Wo rechtsextreme Kleidermarken verboten werden, setzen die Verantwortlichen ein Zeichen, um Nicht-Rechte zu stärken. Oder kehren sie eher die Auseinandersetzung unter den Tisch?
Was sind Ihre Erfahrungen mit Verboten rechtsextremer Kleidermarken und Symbole?
Mehr dazu auch hier:
| www.netz-gegen-nazis.de/artikel/rechtsextreme-kleidermarken-verbieten-994
Ich denke schon, dass ein Verbot rechtsextremer Kleidungsmarken beispielsweise in Fussballstadien zumindest ein deutschliches Zeichen ist. Viele Stadionordnungen verbieten ja auch rassistische GEsänge. Aber selbstverständlich müssen Vereine und Fans mehr tun- als beipsielsweise vor ein paar Monaten Werder-Fans eine rechtsextreme Gruppierung aus ihrer Kurve geschmissen haben, war das ein weiterer wichtiger Schritt. Ebenso wie die TEilnahme einiger Fans des FC Union Berlin am 1. Mai an einer Demo gegen die NPD-Veranstanstaltung in Köpenick. Und wie Aktion wie "Zeig dem Rassismus die Rote Karte". Als dies kann aber nur ein TEil einer Auseinandersetzung mit und einer Diskussion über Rechtsextremismus zB im Fussball sein.
Die Verbote sind letztlich nichts anderes als reiner Aktionismus und helfen zudem im Kampf gegen tatsächlichen Rechtsextremismus keinen Schritt weiter.
Sie lassen eher Gedanken an unrühmliche Vorbilder aufkommen, wie z.B. das Verbot in der DDR in den sechziger Jahren mit "westlichen" Jeans in die Schule zu kommen oder als Junge lange Haare zu tragen.
Ohnehin werden viele Schüler ab einem entsprechenden Alter durch den Umgang mit ihren Freunden in der Freizeit geprägt als durch Kontakte in der Schule selbst. Was dort der Einzelne trägt, vermag die Schule nicht zu kontrollieren und es ist auch nicht ihre Aufgabe. Schon dadurch sind schulische Verbote weitgehend wirkungslos - einmal ganz abgesehen davon, daß es für nicht wenige Schüler sogar eine "Mutprobe" sein könnte, trotz Verbot mit der entsprechenden Kleidung in der Schule zu erscheinen. So war es doch schon immer, daß viele spätestens mit 14 oder 15 den Lehrer einmal richtig provozieren wollen.
Nein, solche Verbote bringen letztlich gar nichts. Der einzige Weg wäre eine Auseinandersetzung mit den Hintergründen mancher Produktion. Aber ohne den erhobenen Zeigefinger.
In gewissen Bereichen ist es eine Notwendigkeit, sich relativ neutral zu kleiden. Dort sind solche Unterlassungen absolut berechtigt.
Und innerhalb der Schule muss man auch nicht mit Nazipropaganda rumlaufen wie z.B. diverse Landser-Shirts oder anderweitige Sachen.
Auch hier kann man nachvollziehen, wenn eine Schule sagt "Zieh Dir was anderes an."
Es gibt auch Schulen, die untersagen eine gewisse freizügige Kleidung der Mädels hinsichtlich Sexismus.
Und es ist sicherlich klar, dass solche Verbote lediglich ein Teil dessen sind, was gegen den ganzen Nazischwachsinn getan werden muss.
Wenn man nachsichtig wäre, und solche vermeindlich kleine Sachen durchgehen liesse aus einer gewissen Toleranz heraus, dann würden die immer weiter austesten, wie weit sie gehen würden können. Und irgendwann landen wir wieder bei den unkultivierten Verhältnissen, in der primitive und unzivilisierte Hetze Alltag wäre. Das hatten wir aber schon und brauchen es nicht noch mal.
Mit freundlichen Grüßen
Olli
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Ein Idiot in Uniform ist immer noch ein Idiot! - Das Känguru
Liebe/r Roberto Hooj, Ihr Beitrag wurde editiert, da er off topic war. Bitte bleiben Sie beim Thema der Ausgangsfrage. Vielen Dank. // Moderator_VR
@ Olli
Worauf läuft denn letztlich ein solches Verbot heraus? Daß Schüler, die keinen Bock auf Schule haben, sich einfach ein entsprechendes Kleidungsstück anziehen und dann können sie die Schule verlassen und nach Hause gehen? Na prima ...
