Wann beginnt für Sie Rechtsextremismus?

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Der Verfassungsschutz sagt: Rechtsextreme zählen wir nur, wenn sie auch gegen den Staat und das Grundgesetz handeln.

Manche Wissenschaftler sagen: Wichtig ist, ob einer rassistisch und antisemitisch handelt, z.B. Migranten angreift.

Andere finden: Es reicht, wenn einer so denkt.

Oder ist NS-Verehrung das Hauptkriterium, und die anderen sind "nur" Rassisten, Antisemiten und Nationalisten? Was meinen Sie?

Hintergrund: www.netz-gegen-nazis.de/artikel/wann-beginnt-eigentlich-rechtsextremismus

Kommentare

Wenn jemand in seiner Adresse E-Post statt e-mail schreibt?

Schon vor längerer Zeit hatte ich darauf aufmerksam gemacht, daß das Problem schon mit dem Titel dieser Seite www.netz-gegen-nazis.de beginnt, der hier (vermutlich) synonym mit Rechtsextremismus oder auch nur "Rechtssein" gleichgesetzt wird. Ein Nazi ist nun aber einmal - zumindest im wissenschaftlichen Gebrauch - ein Mitglied der NS-Partei. Der Begriff "Neonazi" wäre dann jemand, der weltanschaulich unmittelbar an den historischen NS anknüpft - was selbst für tatsächliche Rechtsextremisten nach der VS-Definition nur zum Teil zutrifft.

Und so geht es weiter mit den Begriffsunschärfen. Die Bezeichnung "Kampf gegen Rechts" - sofern sie als Bezeichnung für einen Kampf gegen Rechtsextremismus gewählt wird - ist tatsächlich irreführend, sofern es um eine parteiübergreifende Gegenwehr gegen tatsächliche Rechtsextremisten geht. Sofern es jedoch um eine Stoßrichtung geht, die z.B. konservative / rechte Demokraten in der CSU ebenso bekämpft wie Rechtsextremisten muß man sich nicht wundern, daß viele Bürgerliche einen solchen Kampf nicht unterstützen werden.

Je größer man das Feld des "Rechtsextremen" öffnet (oft natürlich auch aus politischen Gründen), desto mehr verliert der Begriff an Trennschärfe. Das wäre letztlich auf der anderen Seite der Fall, denn eine Definition, mit der das Feld des Linksextremismus auch auf die demokratische Linke ausgedehnt wird fällt letztlich ebensowenig schwer wie das Vermischen von Rechtsextremen und demokratischen Rechten. Daß solche weitgefaßten Definitionen jegliche Präzision und damit auch extrem an Aussagegehalt verlieren, ist offensichtlich.

Aus meiner Sicht auf jeden Fall die weit gefasste Definition.

Wenn man nur gegen staatsfeindliche Leute etwas unternimmt, werden diese sich wahrscheinlichst direkt am Rande der Staatsfeindlichkeit nieder lassen. Sobald der Staat dann (auch nur kleinere) Schwierigkeiten hat (Finanzkrise z.B.) wird ihm die Schuld zugeschoben und er hat wieder Feinde. Wenn man weiter ansetzt kann man die Leute vielleicht noch weiter vom Rand zur Staatsfeindlichkeit wegbewegen. (Wie bleibt fraglich.)
Ich würde da sagen, es reicht, wenn einer so denkt. Rhetorisch gefragt: Wieviel reicht aus damit dieser seinen Gedanken, Taten folgen lässt?

@ipadg: lol. Verdammt, dann bin ich rechts. Ab und zu übersetze ich englische Begriffe ins deutsche, weils einfach witzig klingt.

@murmeli: irgendwo zwischen unseren beiden Kommentaren müsste mans wohl verorten.

Da wo Menschenrechte, Freiheitsrechte und Gleichheitsrechte verletzt werden, fängt für mich der Rechtsextremismus an!

Menschenrechte
http://www.amnesty.de/umleitung/1899/deu07/00...

„Alle Menschen sind von Natur
aus frei und gleich an Rechten“

Wie auch immer sich die Extremen schimpfen mögen, jeder der andere als Minderwertig darstellt, sei es aus religiösen oder politischen Gründen wie auch aus dem Unvermögen heraus dem anderen die Butter auf dem Brot zu gönnen, ist einer Ideologie verfallen, die meiner Meinung nach der Rechten zu zuordnen ist!

