Jungen aus meiner Klasse machen sich Hakenkreuzbinden was soll ich tun?

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Schon seit 2 Wochen basteln sich meine Mitschüler Hakenkreuzarmbinden und benutzen ``Jude als Schimpfwort.
Als mich einer von ihnen um ein Blatt fragte, sagte ich:Ich gebe Nazis keine Blätter!
Doch es ist schwierig etwas zu tun, denn wenn ich etwas machen sollte würde sofort der Verdacht auf mich fallen und das würde bedeuten, dass ich als Petze dar stehe, da die Schüler die sich so verhalten, beliebt in der Klasse sind. Die Täter sagen dann: WAR DOCH NUR SPAß!
Ich vermute, dass sich ein Großteil der Klasse auf deren Seite stellt. Was wiederum bedeutet dass die Personen die genauso wie ich denken, zu den Anderen überlaufen damit sie ihren Rang im Rangsystem(Was Heutzutage in Schulklassen oft vorzufinden ist) behalten.
Man kann die ganze Angelegenheit auch nicht mehr als harmlosen Spaß bezeichnen denn wer solche Witze erzählt wie diesen:
Wie viele Juden passen in ein Auto? Vier auf die Sitze und 100 in den Aschenbecher(Bescheuerter geht es nicht!!!!!!!!!)
Ist dumm denn sie machen sich über Massenmorde an Juden lustig.
Brauche dringend Hilfe!!!

Kommentare

Hallo Billetto9912,
solange es Schulklassen gibt, gibt es auch unangenehme Mitschüler, die sich mit Dummheit produzieren.
Sie haben meines Erachtens fünf Möglichkeiten, die sich natürlich auch kombinieren lassen:
1. Sie ducken sich weg, weil Sie zum Beispiel um Ihre Gesundheit fürchten müssen.
2. Sie protestieren laut und ziehen Mitschüler auf Ihre Seite.
3. Sie wenden sich an Ihre Lehrer, die tätig werden müssen.
4. Sie wenden sich an Ihre Eltern.
5. Sie wenden sich an die Polizei, die ebenfalls tätig werden muss.

Die Sache ist die, wenn du das einem Lehrer erzählst würden die Schüler höchstwahrscheinlich von der Schule fliegen...
Es ist auch schonmal 15-Jähriger wegen eines Seitenscheitels von der Schule geflogen..Weil das ja eine klare rechtsradikale Symbolik ist.
http://www.derwesten.de/staedte/nachrichten-a...

Deine Mitschüler meinen das vermutlich wirklich nur aus Spaß...

Wenn die von der Schule fliegen oder sogar strafrechtliche Konsequenzen zu tragen haben, dann stehst du als etwas schlimmeres als eine Petze da...

Deine Schulkameraden brauchen eine dringende Antirassismus und Anti-Antisemitismus Kur.
Ich schlage dir vor, deine Lehrer zu fragen, ob sie nicht mehr antirassistischen Unterricht in ihre Stunden mit einbringen.
Dabei sollten die Lehrer die Schüler keinesfalls direkt darauf ansprechen oder gar mit ihnen schimpfen - das würde nur zu einer Gegenreaktion führen - sondern den Unterricht so machen, dass die Kinder aus dem Unterricht von allein lernen und selber verstehen, dass sowas falsch ist.

Ich weiß nicht, woher diese Schüler so eine Meinung gebildet haben, ich vermute mal, dass sie von rechtsextremer Propaganda überschüttet wurden und meinen, dass dies die richtige Alternative sei.
Ich rate nur: Aufklärung, Aufklärung, Aufklärung, solange bis sich die Schüler das einprägen.

Natürlich spielt auch hier wieder das soziale Umfeld eine große Rolle.
Soziale Förderprogramme könnten den Kindern helfen, sich untereinander zu verstehen und zu respektiernen. Die Kinder müssen lernen, in Vielfalt und Toleranz zu leben.

Wünsche dir viel Erfolg, hoffe das es was bringt.

Gruß

Nikita

PS: Falls sich deine Lehrer weigern sollten, im Unterricht antifaschistischer zu sein, dann beschwer dich mal beim Schuldirektor. Die Lehrer bzw. Schulen sind nämlich verpflichtet, Kinder und Jugendlichen von allen extremistischen Ideologien zu "entlehren".

Ich würde ganz einfach abwarten wie sich die Sache weiter entwickelt. Meistens lösen sich diese Probleme von selbst. Auf keinen Fall würde ich irgend etwas unternehmen, was deine Stellung in der Klasse oder der Lehrerschaft schaden würde.

Hallo Billetto,

das öffentliche zur Schau stellen und tragen des Hakenkreuzes ist eine Straftat und steht folglich unter Strafandrohung. Es ist ein Offizialdelikt, dass bei Kenntnis von der Polizei und der Staatsanwaltschaft verfolgt werden muss. Wenn die also die Strafmündigkeitsgrenze von 14 überschritten haben, kann man denen schon erheblichen Stress machen.
Wenn du selber dazu den "Mut" nicht aufbringen kannst, solltest du dich vielleicht an Lehrer oder couragiertere Mitschüler wenden...

