FPÖ Auftrieb oder Abgang der Rechtspopulisten in Deutschland?

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Pro NRW/Köln in Deutschland bisher belächelt, aber in Sachen Antiislamisierung hochmotiviert und nun auch wieder einmal unterstützt von der FPÖ. Auf der Homepage der Pro NRW freut man sich grade einen Ast über einen Artikel in der Süddeutschen Zeitung, wo berichtet wird FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky und Pro-Chef Markus Beisicht planten eine langfristig angelegte Strategie der Rechten, Ziel sei es in Deutschland eine "patriotische Bewegung auf Bundesebene"' zu etablieren. Basis sollen die bestehenden Pro-Strukturen in Köln und Nordrhein-Westfalen sein.

„Am Mittwoch wird es noch einige Überraschungen geben“ und erstmals seit der Wiedervereinigung habe die deutsche Rechte wieder ein zentrales und mehrheitsfähiges Thema: die Bewahrung der Identität, das Ringen um die Freiheitsrechte und die Verhinderung einer Islamisierung heißt es auf der Homepage der Pro NRW.

Schon vor zwei Jahren machte Pro Köln Schlagzeilen mit der Unterstützung der österreichischen, weitaus erfolgreicheren FPÖ gründete man in Antwerpen ein "Städte-Bündnis gegen Islamisierung". Die Bestrebungen auf europäischer Basis eine starke Rechte zu gründen, sind kein neues Phänomen, gescheitert ist eine 2006 ins Leben gerufene Aktion der rechten Euro-Fraktion an Rumänien.

Auslöser für den Rückzieher der Rumänen, -waren rassistische Krawalle und Hetzreden in Italien nach dem Mord an einer Italienerin in Rom, für den ein rumänischer Einwanderer verantwortlich gemacht wird, der in seiner Heimat freilich nicht als Rumäne, sondern als Roma beziehungsweise "Zigeuner" angesehen wird.-

Wie es scheint scheiterten die Rechtspopulisten bisher an ihren jeweiligen nationalen Interessen, die bei jeder Partei anders gelagert sind. Wie ist es zu bewerten, wenn die FPÖ sich nun direkt in Deutschland um den Aufstieg der Pro Bewegung kümmert? Schließlich ist die FPÖ in Österreich erfolgreicher als man es von Rechtspopulisten in Deutschland behaupten kann.

Kommentare

Hallo, wir mussten Ihren Beitrag löschen, weil er gegen unsere Diskussionsregeln verstoßen hat. Moderator_JW

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Ghostrider

Die PRO´s und ihre Lehrmeister aus dem Land der Mozartkugeln!

Oder das leichtsinnige Spiel mit dem Feuer!

Spätestens nach Sarrazins BRDigung unserer Bundesrepublik in seinen Thesen, bekommen Schagzeilen wie:

Antiislamisierung, Islamophobie, "Städtebündnis gegen Islamisierung" ect.pp, eine neue Bedeutung!

Diese Schlagzeilen lesen sich wie eine Kampfansage an den Islam.

Ein älterer Bürger hat mich neulich auf Grund solcher Schlagzeilen ganz aufgeregt gefragt, ob in Deutschland der Bürgerkrieg ausgebrochen sei.
Natürlich nicht! Entwarnung!

Es ist nur das Säbelrasseln der PRO´s, die sich jetzt in bester Gesellschaft geborgen fühlen.

Im Rudel haben Hunde immer eine große Klappe!

Warum wollen diese Leute eine Welle der Islamophobie in Deutschland verbreiten?

An dieser Stelle möchte ich aus dem Kommentar von @Bogo aus dem Thread "Integration der Muslemen in Deutschland" zitieren. Hoffe, dass mir @Bogo dafür nicht böse ist.

"Warum ist die Türkei so aufgeblüht? Weil nach und nach der Hauch des Westens mit den Rückwanderern in das Land kam. Nun überflügelt die Türkei wirtschaftlich sogar einige EU Länder und die Befürchtungen, dass Erdogan das Land islamisieren werde, erfüllten sich in keinster Weise. Er hat das Land modernisiert, erheblich demokratisiert und wirtschaftlich nach vorne gebracht.

Damit ist die Türkei ein leuchtendes Beispiel für andere islamische Länder."