Wobei sich die linke Ideologie wie auch der Islamismus, ziemlich schnell und unbemerkt in eine Rechte verwandeln können!
Ich habe jedenfalls noch nie den absoluten Sozialismus erlebt und auch keinen absolut gerechten Gottesstaat, über den Nationalsozialismus brauchen wir gar nicht reden, der zeigt sein Gesicht spätestens beim Ausschluss der eigenen Leute, wenn sie ihrer rein arischen Vision widersprechen!
Behinderte, Fremde, Homosexuelle usw. das kann man dann beliebig erweitern, je nach dem wie weit man mit dieser Ideologie Erfolg hat.

Ich denke mal da gibt es noch Unterschiede bei den Extremen die mir nicht so geläufig sind, aber die brauche ich nicht um festzustellen, wann etwas gegen die Menschenrechte arbeitet.

Ich bin für eine neue Definition der Extremen!
Man nenne sie Eurofaschisten und alle passen rein! ;-)

Ganz passend finde ich auch:
"Rechts fängt da an wo der Daumen links ist!" :-))

Hallo Redaktion,

"Wann beginnt für Sie Rechtsextremismus?"

Um 5:45 Uhr? 1,3 km hinter der ersten Autobahnabfahrt nach Helmstedt?

Wer unsinnige, weil dem Gegenstand unangemessene Fragen stellt, erwartet hoffentlich nicht ernsthaft sinnvolle Antworten.
Dem Gegenstand unangemessen ist die Frage, weil sie die irrige Annahme durchschimmern lässt, gesellschaftliche Sachverhalte ließen sich mit der gleichen mathematischen Präzision ausmessen, abgrenzen und bestimmen wie z.B. eine Wohnung.
Nur leider ist der Rechtsextremismus keine Wohnung...

Gesellschaftliche Sachverhalte repräsentieren nunmal ein höheres Komplexitätsniveau als organische und die wiederum ein höheres als anorganische Vorgänge. Eine Sozialwissenschaft, die anderen und möglicherweise sich selbst weißmachen möchte, man könne diese Komplexität mir nichts dir nichts reduzieren, mag vielleicht Beifall bekommen von lesefaulen und zu kaum einer intellektuellen Anstrengung bereiten Mitmenschen - insbesondere praktikable Ergebnisse ließen sich von ihr allenfalls zufällig erwarten.

Die Spezifik der Komplexität gesellschaftlicher Vorgänge und Sachverhalte beruht im Wesentlichen auf dem ins Spiel kommen von `Interesse` und einem erheblichen Zuwachs an Entwicklungsdynamik.

Rechtsextremismus ist ein handlungsrelevanter politischer Bekenntnisstandort und ein System ideologischer Überzeugungen, der sich halt nicht durch Mauern wie bei Wohnungen oder antifaschistischen Schutzwällen von seiner Umwelt eindeutig abgrenzen lässt. Soviel wissen wir jedenfalls seit dem desaströsen Versagen des Stalinismus und seinen kollateralen wahlpolitischen Hinterlassenschaften in MVP und Sachsen...

Rechtsextremismus als gesellschaftliches Phänomen besitzt vielfältige fließende Übergänge zu seiner Umwelt. Hier beschränke ich mich mal auf einen Fingertipp zu Ecos "Urfaschismus" und den Forschungen zum "Extremismus der Mitte", die Rechtsextremismus nicht als gesellschaftliches Randphänomen betrachten, sondern als radikalisierte Verdichtung ebenso vorurteilsbeladener wie gesellschaftlich tief verwurzelter ideologischer Stereotypen von sozialer Deklassierung betroffener Mittelschichten.

Ich wüsste auch nicht, warum aufgabenorientierte und daher notwendig plurale Definitionen von Rechtsextremismus stören oder gar als Unzulänglichkeit begriffen werden sollten. Umgekehrt wird eher ein Schuh draus. Die fragwürdige Gralssuche nach der ultimativen Endzeitdefinition produziert lediglich eine vordergründige Sicherheit, hinter deren Rücken der sich rechtsextrem radikalisierende, von Murmeli "demokratische Rechte" (Murmeli, was soll das denn sein?) genannte Mob schon an seinen Messerchen und Beilchen feilt.