Daß gerade Schüler ein besonderes Bedürfnis haben, ihre Grenzen auszutesten, weiß jeder, der sich wieder einmal in seine eigene Schulzeit zurückversetzt. Da war doch der "Provokateur" meist der, dem die allgemeine Bewunderung vieler galt ...
@murmeli
Blödsinn. Sie übertreiben ein wenig.
Bei uns wurde damals ein Mädchen nach Hause geschickt (mit Eintrag ins Klassenbuch), da sie eindeutig zu aufreizend angezogen war. Ihr Pech halt...Es gab halt Regeln, an ddenen man sich halten musste. Wo ist da das Problem?
Nach ihrer Meinung dürften also Schüler auch im Latex-SM Outfit unten ohne erscheinen, da sie ja "nur" ihre Grenzen austesten? Ok...
Ehrlichgesagt, wer mit Nazisachen provozieren will, kommt wohl bei normaldenkenden Schülern auch nicht wirklich an. Er stellt damit nur zur schau, wie blöd er eigentlich ist.
Aber keine Schule muss sowas akzeptieren. Warum auch? Welchen seriösen Grund gibt es, sowas tolerieren zu müssen. Keiner akzeptiert irgendein Sektentum innerhalb der schule, warum also Nazikram akzeptieren? Macht kein Sinn.
Dazu kommt noch, dass eher der Klassenschönste die beste Bewunderung abbekam, da er auch im Sport der Beste war, was bei den Mädels besonders ankam.
Wir hatten ein Nazi bei uns, der war unbeliebt...
Noch mal zu dem was ich sagen wollte. Wenn man hingeht, und diese ganze Nazisymbolik toleriert, dann kommt man dorthin, wo man in den Zwanziger schon mal war. Da wurde es dann extrem radikal inklusive Übergriffe auf potentielle Hassgegner bzw. mißliebige Personen wie Juden.
Es fängt mit der Kleidung an. Dann werden die Grenzen weiter ausgetestet. Dann kommt das ganze charakterliche Gerümpel in Form der primitiven Propaganda dazu. Wäre das ok? Wollen sie das? Nicht wirklich oder?
Mit freundlichen Grüßen
Olli
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@ Olli
Es ist einfach die Erinnerung an meine eigene Schulzeit, die es als unwahrscheinlich erscheinen läßt, daß es viele 14-/15jährige als besondere Strafe empfinden, wenn sie nach Hause geschickt werden und dadurch den ohnehin ungeliebten Unterricht versäumen.
Ebenso gilt in einem bestimmten Alter derjenige, der sich genau an die Regeln hält, im Normalfall als Streber und ist unbeliebt. Interessant ist dagegen, wer den Lehrer wirklich einmal so zur Weißglut bringt, so daß dieser vielleicht einen Augenblick selbst vergißt ... Aber dieses Spiel mit dem bewußten Überschreiten von Grenzen ist nicht neu, das gab es wohl schon zu allen Zeiten.
Es kann einfach nur die Frage sein, wie man als Lehrer oder Schule diese Dinge händelt und wie man mit ihnen umgeht. Jede Provokation wird sehr schnell langweilig, wenn sie ihr Ziel nicht ganz erreicht. Und dieses Ziel könnte z.B. erreicht werden, indem man nicht den Schüler, der ein entsprechendes Kleidungsstück trägt, deswegen nicht nach Hause schickt, sondern vor der Klasse ohne erhobenen Zeigefinger die Motive erfragt, warum er dieses T-Shirt usw. trägt. Die Antworten dürften im Regelfall sehr dünn ausfallen. Damit hätte man aber auf jeden Fall weit mehr erreicht, als wenn man den Schüler einfach nach Hause schickt und das Tragen des Kleidungsstückes einfach verbietet.
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Liebe/r murmeli, Ihr Beitrag wurde editiert, wo er off topic war. Bitte beziehen Sie sich auf die Ausgangsfrage und auf das Thema dieser Plattform. Vielen Dank. // Moderator_VR
@murmeli
Nochmal, es geht daraum, bestimmte gesellschaftliche Werte beizubehalten. Diese wollen Nazis abschaffen. Soweit so schlecht.
Warum sollte eine Schule die Anwesenheit von grenzdebiler Nazisymbolik akzeptieren? Das hat dann auch nichts mehr mit Provozieren zu tun, es ist schlichtweg unnötig und zeugt von einer gewissen Dumpfheit.