Der westliche Lebenstil hat bereits viele der hier in Europa lebenden Muslemen geprägt.
Gerade jüngere Generationen können anders als ihre Väter und Großväter, Religion und westliche moderne Ansichten miteinander verbinden. Diese Leute transportieren diese modernen Ansichten auch in ihre Länder, sehr zum Ärger der islamischen Fundamentalisten.

Es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch der Islam reformiert wird.

Das Fundament für einen demokratisierten modernen Islam entsteht z.Zt. hier in Europa.

Ein Meilenstein für den Weltfrieden!

Ein Rechtskonservatives Bündnis in Europa würde diesen Änderungsprozeß verhindern.

Mit der Abschiebung aller Muslemen aus Europa, würde man dem islamischen Terrorismus, dem Jhiad in Europa Tür und Tor öffnen.

Deshalb würden Rechtspopulisten in den Parlamenten, genügend Wählerstimmen natürlich vorausgesetzt, im wahrsten Sinne des Wortes für eine Bombenstimmung in Deutschland und Europa sorgen.

Auch deshalb sind solche Leute für Deutschland und Europa so gefährlich!

Wer mit dem Feuer spielt.....!

Ghostrider

Rassismus ist die extremste Form von Intoleranz!

Hallo, wir haben Ihren Beitrag gelöscht, weil er gegen unsere Diskussionsregeln verstoßen hat. Moderator_JW

@Ghostrider

Die FPÖ hat bei den Wiener Landtags- und Gemeinderatswahl 2010 vor 2 Wochen 26,2 % der Wählerstimmen erhalten. Die SVP erhielt bei den Schweizer Parlamentswahlen 2007 28,9 % der Stimmen.

Das deutet für mich darauf hin, daß ein großer Teil der Bevölkerung in Österreich und der Schweiz die Probleme ähnlich sieht wie die "Rechtspopulisten". Wenn die etablierten Parteien nicht auf diesen Trend eingehen, werden die Rechten weiter erstarken.

Ich persönlich kann nur hoffen, daß auch in der BRD ein Sammelbecken für diese Wähler geschaffen wird. Früher war es die CSU oder der rechte Flügel der CDU. Sollte dies nicht geschehen, stehen einer neuen Rechtspartei alle Türen offen.

Die Reaktionen auf Sarrazin und Merkel sprechen eine eindeutige Sprache.

Hallo, wir haben Ihren Beitrag gelöscht, weil er off-topic war. Moderator_JW

Was denn hier los? Ich würde ja gern wissen was die Herrschaften so schreiben, vielleicht lassen sie mir ihre Antworten erst einmal Privat zukommen, bevor sie es im Forum versuchen. Aber bitte keine Beledigungen. ;-)

@dmitri,
Ich persönlich kann nur hoffen, daß auch in der BRD ein Sammelbecken für diese Wähler geschaffen wird.

Was erhoffen sie sich denn von so einer Partei? Wie sieht eine Politik in ihrem Sinne aus? Sie können mir gern auch Privat antworten

"Die Geschichte ist der beste Lehrer mit den unaufmerksamsten Schülern."
Mohandas Karamchand Gandhi

Was erhoffen sie sich denn von so einer Partei? Wie sieht eine Politik in ihrem Sinne aus? Sie können mir gern auch Privat antworten

Nö ich mag keine persönliche Nachrichten. (...) Ausserdem habe ich die Frage oben schon beantwortet.

Hallo, wir haben einen Teil Ihres Beitrags gelöscht, weil er gegen unsere Diskussionsregeln verstoßen hat. Moderator_JW

Ghostrider

@Dmitri

Österreich hat in Bezug auf das 3. Reich, keine rühmliche historische Vergangenheit. Dafür noch viele Ewiggestrige, die sich scheinbar dieser "alten" Tradition verpflichtet fühlen.

Keine gute Werbung für ein Land, dass zum größten Teil von der Tourismusbranche lebt!

Für die Schweiz sind solche Zahlen eher bedenklich.
Man darf nicht vergessen, dass in den schweizer Banken, hohe Summen an Petrodollars gerade aus islamischen Ländern lagern.

Also kein guter Schachzug der schweizer Bürger!
Stichwort: Islamische Repressalien!

Da muß aber die Schweiz selbst mit klar kommen.

Ghostrider

Rassismus ist die extremste Form von Intoleranz!

@Ghostrider

Die Herstellung einer Verbindung zwischen der FPÖ und dem "Dritten Reich" finde ich aber doch etwas abwegig.