"Rechtsextrem" ist jemand genau dann für mich, wenn er/sie - egal ob vom Handeln oder "nur" vom Denken her - sich soweit rechts im politischen Spektrum befindet, dass er/sie jenseits dessen tritt, was wir in unserer Gesellschaft bzw. in unserem Staat als gemeinschaftliche Werte (GG) festgelegt haben, und dadurch eben jene Werte und Grundsätze gefährdet oder streitig macht. Das heißt, dass die Gruppe der Rechtsextremen für mich nicht nur die rechten Antidemokraten (sprich diejenigen, denen es primär um das politische System als Solches geht) umfasst, sondern auch all jene rechtspolitischen Leute, die durch ihr Denken und/oder Handeln elementare Grundrechte wie z.B. das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit etc. attackieren.
Die einzige Frage, die mit so einer Einordnung noch bliebe, wäre, ob sich die Definition des Rechtsextremismus immer nach einem Bezugssystem (zB Deutschland -> GG) richten muss oder ob auch eine allgemeingültigere Beschreibung möglich ist.

@Kommentator

"Ich würde da sagen, es reicht, wenn einer so denkt. Rhetorisch gefragt: Wieviel reicht aus damit dieser seinen Gedanken, Taten folgen lässt?"

Wir haben ja aus guten Gründen eine Rechtsordnung, die Taten bewertet und bestraft und keine Gedanken. "Die Gedanken sind frei" heißt es nicht nur in einem Lied. Schon die Auffassung, Gedanken zur Einordnung eines Menschen klassifizieren zu wollen, wirkt grotesk und dürfte in dieser Form nicht einmal in der Reaktionsphase von 1819 ff. angedacht worden sein.

Es reicht eigentlich, sich durch den Kopf gegen zu lassen, wie viele Menschen ihre sexuellen Phantasien in ihren Gedanken und Träumen ausleben und sie nicht in die Praxis umsetzen, wie millionenfach im Zorn jemanden der Gedanke in den Kopf schießt, dem Gegenüber etwas anzutun und dennoch geschieht natürlich nichts, weil nach kurzer Zeit wieder ganz andere Gedanken in den Kopf schießen, um dies nun wirklich als Absurdität anzusehen.

Als "Früchte", an dem man sie laut dem alten Sprichwort erkennen soll, sind natürlich ebenso die Taten gemeint und nicht die Gedanken.

Die Ausgangsfrage bei der Bekämpfung von politischem Extremismus sollte sein: Was stellt zur Zeit eine akute Gefahr für die Aufrechterhaltung einer demokratischen, pluralistischen Ordnung dar und nicht: Welcher Gedanke könnte unter der Voraussetzung X oder Y eventuell einmal eine Bedrohung darstellen? Dazu war ja auch der Begriff des politischen Extremismus nie gedacht, seine Basis ist keine Gedankenpolizei, sondern etwas rechtliches Handhabbares.

@Atze

"hinter deren Rücken der sich rechtsextrem radikalisierende, von Murmeli "demokratische Rechte" (Murmeli, was soll das denn sein?) genannte Mob schon an seinen Messerchen und Beilchen feilt ..."

Das klingt wirklich arg nach Verschwörungstheorie. Zum Begriff habe ich in obigem Beitrag eigentlich schon alles gesagt.

@Bogo

"Alle Menschen sind von Natur
aus frei und gleich an Rechten"

In dieser Frage von der Natur her zu argumentieren halte ich für brandgefährlich. Die Natur ist in dieser Frage tatsächlich grausam, Eltern vieler Tiere töten ihre Kinder, wenn sie diese für zu schwach oder nicht lebensfähig halten. Auf solche eine Terrain sollte man sich aber nicht begeben. Die "gleichen Rechte" bedeuten jedenfalls, daß jeder das Recht hat, sich seine eigenen Gedanken zu machen. Und dabei nicht in Gefahr kommt, von einer "Gedankenpolizei" verhaftet zu werden.

