken belegt, die er noch nicht einmal kennt.

Ich habe mich bereits mehrfach sowohl an den Kindergarten und auch an die Schule (Klassenlehrerin/Direktor) gewandt, passiert ist nichts.

Dazu kommt, dass es wohl auch auf Seiten einer Lehrerin in so eine Richtung geht, so wird mein Sohn bei der Bildung von Lerngruppen IMMER mit den anderen drei Kindern mit ausländischen Namen zusammengesetzt.

Ich habe ein wenig im Internet recherchiert aber ehrlich gesagt bin ich auch etwas überfordert mit der Situation. Auch an die Schulpsychologin des Kreises habe ich mich bereits gewandt. Beide sagten kurz gesagt: Da kann man nichts gegen machen, bestärken sie ihr Kind und reden sie mit der Schule/dem Kindergarten.

Aber es passiert doch nichts!!!

Was kann ich tun?

erschienen am Samstag, 27.03.2010, 8:23

Leser-Kommentare ()

  1. Bild von tahitoks

    Entschuldigung da fehlt noch, dass ich auch mit dem Jugendamt darüber gesprochen habe.

  2. Bild von Deeforce

    Wie schon in dem Thread "Bedrohung von Neonazis" erwähnt sollte man die Polizei einschalten. Mit den Neo-Nazis reden bringt übrigens nichts. Du könntest auch überlegen umzuziehen (oh man, aber wer weiß, ob es beim nächsten Standort besser ist? Ich sage mal: Vermutlich(!) ja)... Und was Du unbedingt wissen solltest, ist das: §1 vom Grundgesetz besagt: "Die Würde des Menschen ist unantastbar", das heißt: Selbst Beleidigungen in der Öffentlichkeit sind im Extremfall wie bei Dir ein Fall für die Polizei. Falls die Polizei jedoch nichts macht, dann musst Du selbst "aktiv" werden... wieder kein weiterer Kommentar von mir dazu, sonst verstoße ich gegen die Hausordnung von dieser Website.

  3. Bild von LaLa_

    Hmm...vielleicht sollten Sie mal versuchen, mit den Eltern der "Übeltäter" zu sprechen.
    Wenn diese zu einem Gespräch nicht bereit sind, sollten Sie diesen dennoch klar machen, dass Sie notfalls andere Maßnahmen (Anzeigen bei der Polizei) in erwägung ziehen werden, falls sich die Situation nicht ändert.

    Ich kann es absolut nicht nachvollziehen, dass die Schule dagegen nichts unternimmt. Wahrscheinlich nehmen die das ganze nicht ernst genug. Vielleicht könnten Sie irgendwie durchsetzen, dass in den Klassen über Rassismus gesprochen wird.

  4. Bild von Ghostrider

    Ghostrider

    @tahitox

    Es ist beschämend, wie pädagogische Lehrkräfte zunehmend auf dem "Rechten" Auge erblinden, und das in einem Land, dass sich als Export - Weltmeister brüstet.

    Wie Sie sich fühlen, kann ich gut nachvollziehen, da ich nicht arisch bin, und selbst Rassismus während meiner Schulzeit und auch danach erlebt habe. Und das vor ca. 50 Jahren, als die Wunden noch frisch waren.

    Scheinbar bringt eine Beschwerde beim Lehrpersonal, Schulrat und Jugendamt Sie nicht wirklich weiter.

    Ich würde mich an Ihrer Stelle an das Stadtbüro der Bundespartei "Bündnis 90, die Grünen" wenden, und dort die Problematik besprechen. Dort finden Sie kompetente Ansprechpartner, die Ihnen Möglichkeiten, nützliche Adressen ect. anbieten.

    Dann habe ich hier noch eine Adresse, die Sie aufsuchen können.

    Beide Links sehen Sie hier:

    http://www.gruene.de/

    http://www.reachoutberlin.de/index.php?name=N...

    Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie viel Erfolg und alles Gute!