Ghostrider

@Dmitri

Liege ich in Bezug auf die FPÖ wirklich so falsch?

http://www.focus.de/politik/deutschland/wahle...

http://www.stern.de/politik/ausland/abschiess...

http://www.n-tv.de/politik/Oesterreich-ist-en...

http://npd-blog.info/2010/03/11/fpoe-steierma...

Nur soviel zur FPÖ!

Ghostrider

Rassismuzs ist die extremste Form von Intoleranz!

@Ghostrider

Da sind sie mir zuvorgekommen. :-)
Damit es nicht ganz umsonst war kleine Ergänzung.

@dmitri

Die Herstellung einer Verbindung zwischen der FPÖ und dem "Dritten Reich" finde ich aber doch etwas abwegig.

Wieso abwegig?

Rechtsradikaler Grüßaugust
Strache: Sein Deckname war "Heinrich"
Neues Foto zeigt Strache mit Nazis
FPÖ-Chef ist «Hassprediger und Schande»
Burschenschafter-Festkommers mit Strache-Rede

"Die Geschichte ist der beste Lehrer mit den unaufmerksamsten Schülern."
Mohandas Karamchand Gandhi

Wieso abwegig?

1. Neo-Nazis und Nationalsozialisten sind durch einen fundamentalen Antisemitismus geprägt. "Rechtspopulisten" verfolgen als Ziel die Zurückdrängung oder Begrenzung des Einflusses des Islams in Europa. Man kann es Xenophobie nennen.

Protagonisten der "Rechtspopulisten" wie Wilders oder meinetwegen auch Sarrazin vertreten meiner Meinung nach sogar philosemitische Positionen. Sei es die bedingungslose Unterstützung des Staates Israel gegen die Palästinenser oder die These von der höheren Intelligenz von Juden durch Sarrazin.

2. FPÖ und SVP vertreten liberale Prinzipien. Meinetwegen kann man sie auch als "Nationalliberale" bezeichnen. Hauptkennzeichen sind freie Marktwirtschaft, Kapitalismus, Mittelstand, Bürgerfreiheiten usw. Ähnlich wie früher auch die FDP.

Die Nationalsozialisten dagegen streben - wie der Name schon sagt - sozialistische Formen der Wirtschaftslenkung oder auch der Gesellschaft an. Dazu zählt insbesonders eine globale, zentrale Lenkung der Wirtschaft, Massenorganisationen für Jugend, Arbeiter. Im Parteiprogramm der NPD wird sogar das Ziel der weitgehenden Autarkie der deutschen Wirtschaft hervorgehoben, was meiner Meinung nach vollkommen irrwitzig ist und an den Merkantilismus erinnert ("Deutsche, kauft deutsche Bananen" ging früher mal ein Anti-Nazi Witz).

@dmitri,

Es geht nicht um "Wer hat es erfunden" etwas vergleichbares kann es nicht noch einmal geben, es geht um die Muster die zu einem Kampf der Kulturen führen. Juden hatten keinen Staat hinter sich, der ihnen zu Beginn Zuflucht hätte bieten können, Muslime haben diesen aber im Normalfall.

Sie können mir nicht erzählen, dass jemand der vorher mit nationalsozialistischen Ideen (fast alle in der Pro Bewegung und viele in der FPÖ) symphatisierte, nun vollkommen geheilt ist und nur mit Kulturrassismus zu punkten sucht um die Marktwirtschaft wieder in Schwung zu bringen. Diese Leute wissen ganz genau was sie tun und nutzen die Gunst der Stunde.

"Abendland in Christenhand" heißt bei Strache folgendes:
In der "Kronenzeitung" veröffentlichte die FPÖ eine Anzeige, in der Strache ein "FPÖ-Veto gegen EU-Beitritt von Türkei und Israel" versprach, obwohl ja der Beitritt Israels zur EU überhaupt nicht zur Diskussion steht.

