Rechtsextremismus auf YouTube - Gefahr für die Jugend?

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Auf YouTube gibt es schon seit langem Rechtsextremismus.

Etwa mitte 2007 ging eine Welle der Empörung durch die Presse, nachdem man Nazivideos und Nazi-verherrlichende Kommentare auf YouTube fand:

http://www.youtube.com/watch?v=DHJf7z2E8G4

YouTube bzw. Google versprach seinerzeit, konsequenter aufzuräumen und rechtsextreme Videos schneller zu löschen.

Das Thema erreichte dann auch die USA:
http://www.youtube.com/watch?v=WfrswlN-5_w
(englisches Video)

Kurze Zeit soll dies wohl auch ein Einlenken gegeben haben, zumindest was Videos angeht. Menschenverachtende Kommentare, Holocaust-Relativierung und NS-verherrlichung sind weiter durchgängig Usus geblieben. Es hatte mit den Videos genau so lange funktioniert, wie sich die Presse für dieses Thema interessierte. Danach kamen die Nazivideos jedoch wieder wie Pilze aus dem Boden geschossen, und heute ist noch immer jeder Jugendliche mit einer Fülle von Menschenverachtenden und NS-verherrlichenden Videos und Benutzerkommentaren auf einem der beliebtesten Jugendmedien konfrontiert.

Nun wurde bekannt, dass Rechtsextreme z.T. sogar dafür bezahlt werden, ihre Propaganda auf YouTube zu veröffentlichen.

http://www.mut-gegen-rechte-gewalt.de/debatte...

"Er erklärte zu meinem Erstaunen auch, dass er für seine Tätigkeit Geld bekommen würde, aber er weigerte sich standhaft meine Frage, von wem und wieviel, zu beantworten."

Da Google laut dem Artikel(und ebenso nach meinen persönlichen Erfahrungen) kaum in der Lage, und anscheinend auch nicht ernsthaft willens ist, dem Problem der Nazipropaganda(ob in Bild, Ton oder Schrift) konsequent beizukommen, obwohl dies einen vernachlässigbaren Aufwand für das Unternehmen bedeuten würde, welche Möglichkeiten könnte es noch geben, dieser Propagandaflut Herr zu werden?

Das Meldesystem von YouTube jedenfalls hat sich seit dem Bestehen von YouTube zu keiner Zeit als brauchbares Instrument in dieser Hinsicht erwiesen. Sogar Eher im Gegenteil. Es wurde mit der Zeit immer ineffizienter und aufwändiger zu bedienen.

Kommentare

@NichtDieMama,
Diese Frage braucht scheinbar einen längeren Anlauf um überhaupt etwas Sinnvolles dazu schreiben zu können, jedenfalls ging es mir so.
Erst einmal ist es offensichtlich, dass im Internet die Verbreitung rechtsextremen Gedankengutes spielend leicht ist.
Die neue Studie über Jugendliche mit solchem Gedankengut, verwundert da auch nicht, denn grade Jugendliche nutzen das Internet intensiver als wir Erwachsenen.
Das sie dabei manchmal unwissentlich Dinge aufnehmen, von denen sie nicht ahnen, dass sie reine Hetze sind, habe ich erst neulich bei meinem Sohn erlebt, als es den Aufruf gab nicht bei Aldi und Lidl einzukaufen, weil diese Israel im Krieg gegen Gaza unterstützen würden.
Nun hatte ich das Glück mitzubekommen was ihm da vermittelt werden sollte und ich konnte ihn aufklären und auch dafür sorgen, dass er sensibler auf Antisemitismus reagiert, so wie wir als Migranten ja auch diese Sensibilität für uns fordern.
Doch wie angedeutet war es reiner Zufall und ich stelle mir vor, dass es nicht häufig der Fall ist, dass Eltern es bemerken und dagegen wirken.