    Ghostrider

    Ein Hakenkreuz im Hirn erschwert das Denkvermögen!

  5. Bild von Numby

    Hallo,

    dass diese Instanzen nichts getan haben, ist schon sehr ignorant.
    Möglich wäre es, wenn weiterhin Niemand etwas tut (nicht einmal das Jugendamt), rechtliche Schritte einzuleiten, gegen Jugendamt und Schule, wenn sie nicht eingreifen sollten.

    Zunächst wäre es aber wichtig, andere Eltern darauf anzusprechen und es vielleicht bei einem Elternabend zu thematisieren, sofern das noch nicht geschehen ist. Das Gespräch mit anderen Eltern (u. U. auch mit den Eltern der Kinder, die Ihre Kinder beschimpfen) könnte schon Wirkung zeigen.
    Ich würde sagen, es ist wichtig, dass eben auch die anderen Eltern auf das Problem aufmerksam werden, damit dann auch gemeinsam Druck auf die Lehrer(innen)/Direktor(in) ausgeübt werden kann, wenn sie das Problem weiter ignorieren sollten.

    Ich hoffe, das wird eine größere Wirkung zeigen als die bisherigen Schritte!

  6. Bild von Atze

    Hi Tahitoks,

    schon krass dieses Missverhältnis zwischen der anscheinend üblen Mobberei deiner Kinder in Grundschule und Kindergarten !!! und der ignoranten Untätigkeit des eigentlich zuständigen Fachpersonals.

    Was könnte da helfen? Nur die öffentliche Skandalisierung. Wende dich an die lokalen Medien und lokale politische Organisationen. Da gerade Wahlkampf in NRW ist, werden sich schon einige die Hände reiben... :-)

    Die eine oder andere Dienstaufsichtsbeschwerde könnte auch den ein oder die andere aus dem Dornröschenschlaf reißen...

  7. Bild von tahitoks

    Danke für die vielen Antworten.

    An die Öffentlichkeit möchte ich nicht gehen, wenn es um mich selber gehen würde, würde ich das eventuell in Erwägung ziehen aber meine Kinder sollen nicht instrumentalisiert werden.
    Umziehen kommt auch nciht in Frage, meine Familie lebt bereits seit mehreren Generationen in dieser Stadt und wir sind bis auf diese Vorfälle sehr glücklich hier.

    Beim Elternabend habe ich das Thema bereits angesprochen, sowohl in Schule als auch im Kindergarten. Die anderen Eltern waren ja "ach so entsetzt" und es kamen die üblichen Lippenbekenntnisse. Wirkliche Unterstützung oder Verständnis haben wir nicht erfahren.

    Mit den Eltern von zwei Kindern habe ich auch gesprochen. Von beiden kam der typische Satz: "Das können die nur aus dem Kindergarten / der Schule haben.

    Ghostrider, danke für den Link, ich werde mir das einmal ansehen.

  8. Bild von er nu wieder

    Hallo!Vielleicht hilft Dir ja dieser Artikel irgendwie weiter:

    http://www.netz-gegen-nazis.de/artikel/kita-k...

    Ansonsten würde ich mich tatsächlich an eine Beratungsstelle oder ähnliches wenden. Gibt es bei euch so etwas wie eine "Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus" oder eine Opferberatungsstelle für Opfer rechter oder rassistischer Gewalt?

    Und: Vielleicht findest du ja hier was:

    http://www.schule-ohne-rassismus.org/

    Viel Glück!!!!

  9. Bild von tahitoks

    Schule ohne Rassismus kannte ich schon richtet sich aber eher an höhere Schulen.

    Eine Beratungsstelle gibt es hier nicht. Nur eine allgemeine Erziehungsberatung, bei der mir dazu geraten wurde mein Kind zu bestärken, "da man da ja eh nichts gegen machen kann".

    Übrigens wurde auch mein Angebot an den Kindergarten, einen Vormittag mit den Kindern zu dem Thema zu gestalten rundherum abgelehnt.