"Philosemitische Positionen" finde ich jetzt etwas schwammig, da kann man ja alles mögliche hinein interpretieren und schließlich verband die NPD bis vor kurzem auch ein besonderes Band zum Islam und sie war "extrem Muslimfreundlich" bis sie entdeckte das sie besser fährt, wenn sie auf den Antiislamzug aufspringt. So sieht der europäische Rechtspopulismus auch aus, in Italien kann er Rechtsextrem daherkommen, in Serbien Patriotisch bis National, in den Niederlanden und Deutschland extrem Israelfreundlich, dafür aber extrem Islamfeindlich, in Rumänien Rassistisch (gegen Roma) usw. ein Problem sich miteinander zu verbünden hat man wiederum nicht und die Kontakte zu Rechtsextremen sind unwiderlegbar. Hiermit bekennen sich sich die beteiligten Organisationen zu ihren faschistischen Wurzeln wohlgemerkt auf Einladung der FPÖ wird die Vernetzung der Rechtsextremen und Rechtspopulisten für die kommende Europawahl vorbereitet.

"Die Geschichte ist der beste Lehrer mit den unaufmerksamsten Schülern."
Mohandas Karamchand Gandhi

Ghostrider

@Dmitri

Danke, für die Aufklärung in Sachen Protagonismus, Rechtspopulismus und Philosemitismus.

Bei Wilders könnte ich mir seinerseits philosemitische Positionen durchaus vorstellen. Schließlich war er lange genug in Israel. Auch Thilo Sarrazin dürfte diese Position vertreten, zumindest wäre es klug.

Aber mal im Ernst, wie will denn die FPÖ philosemitische Positionen vertreten?

Etwa durch Antisemitismus?

Liberale bzw. "Nationalliberale" Positionen in Ehren, aber dafür schleppen die Herrschaften der FPÖ zuviele Altlasten mit sich herum.

Wie kann eine FPÖ, die Rechtsextreme bei sich beheimatet den Staat Israel unterstützen wollen? Wie geht das denn?

Und die FPÖ mit der FDP vergleichen!?! Also Herr Westerwelle war seither immer sachlich und ruhig, aber da würde er sicherlich im Dreieck springen;-))

Die freie Marktwirtschaft, den Kapitalismus und die Bürgerfreiheiten, die Sie richtigerweise mit dem Liberalismus in Verbindung bringen, haben wir auch ohne FPÖ, PRO´s & Co.

Zum Anti-Nazi Witz "Deutsche kauft deutsche Bananen!"

Nun,in Anbetracht der stetigen Erderwärmung, vielleicht "doch" irgendwann möglich;-)

Ghostrider

Rassismus ist die extremste Form von Intoleranz!

Die Rechtsliberalen Parteien in Europa werden erstarken weil ein Grossteil der Leute zuwanderung in die EU differenziert betrachtet.

Fakt ist praktisch alle EU Länder schrupfen und brauchen Zuwanderung.
Das steht bei den rechtsliberalen Parteien meiner Meinung nach auch nicht zur Debatte, sondern einfach wen man braucht.

In den letzten 30 Jahren wurde einfach viel zu wenig darauf geachtet wer kommt und wie sich die Leute integrieren.

Es gab keine Sanktionen wenn sich die Leute nicht integriert haben.

Die Probleme werden einfach todgeschwiegen weil es unangenehm ist sich konstruktiv damit auseinander zu setzen.

Die Bevölkerung in der EU hat verstanden das man Zuwanderung braucht, aber eben nicht jeden.
Wir müssen keine Leute hier aufnehemen die dann den Sozialkassen auf der Tasche liegen oder im Knast sitzen und die Justiz beschäftigen.

Wenn wir einfach die Einwanderungs / Aufentaltsbestimmungen zB der Türkei übernehmen würden wären schon 90 % der Probleme gelöst.

Dimitri,

2. FPÖ und SVP vertreten liberale Prinzipien. Meinetwegen kann man sie auch als "Nationalliberale" bezeichnen. Hauptkennzeichen sind freie Marktwirtschaft, Kapitalismus, Mittelstand, Bürgerfreiheiten usw. Ähnlich wie früher auch die FDP.

Das ist so nicht richtig. Die FPÖ hat schon seit 1993 keinen liberalen Flügel mehr. Mehr dazu hier(PDF)

Bei der FPÖ spricht man im Parteiprogramm viel von individueller Freiheit. "Frei" im Sinne der FPÖ ist ein Mensch jedoch erst dann, wenn er sich der "abendländischen Kultur" unterordnet und sich durch sie definiert.