LiebeR Billetto,
erstmal Kompliment, dass du dir Gedanken machst und nicht einfach mir doch wurscht denkst!
Leider kann ich mich aber dem Rat von Franz Ferdinand so ganz und garnicht anschließen, wohin wir kommen, wenn niemand etwas macht, wissen wir alles, also sollten wir handeln.
Gibt es an deiner Schule keineN VertrauensleherIN, zu dem/der du mit Dingen, di dich belasten, gehen kannst? Oder eineN GeschichtleherIn, der/die sich bewusst ist, welches Fach er/sie Unterrichtet und mit deinem Mitschüler ein klärendes Gespräch führen könnte? Es ist ja nicht so, dass du petz. Das Harkenkreuz ist ein verfassungswidriges Symbol, dessen Tagen verboten ist, deine Lehrer sollten das wissen.
Ich wünsch dir viel Mut, es ist nicht leicht für Überzeugung einzustehen, aber umso notwendiger!

hallo,

ich hoffe du wirst noch lesen was ich dir schreibe...

du steckst wirklich in einer verzwickten Situation. Rangordnungen kommen in jeder Klasse vor. Scheiße ist es, wenn du am unteren Ende dieser Ordnung stehst. Es ist vor allem ein Merkmal unseres Systems. Speziell in der Schule zeigt sich das in vielen Punkten. Lehrende - Lernende. Direktor_in - Lehrende. Schüler_innen in höheren Klassen, mit besseren Noten... Es wird aber auch nach der Schule nicht aufhören. Daher finde ich es super, wenn du dir jetzt schon Gedanken darüber machst!

Ich habe über deine Situation nachgedacht. Es kann schlimmer werden, es kann besser werden, kann so bleiben. Aber du befürchtest offensichtlich, dass sich alle dieser Gruppe anschließen werden. Und vll auch gerade deshalb, weil es die Coolen in der Klasse sind, sind Handlungen notwendig. Die Frage ist nur wie?

Einerseits reagierst du super! Du hast es bereits in Kauf genommen alleine dazustehen. Du gibt kein Blatt, du findest die Witze nicht lustig... Das ist bereits Widerstand. Und du machst das großartig.

Andererseits glaube ich würde etwas Aufklärung dich vielleicht unterstützen. Dazu habe ich mir gedacht, dass du womöglich eine_n tollen Geschichtelehrer_in hast, zu der_dem du gehen kannst. In einer Pause, oder wenn er_sie Sprechstunde hat, dich einfach Mal "wegen Klo" aus der Klasse schleichen. Ihm_Ihr die Problemlage erklären und ganz deutlich darauf aufmerksam machen, dass dies auf keinen Fall auf dich zurück zu führen darf. Es könnte beispielsweise eine Stunde für NS Themen aufgegriffen werden. Weiters, ist es vll auch spannend zu wissen um es einfach nur ums Rebellieren per se geht. Dann hilft Aufklärung womöglich auch nichts und über den Holocaust zu sprechen, kann schließlich nur weiter dazu anregen, Jude als Schimpfwort zu verwenden. In diesem Fall wäre es doch toll über Widerstandsbewegungen in der NS-Zeit zu sprechen. Ihren Mut, ihre Tapferkeit, nicht mitzulaufen. Sich nicht den leichten Weg zu suchen. Sich etwas, das mächtig ist, entgegenzustellen. Sich nicht zu beugen, nicht zu unterwerfen, nicht zu akzeptieren....
Wer weiß, vielleicht ändert sich plötzlich die Richtung. Wichtig ist hier auch der_die Geschichtelehrer_in.

Was du noch wissen solltest, du bist eventuell alleine in deiner Klasse. Aber du bist nicht alleine, kann es noch so sehr den Anschein haben!

Du kannst dich über die Antifa informieren und wenn Leute in deiner Nähe sind, dich doch auch mal mit ihnen treffen. Vielleicht findet ihr gemeinsam noch viele andere Ideen. Eventuell können die einen Workshop in deiner Schule anbieten, etc.

Lass von weiteren Entwicklungen hören. Alles Gute

Ghostrider

@Billetto9912

Wie sehen das Ihre Lehrer ?

Oder hegen manche Lehrer gar eine gewisse Assimilation zum Rechtsextremismus ?
Heutzutage nicht unbedingt eine Seltenheit.

Hakenkreuz Armbinden und Judenwitze sind alles andere als harmlos. In der Öffentlichkeit kann sowas auch juristische Folgen nach sich ziehen.

Lehrer, die weghören und/oder wegschauen können sich dadurch auch mächtigen Ärger einhandeln.

Rechtsextremismus an Schulen kann und darf nicht geduldet werden.

Das Lehrpersonal hat genug Möglichkeiten sich bei den Schülern diesbezüglich entsprechend durchzusetzen.

Hier ein interessanter Link für Sie:

http://www.hagalil.com/deutschland/rechts/was...