@murmeli,
Das sind logische Tatsachen, sie können von mir denken was sie wollen oder ich auch von ihnen, deshalb darf ich ihnen noch lange nicht an den Kragen und sie mir auch nicht!
Solange wir beide uns daran halten, ist da gar nichts Brandgefährlich!
Erst wenn ihre Gedanken sie dazu verleiten mir etwas anzutun oder mir voreingenommen nicht die gleichen Rechte gewähren wie sie ihnen gewährt werden oder auch umgekehrt, dann wird es Brandgefährlich!

Ich sag's mal so: Rechtsextrem handelt der, der ein in rechter Ideologie begründetes Vorhaben kompromisslos durchsetzen will, und alle dabei störenden Elemente zu beseitigen bereit ist, notfalls unter Anwendung von Gewalt.

Dieser Gewaltbereitschaft liegt jedoch immer ein Inhalt zugrunde. Chauvinismus, Militarismus und Sozialdarwinismus beispielsweise sind Ideologien, welche Gewaltbereitschaft schüren können, und zusammen vor allem in der politischen rechten vorkommen.

Beim Rechtsextremismus geht es also nicht darum, ob jemand Hitler toll und Göring sexy findet oder nicht. Klar gibt es rechtsextreme, die es so sehen - es gibt jedoch auch die anderen, die (teils aus taktischen Gründen) überhaupt nicht damit in Verbindung gebracht werden möchten, um seriös zu wirken.

Wie wir alle wissen, ist der Nationalsozialismus nicht im luftleeren Raum entstanden, sondern ist u.a. eine Zusammenführung unterschiedlicher Philosophischer Ansätze innerhalb einer ideologisierten, Faschistischen Staatsform. Da wären als Beispiele: Nationalismus(und seine Vorform, der Patriotismus), Rassismus, Militarismus, Chauvinismus, Sozialdarwinismus, usw. Diese Punkte sind, wenn sie einzeln bei jemanden angetroffen werden, keine Belege für eine geschlossen rechtsextreme Einstellung, aber dennoch Einstellungen, die historisch gesehen eben dieses Gedankengut begründet oder teilweise zumindest begünstigt haben.

Man kann sich also evtl. darüber streiten, ob man nun unter dem Rechtsextremismus lediglich die gewaltorientierten Auswüchse subsumiert und versucht, lediglich etwas gegen Gewalt zu unternehmen. Dies wäre IMO ein völlig falscher Ansatz, denn diese Gewalt ist lediglich das Ventil einer geschürten und gelenkten Stimmung.

Wenn man tatsächlich an die Ideologische Grundlage herangeht - und da geht es nun einmal zwangsläufig auch um Themen, die selbsternannte "Rechtsdemokraten" für sich gepachtet glauben - kann man der Ursache viel eher an die Gurgel gehen.

Nur weil einige der Inhalte, die vor 20 Jahren klar dem Rechtsextremismus zugeordnet wurden, heute zum Teil wieder im demokratischen Spektrum auf Zuspruch stoßen, bzw. in einem demokratischen Deckmäntelchen daherkommen, heißt dies nicht, dass man diese Themenbereiche nicht scharf kritisieren darf. Ganz im Gegenteil - gerade dann muss man diese Themen besonders intensiv angehen. Das ist aber keine neue Weisheit. Bezüglich anderen Bereichen passiert dies schließlich ebenfalls - und zwar nicht zu knapp. Siehe z.B. die Auseinandersetzung um die Linkspartei.

Es kann bei der Auseinandersetzung mit dem Extremismus nicht einzig darum gehen, diejenigen politischen Bereiche und Inhalte anzugehen, die sich direkt und offen gegen die FDGO wenden oder Gewalt propagieren. Das wäre viel zu kurz gegriffen, und man würde das eigentliche Problem aus dem Blick verlieren.

Es geht also vor allem darum, wo und unter welchem Deckmantel z.B. ausländerfeindliches und/oder antisemitisches Gedankengut gehegt und gepflegt wird und seine Wurzeln schlägt, und da darf man keinen politischen Bereich in Schutz nehmen. Weder scheindemokratische Deutschtümler, noch scheindemokratische DDR-Nostalgiker, noch gestandene Demokraten. Daher müssen sich z.B. auch Bestrebungen nach kultureller Hegemonie als Bindeglied zwischen völkischer Sichtweise und traditionsbewusster Lebensweise kritisieren lassen. Das gleiche gilt für den sozialistischen Kollektivismus, der kein wirklich großes ideologisches Additiv benötigt, um dann als völkischer Kollektivismus bezeichnet werden zu können.