In der Praxis vertritt die FPÖ eine vordergründig "weiche" Form völkischer Anschauung(das hat nichts mit Patriotismus o.ä. zu tun, sondern ist völkischer Nationalismus), den Ethnopluralismus. Am Beispiel der Region Alto Adige in Italien leicht zu erkennen. Dort ist ein großer Teil der Bevölkerung Deutschsprachig. Perspektivisch strebt die FPÖ daher einen DeFacto-Anschluss dieser Region an Österreich an (So wie die NPD gerne Österreich an Deutschland anschließen möchte).

Nun steht in einer Handreichung des FPÖ-Bildungsinstituts: "Wir bekennen uns (...) zur deutschen Volksgemeinschaft"
(Der Link ist von mir)

Konkret sagt die FPÖ im Parteiprogramm:

"Der Heimatbegriff wird in räumlicher, ethnischer und kultureller Hinsicht definiert"

Oder anders: Jeder Ethnie ihren eigenen Lebensraum. Ethnopluralismus.

Aus diesem Grunde ist die FPÖ übrigens auch nicht wirklich als Islamfeindlich einzustufen. Sie liegt diesbezüglich ideologisch im Gleichschritt mit der NPD. Aus den Reihen der FPÖ wurde beispielsweise, angesprochen auf einen FPÖ-Besuch beim Ahmadinejad-Regime und dem Widerspruch zu islamfeindlichen Thesen, ausdrücklich betont, dass der Islam im Iran überhaupt kein Problem darstelle. Die NPD drückt es etwas anders aus: "Wir lieben das Fremde - in der Fremde". An anderer Stelle meinte Strache selbst, er habe nichts gegen Türken - in der Türkei. Kurzum bedeutet dies: Für beide ist nicht der Glaube am Islam das Problem, so wie es vordergründig scheint, sondern die schiere Anwesenheit von Moslems, und zwar deshalb, weil sie mehrheitlich vom Orient oder Afrika abstammen.

An anderer Stelle hebt die FPÖ den "großen Anteil" des alten Österreich an der gesamtdeutschen Geschichte als etwas hervor, worauf man stolz sein könne. Das riecht nicht gut. Aber es ist eben auch ein Trick der FPÖ, Formulierungen mehrdeutig zu wählen.

Bezüglich Marktwirtschaft und Kapitalismus steht einiges im Parteiprogramm, vieles davon verschwurbelt. Teilweise gibt sich die FPÖ tatsächlich wirtschaftsfreundlich, und das passt irgendwie auch zur linken Parole "Hinter dem Faschismus steht das Kapital" ;-)

Da ist nur ein Problem: Die FPÖ ist zugleich antikapitalistisch.

schrankenlosen Kapitalismus, der Mensch und Natur ausbeutet steht im Parteiprogramm. "hedonistischer
Konsumismus" und "aggressiver
Kapitalismus" bedrohe zudem das Abendland. Den Antiklerikalismus, der sich durch den Liberalismus entwickelte, lehnt die FPÖ übrigens ab.

Eine Skepsis gegenüber Banken(Kapital) zieht sich durch alle Ebenen der FPÖ. Dort, wo Kontakt zwischen Bank und Politik besteht, aber ganz besonders dort, wo es international zugeht.

Das ist der "Antikapitalismus von Rechts", der das "Schaffende" dem "Raffenden" Kapital gegenübersetzt, und eine nationale Unabhängigkeit auf wirtschaftlicher Ebene einfordert. Bei der der NPD heißt das: "Raumorientierte Volkswirtschaft". Die FPÖ grenzt sich lediglich rethorisch von der NPD ab, nicht inhaltlich.

Nehmen wir ein anderes Thema. In der bereits genannten Broschüre des FPÖ-Bildungsinstituts wird auch das Thema Umweltschutz behandelt: "Umweltschutz ist Heimatschutz" steht da. Was das bedeuten soll, stäht im folgenden Punkt: "Österreich ist nicht frei". Gemeint ist hierbei die nationale Autarkie. Spezifiziert wird dies folgendermaßen:

"(...)ausschließlich heimische, regenerative Energiequellen(...) Wir sollten die Abhängigkeit von ausländischen Staatschefs und die Erpressbarkeit durch Großkonzerne ein für allemal beenden."

Da ist er wieder: Der Wunsch nach nationaler Autarkie, wie er dem rechten Antikapitalismus eigen ist.

"Umweltschutz ist Heimatschutz". Eine Parole, die außer bei der FPÖ nur bei den militanten Neonazis vorkommt.