Nun gibt es ja viele Initiativen, die vor Ort Demonstrationen organisieren und auch im Internet informieren, wer Interesse hat googelt etwas gegen Rechts und es kann losgehen, wie gesagt "bei Interesse".
Gegen Rechts drängt sich nicht auf, wie es die Nazipropaganda tut, also kommen nur die Wenigsten auf die Idee mal nachzusehen, was es denn mit der Hetze auf sich hat und ob es normal ist, dass sich so etwas wie Holocaustleugnung irgendwo im Hinterstübchen festsetzt!

Initiativen von Einzelpersonen, die sich ausschließlich im Internet mit dem Thema auseinander setzen, warnen Betreiber von Internetseiten. Immer wieder anschreiben, ihnen mitteilen womit sie es zu tun haben, zeigt in Einzelfällen auch Erfolg.
Oft sind die Betreiber überrascht, dass sie die Nazifalle nicht bemerkt haben und meistens wird dann der rechtslastige Kram auch schnell entfernt.
Doch eine richtige Initiative, die Strategien gegen Rechtsextremismus im Internet entwickelt, kenne ich bisher nicht.
Die meisten beschränken sich auf Infos auf ihren Homepages oder einem Gegenblog wie z.B. PI ihn mit PK hat, wobei nicht zu übersehen ist wer den größeren Erfolg hat in Besucherzahlen ausgedrückt.

Als sich neulich Matthias
hier vorstellte als Unternehmer aus der IT Branche kam mir so der Gedanke, dass er sicher in der Lage wäre, etwas Größeres im Internet zu schaffen.
In meiner Zeit hier, habe ich mindestens 3 Personen mitbekommen, die mehr als nur Links setzen können.
Du selbst, normaler_bürger und Matthias bringen ein dringend erforderliches Know How und Interesse zu der Thematik mit.
Wir haben Geschichtskundige wie Atze und NochEinNick, die mit ihrem Wissen einiges beitragen könnten, wir haben Betroffene wie Herzdoktor oder Bogo, wir haben Menschen die es in ihren Foren (ferry) nicht hinnehmen wollen, dass Hetzte gegen Ausländer, Juden, Muslime betrieben wird.

Das du und normaler_bürger euch engagiert, dürfte inzwischen nicht entgangen sein!
Es gibt hier so viele, die etwas tun möchten und nicht immer viel Zeit, dass richtige Know How oder die richtige Idee mitbringen.
Der Staat fördert viele Initiativen und tut das nötige und was er kann gegen die Verbreitung Rechtsextremer Propaganda im Netz, dass gelingt natürlich nur begrenzt wenn der Server im Ausland steht.

Bundeszentrale für politische Bildung
Die staatlichen Mittel zum Einsatz gegen die Verbreitung extremer Propaganda auf diese Weise sind begrenzt. Die einzige Möglichkeit zur Einflussnahme auf im Internet eingestellte Inhalte stellen bilaterale oder multilaterale Abkommen zur Beschränkung solcher radikalen Inhalte mit den Heimatländern der Internetprovider auf Staatsebene dar. Die Möglichkeiten auf staatsbürgerlicher Ebene dagegen sind vielfältiger und liegen in der jeweiligen Ausnutzung der bereits existierenden Gesetzgebung, welcher der entsprechende Provider unterliegt.

Meiner Meinung nach, kann man sich auch im Netz ganz gut organisieren!
So wie es die Rechtsextremen tun.
Wir werden nicht dafür bezahlt, dass ist klar.
Wir sind aber mehr und wenn wir etwas bewirken wollen im Netz, muss überall, auf jeder Homepage ein kritischer Beitrag zu Rechtsextremismus immer präsent sein, bevor die Rechtsextremen die Chance des „Übersehen werden“ nutzen können.
Neben einem rechten Video, muss immer auch eine Richtigstellung Platz finden, genauso wie ein Rechtsextremer Kommentar, wie er sich hier manchmal findet nicht unbeantwortet bleiben darf.
Also, Kleinvieh macht auch Mist und wenn sich das Kleinvieh organisiert macht es einen großen Haufen.