Beste Grüße

Ghostrider

Rassismus ist die extremste Form von Intoleranz !

Also abwarten und wegschauen ist mit Sicherheit keine Lösung!

Versuch doch mal die Leute anzusprechen von denen du meinst das sie nicht dazu gehören und bei denen zu hören was sie davon halten, vielleicht ist die schweigende Mehrheit doch kleiner als du denkst und außerhalb von Gruppenzwang sorgt das bei mehr Leuten zumindest für unbehagen.

Ich hoffe hier können dir auch noch ein paar Leute weiterhelfen!

heimlich aufnehmen/aufzeichnen mit kleiner hobbykamera etc. und z.b. als CD einem lehrer zu kommen lassen...oder die problematik z.B. über schüler des vertrauens über wenige umwege oder direkt einem lehrer des vertrauens zu übermitteln.

Vertrauenslehrer, Klassenlehrer oder Schulleitung ansprechen. Dieser / Diese muss die Polizei rufen. Dein Name braucht dabei nicht erwähnt werden, so dass niemand mitbekommt, dass du es warst.
Es muss allen klar werden, dass es sich dabei um eine Straftat handelt! Die Grenze eines Spaßes ist klar überschritten. Es wäre für die Täter eine Ermutigung, nichts zu tun.

Hallo Billetto,
zunächst einmal würde ich sagen, dass du mit Sätzen wie "ich gebe Nazis keine Blätter" vorsichtig sein musst. Es ist zwar eine gute Sache ihnen zu zeigen dass du ihre Handlungen nicht okay findest, aber solche Sätze rufen häufig zunächst eine Abwehrreaktion hervor, nach dem Motto "jetzt erst recht!", was natürlich das Gegenteil von dem bewirkt was du möchtest.
Ansonsten kannst du, und da widerspreche ich Franz Ferdinand, und solltest du etwas machen. Auch wenn es vllt. und hoffentlich nur so eine Phase ist, die Gefahr besteht, dass einige denken, dass es akzeptiert wird wenn sie solche dämlichen Sprüche loslassen, dass solche Aktionen sie "cool" wirken lassen.
Es muss deutlich gezeigt werden wie falsch sie mit dieser Meinung sind!
Aber hier ist das wie entscheidend. Wie schon oben gesagt, ruft frontales Vorgehen häufig Trotzreaktionen hervor. Es ist also gut, sie nicht direkt zu verpetzen. Es wäre sinnvoller, dem Lehrer vor dem Unterricht zu fragen, ob man nicht mal "Schindlers Liste" sehen könnte oder einen Projekttag zum Thema Auschwitz macht oder ähnliches. Ohne Namen zu nennen! Benehmen sie sich da daneben, merkt es der Lehrer und sie sind selbst schuld. Bestenfalls überlegen sie sich, ob sie wirklich so "cool" sind.
Liebe Grüße,
Kiwy

Hallo kiwy,

ob frontales Vorgehen immer zu einer Trotzreaktion führen muss, sei dahingestellt. Mittel-, langfristig und dauerhaft wird es aber ohne Konfrontation nicht gehen. Und eine bloße "Trotzreaktion" ist eben keine zeitlich unbefristete Konstante. "Trotz" alleine würde von überzeugenden Argumenten schnell und leicht bloßgestellt - von massiver Strafandrohung wie im vorliegenden Fall geboten sowieso.

@ Franz Ferdinand:

"Ich würde ganz einfach abwarten wie sich die Sache weiter entwickelt. Meistens lösen sich diese Probleme von selbst. Auf keinen Fall würde ich irgend etwas unternehmen, was deine Stellung in der Klasse oder der Lehrerschaft schaden würde."

Dieses "von alleine Lösen" ist leider in der Realität nicht der Fall. Man muss die Schüler noch retten, bevor sie ganz in die rechte Szene hineinkommen. Momentan ist das ja alles noch ertragbar, doch Hackenkreuzbinden und Judenwitze sind schon ganz klar ein Anzeichen auf ein rechtsextremes Gedankenkurs, der die Schüler für das "Hineinfallen" in die rechten Szene sehr anfällig macht. Man muss handeln, solange es geht. Bald wird es sonst zu spät und die Schüler werden nicht mehr aufzuhalten sein.

Vor allem bei der Jugend sollte man immer eine kritische Haltung haben, denn die Jugend ist bei den Rechtsextremen wie bei allen extremistischen Gruppen "leichte Beute". Wenn man nicht schon von beginn an Toleranz, Respekt und Demokratie lernt, wird man auch später sicherer vor Rechtsextremisten sein, die versuchen einen ihre widerliche Ideologie anzuzetteln.
Dass ist immer so; und umso schwieriger ist es, wenn Kinder rechtsextreme Eltern haben, denn dann kommen sie für gewöhnlich in die "Natinale Jugend" und werden dort eine so starke "Gehirnwäsche" bekommen, dass sie praktisch in einer anderen rechtsextremen Welt leben, aus der sie schwer herauskommen.