Und auch bei der FPÖ ist in diesem Zusammenhang struktureller Antisemitismus zu finden:

So steht im selben Argumentationsleitfaden die Verschwörungstheorie:

"dass es sich um eine künstlich erzeugte Klimakrise handelt, die von den selben Personen und Kreisen und Oligarchien erzeugt und instrumentalisiert wird, die in den letzten Jahren den Preis von Öl und anderen Rohstoffen in die Höhe getrieben haben. Der tatsächliche Hintergrund, die Weltbevölkerung durch eine neue Finanzblase zu plündern, bleibt dabei im Verborgenen."

Desweiteren findet sich die Forderung einer Agrarpolitik, die sich am nationalsozialistischen "Blut und Boden"-Prinzip orientiert.

In der Gesamtheit sieht man: das "Grüne" der Blauen ist Braun, was dann zu lustigen Forderungen wie "Österreichisches Wasser den Österreichern" führt.

Und so weiter und so fort. Ausländer möchte die FPÖ übrigens allesamt aus dem Sozialversicherungssystem ausgliedern, ebenso wie die NPD es will.

All diese Dinge stehen bei der FPÖ jedoch im "Kleingedruckten". Der gemeine Wähler bekommt davon wenig mit. Die bekennenden Nazis wissen jedoch darum, dass es "ihre" Partei ist, und daher wählen sie die FPÖ.

Der große Unterschied zur NPD ist der, dass sich die FPÖ geschickter anstellt, sagte mir einmal ein Strache-Fan.

Ach, es ließen sich auch noch massenweise skurrile Begründungen für Forderungen nennen, Beispielsweise das Binnen-I. Für Rechtsparteien ist dies der Ausdruck des verhassten Feminismus. Anders bei der FPÖ: Sie begründet ihre Ablehnung des Binnen-I jedoch eher damit, dass Textverarbeitungen dies als Fehler anzeigen und dass Braille-Zellen (noch) Probleme damit haben. Folgerichtig ist die Abschaffung des Binnen-I bei der FPÖ eine Forderung nach Behindertenrechten. Vielleicht erstelle ich bei Zeiten mal eine Top10 solcher Skurrilitäten. ;-)

@Bogo:
Das Thema wird natürlich weiter zu beobachten sein. Ebenso wie Pro-NRW hat die FPÖ ihre Wurzeln im NS-Bereich, was sich natürlich auch in der vertretenen Ideologie spiegelt - bei der FPÖ ist es jedoch etwas länger her, daher ist dieser Umstand einem Teil der politisch eher desinteressierten Bevölkerung ebensowenig bekannt, wie die Ideologie. Das ist bei Pro-NRW noch anders.

Aber:

Wie es scheint scheiterten die Rechtspopulisten bisher an ihren jeweiligen nationalen Interessen, die bei jeder Partei anders gelagert sind. Wie ist es zu bewerten, wenn die FPÖ sich nun direkt in Deutschland um den Aufstieg der Pro Bewegung kümmert?

Zwischen deutschen und Österreichischen Rechten gibt es inhaltlich keine substanziell trennenden Unterschiede. Sie fühlen sich beide der "Deutschen Nation" verpflichtet, definieren sie auch auf gleiche Weise - halten sich also für eine gemeinsame "Schicksalsgemeinschaft" eines größeren Ganzen.

Allerdings muss man anmerken, dass die Aufarbeitung des Nationalsozialismus in Westdeutschland eine völlig andere war, als in Österreich. Letztere ähnelt eher der Aufarbeitung, wie sie in der DDR geschah: "Wir waren Opfer. Die anderen waren die Täter."
Unter anderem Daraus resultieren dann auch völlig andere Selbstverständlichkeiten, was das Verhältnis der Allgemeinheit zum Nationalismus angeht. Das "Konzept FPÖ" ist auch nicht auf Deutschland übertragbar, da der Freiheitsbegriff, den die FPÖ z.Zt. für Österreich fremdbesetzt, bereits umfassend in der Parteienlandschaft abgebildet ist, sogar ziemlich ausdifferenziert. Wirtschaftsliberalismus in stark ausgeprägter Form bei der FDP, mit sozialer Verantwortung verbunden bei CDU und SPD. Die CDU hat neben einem rechtskonservativen einen liberalkonservativen Flügel, Sozialliberale Strömungen existieren in unterschiedlichen Abstufungen von Linkspartei bis SPD, und auch in der FDP finden sich noch Ansätze davon. Der Brennpunkt findet sich hierbei aber wohl bei den Grünen.

