Frage

Warum ist im osten Deutschland die Rechte gewalt stärker vertreten?

Bild von Coca_cola

Hallo,
am Freitag halte ich über Rechte gewalt ein Referat, und dabei ist mit aufgefallen des im Osten deutschlands die Rechte Gewalt Mehr ist als im Westen.
Irgendwo hab ich mal was gelesen das dort irgendwie die sozialen verhältnisse anders sind und es deswegen ist.

Ich hoffe auf Viele antworten in Kurzer Zeit. :)

erschienen am Dienstag, 12.01.2010, 15:40

Leser-Kommentare ()

  1. Bild von aggo

    weil dort die soziale Situation nicht so gut ist wie z.b in Bayern ;-)

    Vergleiche bloß mal die Arbeitslosenquote von Bayern (4,6%) und Brandenburg (11,3%).

    Da ist manchmal Gewalt die einzig richtige Beschäftigung bzw. Ablenkung zum grauen Arbeitslosen-Alltag.

  2. Bild von Ghostrider

    Ghostrider

    Wer den Osten unserer Republick bereist, wird feststellen, dass sich seit der Wende sehr viel getan hat. Es wurde sehr viel Geld in die Sanierung der Städte, im Strassenbau, im Fernstrassenbau, im ÖPNV ect., investiert. Viele Industriezweige haben sich mittlerweile im Osten angesiedelt und runden die westlich geprägte Infrastruktur zeitgemäß ab.

    Doch wie sieht es hinter dieser Fassade aus? Es ist nicht alles Gold was glänzt.

    In Brandenburg und Mecklenburg Vorpommern gibt es zahlreiche kleinere Ortschaften, die zunehmend vergreisen. Viele junge Menschen sind dort schon längst ausgewandert. Warum? Es gibt dort keine Arbeitsplätze. Es fehlen regionale Industrieansiedlungen. Ein Faktum, das sich unsere Regierung mal annehmen müßte.

    Aus dieser sozialen Situation heraus wächst der Unmut und die Demotivation in der Jugend. Vorbilder gibt es nicht, da auch die Eltern arbeitslos sind. Das desaströse Umfeld womöglich in der Platte, sorgt für den Rest. Aggressivität und Gewalt als Hilfeschrei unverstandener Ausweglosigkeit.
    Der ideale Nährboden für die braune Aussaat rechtspopulistischem Propaganda-Müll. Die Nazis geben sich als Freunde und gründen eine weitere Kameradschaft mit den Jugendlichen, und lenken sie in geordnete "Rechte" Bahnen. Sie lehren Hass, Gewalt und Zerstörung.

    Die Jugendlichen sehen wieder einen Sinn in ihrem Leben.
    Sie sehen das Licht am Ende des Tunnels. Aber es ist nicht das Ende des Tunnels, sondern nur der entgegenkommende Zug.

    Wer die Gefahr und die Gewalt liebt, kommt darin um. Der steht plötzlich vor seinem eigenen Scherbenhaufen und einer langen Liste von Straftaten.

    Dieser Mensch kann dann ehrlich von sich behaupten, ja, die Nazis haben mein Leben verpfuscht.

    Damit es nicht soweit kommen muß.
    Laßt Euch nicht von den Faschos belatschern, der richtige Weg, so grausig es auch klingen mag, führt in die Schule, und zu einem guten Ausbildungsplatz. Die beste Chance auf eine bessere Zukunft.

    Ghostrider

    Ein Hackenkreuz im Hirm, erschwert das Denkvermögen!

  3. Bild von Lincoln

    Auch ich sehe es so, je Höher die Arbeitslosenquote, desto höher die Anzahl der Menschen die ihre Hoffnung auf Bessere zeiten verlieren. (...)

    Hallo, wir haben erneut Teile Ihres Beitrags löschen müssen, das sie gegen unsere Diskussionsregeln verstoßen haben.Bitte machen Sie sich noch einmal mit unseren Regeln vertraut!Moderator_JW

  4. Bild von Deeforce

    Die sozialen Verhältnisse sind da anders, das stimmt, aber nicht deswegen hat die Gewalt irgendetwas damit zutun. Die rechte Gewalt, naja, im Osten ist sie wie im Westen. Nur die geografische Größe spielt eine Rolle, aber Ost im Vergleich zu West sind ungefähr gleich groß...

  5. Bild von ffo skin

    man muss sich auch die geschichte ansehen

    in der ddr er gab es auch rechte die sich aber nur gegen den ddr staat stellten einfach subrechen wollten, doch nach der wende haben sich viele aus der szene zurückgezogen oder haben sich den west nazis angepasst. du solltest im internet mal nach der doku skins im osten suchen

  6. Bild von NochEinNickname

    Ok, ich denke mal für das Referat wird es schon zu spät sein...

    In der DDR hat sich durchaus im Untergrund eine Skinhead, Hooligan- oder Rechtsradikalenszene gebildet. Ich glaube, in den Achtzigern began das.
    Der Staat ging dagegen nicht so vor wie er immer so gerne vorgegeben hat, und versuchte das eher zu ignorieren oder totzuschweigen. Man warf aber wohl auch dem Westen vor, dass "installiert" zu haben.