Keiner ehrt es den paar Kleinen die sich Tag für Tag, Stunde für Stunde vor den PC setzen, Artikel schreiben, Nazipropaganda entlarven, E- Mails an Betreiber verschicken, Videos gegen Rechtsextremismus einstellen.
Das habe ich neulich erst erfahren, als ein bekannter Sender ein Interview über Vereinigungen gegen Rechts und ihre ehrenamtliche Arbeit machen wollte, da war die Arbeit im Netz nicht spektakulär genug um darüber zu berichten!
Auch hier im NGN gilt, nur gemeinsam sind wir stark!
Wenn nicht einige dauerhaft dabei geblieben wären, hätten die Rechten Besucher längst geschafft, was ihnen so vorschwebte.
Anmelden, ein paar Nutzer verunsichern, dass NGN kapern!
Das haben wir gemeinsam und doch jeder Einzelne verhindert!
Ich erinnere mich allzu gern an Daniel Haw, der mit seiner Koscherente von einer Seite die gegen Rechtsextremismus kämpft mit Direktlink zu ihm, am Ende doch noch verbannt wurde!
Es waren die kleinen Proteste von Einzelnen, die ihn zum Schluss in die Arme von PI trieben!
Keine groß angelegten Organisationen!
Bis Heute wurde nicht darüber berichtet außer bei PK, der sich auch mit eigenen Protestmails gegen die Muslimhetze aussprach.
Ich habe über Monate Mails verschickt und war schon ziemlich angenervt, weil mir keiner zuhören wollte und doch still und leise geschah das Unfassbare, unsere Proteste wenn auch vereinzelt, zeigten Erfolg.
Jetzt wo er bei PI zeichnet und schreibt, können wir ihn eindeutig als Rassisten enttarnen.

Solche kleinen Aktionen sind das Rückgrat der Großen, wir können sie vereinen zu einem Ganzen und hier haben wir den Rahmen dafür geschaffen!
Das NGN war unser Sprachrohr, danke dafür auch wenn nicht immer Einigkeit bestand.
Hier haben sich innerhalb eines Jahres mindestens zwei mir bekannte Initiativen im Netz gegründet und das kann man noch ausbauen, wenn den Menschen klar gemacht wird was geleistet wurde und was daraus entstehen kann!

Fazit uns bleibt nur der Kampf im Kleinen und die Hoffnung, dass er von den Großen wahrgenommen wird.
Das Internet ist eine Welt für sich die ihre Auswüchse in das reale Leben hinaus trägt, deshalb bedarf auch Sie, wie in der realen Welt der vielen kleinen Bündnisse die sich engagieren.

Vielleicht sollte man die beiden Google Erfinder mal wieder an ihre eigene Philosophie erinnern: Sie sind mit nichts geringerem Angetreten, als niemals jemandem etwas Böses zu tun.

Wie sieht es denn eigentlich mit Anzeigen aus?

Kann man einzelne Beiträge von rechtsextremem Usern, in denen zum Mord aufgerufen wird oder gehetzt wird nicht melden?

Stellt euch vor, einer wird verurteilt und es wird öffentlich gemacht. Ich glaube, die Youtube Accounts der Rechtsextremen werden schnell von ihnen selbst gelöscht!

Ich denke, dass es vor allem wichtig ist schon im Kindesalter über Hitler und die NPD bzw. andere rechte Organisationen aufzuklären. Natürlich kann man einem Kind so etwas nur in einfachen Worten und vor allem schonend beibringen, um ihm keine Angst vor solchen Leuten zu machen.
Ein von Anfang an klares, v.a. tolerantes Menschen- und Politikbild und eine kritische Denkweise sind von großer Bedeutung, da es Kinder und Jugendliche die Ziele der Neonazis erkennen lässt.

Um auf die Videos zurückzukommen: diese Art von Propaganda wird sich leider niemals vollständig vermeiden lassen, doch ein besserer Schutz wäre wichtig.
Doch wahrscheinlich ist es zu viel Aufwand die Videos vor ihrer Veröffentlichung zu filtern o.Ä.

Ich finde es zimmlich beunruhigend wie man an rechtsextreme musik oder viedeos kommt , einfach auf youtube gehen name eingeben und schon hatt man seine gewünschte band egal mit welchen politschen hintergründen.