Kurz: Der Rechtsextremismus kann nicht mit einem Verweis auf eine gewalttätige Randgruppe beschrieben werden, sondern ist ein Phänomen, das in allen Teilen der Gesellschaft seine spezifischen Ursprünge hat. Diese müssen benannt werden.

--
Baby Sinclair provozierte seinen Vater Earl indem es ihn "nicht die Mama" nennt und somit die Beschreibung Papa umgeht.

Hallo Diskutanten ,

meiner Meinung nach ist jeder Rassist/Ausländerfeind/Antisemit
dazuzurechnen egal ob er Links(PDS) Mitte(CDU/CSU,SPD,FDP,Grüne oder Rechts(NPD,DVU,Republikaner) wählt.
Das ist das Erkennunksmerkmal für einen Rechtsextremisten ohne diese Eigenschaften gehts nicht.

Charlie G.

@murmeli: Bei meinen Gedanken an die Gedanken hatte ich noch im Hinterkopf, dass sich diese auch im Vokabular/ in den Aussagen einer Person wiederspiegeln. Wenn wir verbale Äußerungen mit unter Handlungen zählen, dann stimme ich mit ihnen überein. Ansonsten siehe Bogo.
Dieser meinte mit "von Natur aus" vermutlich auch nicht "im vergleich zum Tierreich", wo wir beim Sozialdarwinismus landen würden. Vermute eher, dass damit ausgedrückt werden sollte, dass Freiheit und Gleichheit eben indiskutabel sind.

Ich denke, die Grauzone ist ziemlich weit. Ich nehme klassisches Beispiel, die Nachbarschaft. Es gibt etwas, was ich als typisch deutscher Tagesablauf bezeichnen würde. Der Mensch steht um 6.00 auf und geht um 22.00 ins Bett. Nehmen wir, der Nachbar ist Italiener, Spanier, oder Russe. Nehmen wir weiter an, tagsüber sind alle Beteileigen unauffällig, haben anständige Arbeitsplätze, aber der Russe steht erst um 7.30 auf und geht um Mitternacht ins Bett und geht um 23.30 duschen. Obwohl nach der deutschen Rechtssprechung jedem freisteht, wann er duschen geht, ärgert sich oft der deutsche Nachbar wegen Geräusch von Dusche, obwohl es nicht um Musik, Bohrmaschine etc handelt, sondern eben um Dusche oder WC-Benützung. Dabei kommt der Nachbar gar nicht auf die Idee Schalisolation einzurichten. Dann kommt es schon zu den Sprüchen: „ich bin kein Nazi, aber einen Ausländer als Nachbarn zu haben ist furchtbar“. Warum denn, macht er was unanständiges? „Nein, aber in Deutschland geht man früh ins Bett und steht man früh auf, wir leben nicht in Barcelona“. Dazu kommt es noch zu Tür schließen, zum Beispiel in Russland baut man Schaldämpfer in Türanlage ein, in meinem Mehrfamilienhaus aber muss man immer beachten, dass Tür nicht zu laut schließt. Das sind die Kleinigkeiten, aber nach eigener Erfahrung weiß ich, dass sie ernstzunehmende Rolle spielen.

Rechtsextremismus ist erstmal unabhängig von Religion, Hautfarbe Herkunftsland.
Sobald eine Bevölkerungsgruppe angesichts ihrer Traditionen Lebensweisen und Werte massiv schlecht gemacht wird und Dialoge zu Monologen werden (z.B. aufgrund bestimmter Gesetzgebungen).
Wenn z.B. ein pubertierender seine Grenzen austesten möchte und wie auf dieser Seite schonmal erwähnt den Geburtstag von Hitler ankündigt ist das für mich kein Rechtsextremer.
Hat eher was mit Masoschismus zu tun im entferntesten Sinne^^
Ich habe ja auch schon in anderen Beiträgen versucht klar zu machen das selbst Antifaschisten zu den mitteln greifen die im 3. Reich angewendet wurden um Personen (wirtschaftlich) unschädlich machen.
Kurz:
Rechtsextrem ist für mich jemand der andere Kulturen nicht versteht und somit nicht toleriert. Und zudem massiv gegen diese vorgeht.