    Nach dem Mauerfall entstand in einigen Gegenden eine Art von gesellschaftliches Vakuum, dass westliche Neonazis versucht haben zu füllen. Ihnen kam natürlich dabei zu Gute, dass es Skinheads oder Rechtsradikale gab, die auf ihre Ideen ansprangen. Der Aufbau von Strukturen war auch deshalb einfacher.

    Im Gegensatz dazu entstanden weniger Alternativkulturen. Besonders auf dem Land kam da nicht viel. Lediglich innerhalb der größeren Städte entstanden andere Subkulturen mit anderen Denkweisen.

    Jetzt kommt noch der Zerfall der Gegenden dazu, der Ende der Siebziger, Anfang der Achtziger began und nach dem Mauerfall beschleunigt wurde. Der führte zur Arbeitslosigkeit, Perspektivlosigkeit und das führte zu Frustpotential.
    Wärend in den größeren Städten das ein wenig aufgefangen worden ist durch diverse Kulturrichtungen oder Szenen, konnten die Neonazis in den ländlichen Regionen davon noch mehr profitieren. Da wurde dann auch ein gewisses Gewaltpotential generiert.

    Von den Älteren kam auch wenig dagegen. Es gab auch noch genügend nationalistische Ressentiments gegen die Russen. Kontakt mit anderen Menschen aus anderen Ländern gab es auch eher wenig oder arg konstruiert. Sprich, man hat nie wirklich "lernen" können, mit "anderen" Menschen normal, ungezwungen umzugehen. Insofern wusste man einfach nicht, mit "Fremden" umzugehen. Das macht es für Neonazis/Rassisten einfacher, Fremde als "Befremdlich" zu diffamieren oder sie als Schuldige zu brandmarken für die jeweilige Situation einzelner. Sprich, dem Frustpotential wurden vermeidlich Schuldige zugeführt. Und das entlud sich hier und da in Gewalttaten.

    Im Westen war es ja eher so, dass die Alliierten weniger als Besatzer wahrgenommen worden sind, sondern eher als Schutzmacht bzw. Freunde. Es gab auch viele Beziehungen zwischen Deutschen und Allierte. Der Umgang war normal. Neonazis hatten Schwierigkeiten dort anzusetzen. Haben sie hier und da zwar auch geschafft aber nicht so in der Breite.

    Und momentan profitieren sie immer noch von der hohen Arbeitslosigkeit, der eher schwachen Bildung in den unteren Schichten, der Perspektivlosigkeit, dem Frustpotential. Der ist im Osten gegeben. Und im Gegensatz zu vielen anderen Regionen gibt es halt wenig Alternativen, die dem entgegenwirken.

    Man könnte glatt sagen, Neonazis möchten, dass es Deutschland schlecht geht, damit sie davon profitieren können.
    Hat ein wenig was parasitäres ansich (wie so eine Art von gesellschaftlicher Immunschwächevirus) aber so ganz falsch wäre das auch nicht.

    Mit freundlichen Grüßen
    Olli

    ---
    Ein Idiot in Uniform ist immer noch ein Idiot! - Das Känguru

  7. Bild von Atze

    Hallo Cola,

    für dein Referat ist es leider wohl zu spät, aber das Thema finde ich grundsätzlich interessant. Meiner Meinung nach kann man erstarkenden Rechtsradikalismus und rechtsradikal motivierte Gewalt nicht auf ökonomische und sozialpolitische Ursachen reduzieren. Das halte ich für viel zu mechanistisch.

    Auch in Westdeutschland gibt es Regionen (Ruhrgebiet), die mindestens genauso schlechte ökonomische und sozialpolitische Rahmendaten aufweisen wie in Ostdeutschland, ohne dass der Rechtsradikalismus auch nur annähernd eine gleiche Bedeutung besitzen würde. Von anderen Regionen der Welt ganz zu schweigen.

    Wenn sich in Krisenzeiten die wirtschaftlichen und sozialen Lebensumstände von Menschen verschlechtern, erhöht das sicherlich das bedürfnis nach einer kritischen Beschäftigung mit Ursachen und Lösungen, aber nicht notwendig nach rechtsradikalen Antworten. Wenn deutsche Unternehmen, geführt von deutschen managern, Kündigungsschreiben verschicken - wieso sollte man dann glauben, Ausländer um die Häuser zu jagen würde daran irgendetwas ändern...?

    Rechtsradikalismus ist ein politisch-weltanschauliches Phänomen. Also sollte man es auch politisch und weltanschaulich zu erklären versuchen.

    Meine These: Das größere Ausmaß an Rechtsradikalität in Ostdeutschland erklärt sich aus der zivigesellschaftlichen Rückständigkeit, die 40 Jahre DDR mit sich brachten.

    In der DDR war einfach das Ausmaß an Ausländerfeindlichkeit, Rassismus und Nationalismus größer und geduldeter als in der alten BRD, gleichzeitig die Aufarbeitung der Nazivergangenheit Deutschlands entgegen der offiziellen Selbstdarstellung weitaus oberflächlicher.

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