  10. Bild von Atze

    Hallo Tahitoks,

    vor geraumer Zeit habe ich immer mal wieder Praktikumsberichte einer Bekannten Korrektur gelesen, die eine Ausbildung zur Kindergartenerzieherin machte. Sehr interessant vor allem, mit welcher Sorgfalt und Akribie die sich in dem Kindergarten mit zwischenmenschlichen Problemen der Kids beschäftigt haben. Umso verblüffender, wie engagementlos dein Kindergarten auf das Problem reagiert.
    Da hilft wohl nur, den Druck massiv zu erhöhen...

  11. Bild von Rote05.05.1818

    @atze da stimme ich dir zu.

    @tahitoks am liebsten würde ich dir raten die eltern besagter kinder direkt anzusprechen, doch ich kann mir vorstellen, dass das wenig sinn hat...gibt es in deiner nähe nicht irgendwelche beratungsstellen, an die du dich wenden kannst?
    es gibt auch von der polizei eine online-beratung bzw. kannst du dich sicher in der nächsten dienststelle an einen beamten (der hoffentlich nicht auf dem rechten auge blind ist) wenden. da gibt es einige angebote. möglicherweise kann man dir dort auch organisationen gegen rechtsextremismus nennen, die sich speziell auf kleinere kinder spezialisiert haben - gibt's mittlerweile nämlich auch.

    wünsche dir und deiner familie alles gute und hoffe, dass ihr aus der situation gut herauskommt.

  12. Bild von ishiguro

    Es gibt für solche Fälle professionelle, kostenlose Beratung.

    Das Bundesprogramm "kompetent. für Demokratie - Beratungsnetzwerke gegen Rechtsextremismus" listet Ansprechpartner in allen Bundesländern auf.

    http://www.kompetent-fuer-demokratie.de

    Hier findest du nicht nur ein offenes Ohr für dein Anliegen, sondern auch konkrete Unterstützung.

  13. Bild von the_new_revulution

    Auch an meiner Schule (allerdings schon Gymnasium) gibt es einige, wenige Schüler die ihre rechtspolitischen / rechts-extremen Ansichten offen zum Ausdruck bringen (Skinheads etc.).
    Ich weiß nicht, ob ich alt genug bin, so etwas einzuschätzen, aber wenn es so hart ist, nehmen Sie ihr Kind doch von der Schule.

    Das Ihr Kind bei Arbeitsgruppen immer mit anderen Kindern mit ausländisch klingenden Namen zusammengesetzt wird, könnte doch vielleicht daran liegen, dass die Lehrerin glaubt, diese Kinder verstehen sich besonders gut?

  14. Bild von Franz

    Vielleicht hilft es einfach einen Bekannten, der bei der Zeitung arbeitet zu bitten, in der Schule anzurufen. Ohne jetzt die Kinder zu instrumentalisieren, eine Anfrage bei der Schule zu stellen.
    Die Angst vor schlechter Presse bewirkt manchmal Wunder.

  15. Bild von Philipp123

    Moin an alle.
    Mir ist das Kommentar von LaLa_ beim Durchlesen aufgefallen.

    Ich bin mir nicht so sicher ob es was bringt wenn man mit den Elter der Täter redet.Meistens verschärft es die Situation. Oder wenn man mit den Lehrkräften spricht.

    Ich denke man sollte sich zur Polizei begeben und Anzeige erstatten. Am besten nimmt man die anderen 3 Kindern plus Eltern als Zeugen mit auf die Polizeistation. Das bringt mehr und belastet die Täter schon mehr.

  16. Bild von Franz

    Mit den Eltern sprechen bringt oft schon etwas, besonders wenn Vertreter der Schule dabei sind.

  17. Bild von klea

    wende dich doch mal an die "initiative schwarze menschen in deutschland", das sind meiner meinung nach die einzigen, die als experten für institutionalisierten rassismus zu rate zu ziehen sind. inzwischen sind sie auch sehr gut vernetzt: http://www.isdonline.de/

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