Das ist FPÖ und Pro-Dingsda ebenfalls bewusst. Ich vermute, dass es dieses Problem ist, um das es bei der "Aufbauhilfe" hauptsächlich gehen wird. Sie werden nach irgendeinen politischen Nischenbereich suchen, der für sich genommen NS-unverdächtig ist, und eine dazu passende Rethorik entwickeln, in die der völkische Nationalismus eingewickelt wird, ähnlich wie es die FPÖ mit dem Begriff "Freiheit" macht. Mit diesem Ansatz werden sie versuchen, ein "neues Lager" zu bilden, und die diesbezügliche und ähnliche Arbeit wird vermutlich durch Gelder finanziert werden, die die FPÖ vom Staat Österreich erhält.

Auf der anderen Seite kann es natürlich auch sein, dass die FPÖ den "Pros" hilft, wieder einmal einen Popanz zur Selbstrelevanzierung aufzubauen.

Stille Beobachter haben das im Auge.

--
Baby Sinclair provozierte seinen Vater Earl indem es ihn "nicht die Mama" nennt und somit die Beschreibung Papa umgeht.

@NDM
Danke für diesen sehr ausführlichen Bericht, an ihnen ist ein Journalist verloren gegangen. ;-)

@Uwe3000

Die Probleme werden einfach todgeschwiegen weil es unangenehm ist sich konstruktiv damit auseinander zu setzen.

Ich finde nicht das die Probleme totgeschwiegen werden, man will nur nicht mit den falschen Leuten an einem Tisch sitzen. Solange das so ist, besteht natürlich die Gefahr Wählerstimmen zu verlieren, die dann den Rechtspopulisten zu Gute kommen.

Diese Entwicklung ist gefährlich und darüber muss der demokratische Staat sich Gedanken machen. Im Bildungswesen thematisieren wir zwar das NS Reich (wenn auch weniger als früher), lassen aber neuere Entwicklungen außen vor. Vielen jungen Leuten ist gar nicht bewußt, welche Ausmaße ihre Symthatie für Rechtspopulisten auf ihr eigenes Leben haben kann.

Wieso sind sich alle so sicher, in das Raster dieser rechten Ideologien zu passen? Sind die Muslime erst mal weg, ist der Hass dieser Menschen noch lange nicht weg.

In Österreich wählen z.B. viele Serben die FPÖ, doch zeichnet sich auch grade ab, wie wenig die Österreicher von dem Beitritt Serbiens in die EU halten. Der Hass der Bevölkerung spiegelt sich in den Kommentaren des einfachen Mannes in allen Gazetten der Alpenrepublik ab und die FPÖ wird um erfolgreich zu bleiben auch diesen Wählern gerecht werden.

Reportage: "Wenn ich wählen könnte, würde ich Strache wählen"
Serbien kommt EU-Beitritt näher

"Die Geschichte ist der beste Lehrer mit den unaufmerksamsten Schülern."
Mohandas Karamchand Gandhi

Schlimm genug, daß man in Österreich praktisch nur die FPÖ wählen kann, wenn man als Primärziel die Eindämmung des Islams verfolgt.

Ghostrider

@Dmitri

Wäre eigentlich unklug eine Partei zu wählen, die man ansich nicht mag!

Ghostrider

Rassismus ist die extremste Form von Intoleranz!

@Dmitri: Protagonisten der "Rechtspopulisten" wie Wilders oder meinetwegen auch Sarrazin vertreten meiner Meinung nach sogar philosemitische Positionen. Sei es die bedingungslose Unterstützung des Staates Israel gegen die Palästinenser oder die These von der höheren Intelligenz von Juden durch Sarrazin.

Hallo Dmitri. Finde ich sehr interessant, dass Sie zu den wenigen gehören, die mitbekommen haben, dass Sarrazin sogar ostjüdische Zuwanderung fordert, weil er dort höhere Intelligenz sieht.
Besonders verrückt wirken dann Aktionen der NPD wie im sächsischen Landtag mit Plakaten wie "Sarrazin hat Recht".
Da sind wir vielleicht bei einem grundsätzlichen Problem: Die Bildungsferne einer offenbar nicht geringen Zahl von Rechtsextremen. Da wird aus dem Bauch "gedacht", verkürzt und wenig differenziert.