Es hat auch niemand gesagt, dass ein Verbot nur für sich alleine steht. Das muss natürlich begründet werden, damit klar wird warum.
Unsere Lehrer hätten eine solche Person vor die Klasse gebeten, erfragt, was das solle, dann ihn rethorisch auseinandergenommen, dann ihm geraten, sofort etwas anderes anzuziehen, damit er keine weiteren Probleme bekommt. Eintrag ins Klassenbuch bei Wiederholung Tadel. Es gab auch krassere Fälle (Mitnahme eines originalen SS-Bajonets), da kam dann die Polizei.
Heutzutage ist es aber wohl relativ oft so, dass Lehrer damit überfordert sind.
Und nochmal, ich sehe keinen Sinn, dass man Nazikram an einer Schule tolerieren muss. Wo ist der Sinn. Es gibt keinen.
Er wird in der Gesellschaft nicht toleriert, warum in der Schule? Es macht kein Sinn.
Es gibt Leute, die würden sagen, führt Schuluniformen ein, damit wären diese Diskussionen beendet. Mehr noch, der ganze Konsumkram würde aussen vor bleiben und die Schulen könnten sich selber mit ihrem Stil "vermarkten". Wäre vielleicht auch mal eine Idee.
Nach ihrer Meinung ist es also auch ok, dass z.B. junge Mädels in knapper Kleidung, Dessous und anderweitig freizügigen Klamotten auftauchen dürfen, da sie ihre Grenzen austesten wollen? Oder im SM-Darkroom Outfit? Man möchte halt Grenzen austesten...wäre das ok?
Mit freundlichen Grüßen
Olli
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@ Olli
Ich glaube, wir reden bzw. schreiben von zwei Dingen.
Es geht hier nicht darum, mit moralischen Komponenten zu argumentieren, was "Schwachsinn" ist und was nicht. Ich habe mich versucht, an die eigene Schulzeit und das Verhalten als Schüler zu erinnern und da bleibe ich dabei: Es ist in einem gewissen Alter eher belustigend, wegen "falscher" Kleidung dem Schulunterricht fernbleiben zu dürfen. Klassenbucheintrag - wen juckt es letztlich, wenn es sich nicht bei den fachlichen Noten niederschlägt?
Zudem ist es ein großer Unterschied, etwa Kleidung mit offensichtlich verbotenen Symbolen zu tragen - da würde ich Ihnen recht geben, daß in solchen Fällen durchgegriffen werden muß. Worum es aber im Ausgangsbeitrag in erster Linie ging, war ja Kleidung, die jeder tragen könnte ohne dafür rechtlich belangt zu werden und bei nur die Marke provozierend wirken könnte. Im Zweifelsfall müßte man wahrscheinlich erst einmal genauer definieren, was "rechtsextreme Kleidung" überhaupt ist. Im Regelfall ist ja nicht die Kleidung rechtsextrem, sondern dem Hersteller wird vorgeworfen, mit seiner Kleidung (auch) im rechtsextremen Milieu Geld verdienen zu wollen.
Sei es wie es sei: Mir erscheint es auf jeden Fall müßig, zu glauben, daß in einer freiheitlichen Gesellschaft einfache Verbote in der Schule von etwas der Weg sein können, was an sich eben nicht verboten ist.
Von mir aus kann man auch in Offiziersuniform in die Schule kommen, solange man grundsätzlich die fachlichen Leistungen bringt und sich nicht anmaßt, wegen des Äußeren über anderen zu stehen.
Gegen einen Schuluniformzwang bin ich schon aus grundsätzlichen Gründen. Auch er steht im Widerspruch zu einer freiheitlichen Ordnung, wie ich sie sehe.
Hallo murmeli,
die Schulen in der Bundesrepublik sind zur strikten Wahrung politischer, weltanschaulicher und religiöser Neutralität im Interesse des Schulfriedens angehalten. So ist z.B. parteipolitische Werbung an Schulen strikt untersagt. Insofern ist es eine banale Selbstverständlichkeit, dass rechtsextreme Kleidungssymbolik an Schulen stehenden Fusses negativ sanktioniert werden muss. Das erinnert dann auch allenfalls bemühte Relativierer rechtsextremer Umtriebe an vermeintliche DDR-Zustände...