Hallo Sirius,

´Kultur ist, wenn ich dir den Kopf abhacke und daraus eine Blumenvase mache, Zivilisation hingegen, wenn ich dafür ins Gefängnis komme` fällt mir sinngemäß ein Spruch von Broder zu deinem kulturrelativistischen Definitionsversuch von Rechtsextremismus ein. Kulturrelativismus als Schnittstellenmenge postmoderner Beliebigkeit, linkem Antiimperialismus, plattem Multikultulturalismus, islamistischem Fundamentalismus und rechtsextremen Ethnopluralismus lässt erst einmal die Frage entstehen, in welcher Ecke du genau hockst...?

Die Frage kann ich dir leider nicht beantworten. Siehe Topic
Aber je größer ein Gefängniss desto größer ist mit Sicherheit nicht die Zivilisation.

Kommt ganz darauf an, wie viele es von diesen Gefängnissen gibt und wer wofür drinsitzt. Allemal hocken in den Gefängnissen der menschenrechtlich zivilisierten Moderne jedenfalls weniger Menschen als solche, die von interessierter Seite in die engen und vermeintlich ausweglosen Grenzen von "Traditionen Lebensweisen und Werte" hineingepfercht werden.

Lieber Benutzer, wir haben Ihren Beitrag gelöscht, weil er nicht zum Thema der Fragestellung geschrieben war.
Wir bitten Sie und die anderen Diskussionsteilnehmer, sich wieder der Beantwortung der Ausgangsfrage zu widmen. Vielen Dank. // Moderator_NE

@ NichtDieMama:

Ich sehe genau DARIN die Ursache für zunehmende Radikalisierung, den rechten Teil des demokratischen Spektrums als "selbsternannte Rechtsdemokraten" zu bezeichnen und ihnen (also auch mir) vorzuhalten, sie kämen mit einem "demokratischen Deckmäntelchen" daher. Das ist mehr als nur kontraproduktiv!
Wo liegt der Unterschied? Das möge jeder selbst entscheiden, wenn ich folgendes zu bedenken gebe:

Der rechte Extremist/Demagoge greift das Thema der fehlenden Integration auf, aber nicht, um vernünftige Lösungsansätze anzubieten, sondern um die vorhandenen Ängste zu schüren und zu hetzen ("Kopftuchmädchen", "faule Rumänen" etc.). Die Persönlichkeitsrechte "der" Ausländer sind ihm wenigstens "nachrangig" wichtig.

Der rechte Demokrat spricht dasselbe Thema an, sagt, daß man schließlich keine Massenzuwanderung benötigt ("Das Boot ist voll.") und Deutschkenntnisse der Einwanderer für sie und ihren beruflichen Werdegang genauso wichtig sind wie für uns als Nominalgesellschaft der Deutschen. Migrantenverbände und Politiker sogar der SPD bestätigen das mittlerweile und haben das Tabuisieren der Thematik drangegeben.

Jetzt kann man entscheiden, was davon mit dem Grundgesetz vereinbar ist und was nicht. Jeder anständige Mensch kann nur gegen menschenverachtende Ideologien sein, das ist ziemlich logisch, wie ich finde!

Ein (r)echter Demokrat

Achso: Das rechtsbürgerliche "Lager" dann als vermeintliche "Ursache" des Extremismus zu lancieren, ist eine dieser Verwischungen, die ich oftmals kritisieren muß.

"Wann beginnt für Sie Rechtsextremismus?"

Bei "Rechts" fängts an und bei Neonazi hört es auf, das heisst: Da muss man was tun!

Extremißmus beginnt dort wo aktiv gegen unsere demokratische Grundordnung vorgegangen wird und dort wo Andere bedroht & angegriffen werden weil sie anders sind (Rasse, Religion, andere politische Meinung). Zwischen Linken, Rechten und Moslemischen Extremisten gibt es viele Gemeinsamkeiten,alle die nicht Ihrer Meinung sind werden als Feinde betrachtet, sie wollen unsere Demokratie abschaffen, sie sind antisemitisch (heißt bei den Linken antizionistisch).

Hallo, wir mussten erneut einen Ihrer Beiträge löschen, weil er gegen unsere Diskussionsregeln verstoßen hat. Moderator_JW