Zur Ausgangsfrage: Ein Verbot rechtsextremer Bekleidungssymbolik ist immer richtig. Es schützt zum einen vor dem Gewöhnungseffekt gegenüber rechtsextremen Überzeugungsbekundungen, schärft das Bewusstsein für notwendige administrative Toleranzrenzen gegenüber undemokratischer und menschenverachtender Ideologie und ist ein sinnvolles Repressionsinstrument, auf das man immer wieder rechtsextreme Allmachtphantasien auflaufen lassen kann.
@ Atze
Ich hatte hier bereits in einem vergangenen Beitrag auch etwas dazu gesagt, wie es in Schulen mit dem Tragen von T-Shirts aussieht, auf denen die Köpfe gewisser kommunistischer Idole prangen. Auch da wird man von "weltanschaulicher Neutralität" kaum reden können. Allerdings wurde allein dieser Hinweis gleich mit der Bemerkung "off topic" gelöscht, obwohl er meines Erachtens hier sehr wichtig ist.
Sie sind für simple Verbote - das ist Ihre Meinung. Aber langsam sollte man doch fragen, weshalb die zahlreichen Verbote in den letzten Jahren letztlich so wenig im Kampf gegen Rechtsextremismus bewirkt haben. Vielleicht weil das Motto: "Es darf nicht sein, was nicht sein darf!" eher zu Trotzreaktionen - und gerade welcher Schüler neigt nicht mal dazu - Anlaß geboten hat, aber das Provokative dadurch auf keinen Fall uninteressanter machte. Ganz nach dem Motto: Die Kirschen vom Nachbarn schmecken am besten ...
Das eigentliche Problem wird damit nicht gelöst.
Und wie ich schon schrieb: Natürich muß keine Schule akzeptieren, daß dort Schüler Kleidung mit verbotenen Symbolen tragen. Aber dies ist etwas anderes, als ein Kleidungsstück, an dem grundsätzlich nichts zu beanstanden ist, außer die Herstellerfirma ...
Erfahrungen aus einer Diktatur sind im übrigen wichtig, um eine erneute Entstehung von Diktaturen zu verhindern.
Hallo murmeli,
nein, allein für "simple Verbote" bin ich nicht. Wie kommst du darauf? Es dürfen gerne auch flankierende Maßnahmen in unbegrenzter Menge zur Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit eingesetzt werden. Bei Bedarf plaudere ich da gerne mal aus dem Nähkästchen...
Es geht mir und wohl auch dem Thread-Eröffner auch nicht um irgendwelche Bekleidung oder Bekleidungsmarken. Es geht um Modelabels wie z.B. dieses Thor-Zeugs, dass der brandenburgische Verfassungsschutz (den Verfassungsschutz akzeptierst du doch ansonsten als berechtigte Einschätzungsquelle)schon als solche in den Rang eines Abgrenzungs- und Identifikationsmerkmals der rechtsextremen Szene einordnet und deren Tragen daher im Bundestag, dem Landtag von Meck-Pomm und zahlreichen Bundesligastadien verboten ist.
Naziklamotten zu tragen, haftet im Übrigen auch nichts provokatives oder trotziges an, allenfalls etwas beschränktes, verdrängendes, uneinsichtiges, etwas gegenüber den gemachten Erfahrungen mit der Nazidiktatur unbelehrbares und insofern gestörtes. Dem sollte man schon im Keim jedweden Anschein des tolerierbaren nehmen.
mich würde interessieren ob die Schule Kleidung verbieten darf die nicht Verboten ist?
Weshalb sollte in der Schule Kleidung verboten werden? Das wäre doch absurd.
Oder meinst Du bestimmte Kleidungsstücke wie z.B. Kopftücher?
Das Thema scheint ja abgehandelt zu sein. Ich wollte nur noch klarstellen, dass ich es ziemlich faschistoid finde, wenn Leuten die Kleidung vorgeschrieben werden soll.
Sowas kennt man eigentlich nur von den Nazis, der chinesischen Kulturrevolution oder den Roten Khmer in Kambodscha.
http://www.youtube.com/watch?v=ADMZrES0dqs
http://www.youtube.com/watch?v=ADMZrES0dqs
bitte weiter impfelen
Was ist wenn aus einer Kleidermarke wie Thor Steinar ein Buchverleger wird und die Gefahr besteht, dass völkisch-faschistische Bücher unter der Modemarke verkauft werden? Habe soeben eine Pressemeldung dazu gefunden:
http://www.firmenpresse.de/pressinfo132640.ht...