Ich gehe im Moment in die zehnte Klasse und seitdem wir in Geschichte mal wieder das Thema 2. Weltkrieg/Holocaust durchnehmen, bekomme ich immer öfter antisemitische Äußerungen von meinen Mitschülern zu hören, sowohl latente ("Irgendwas müssen die Juden ja gemacht haben, dass sie immer verfolgt wurden..."), als auch offensichtliche ("Du Jude" als Schimpfwort). Auch der Ausdruck "bis zur Vergasung" fällt in letzter Zeit mindestens einmal am Tag - letztens sogar von meiner Mathelehrerin (ich weiß, dass er seinen Ursprung nicht im Holocaust hat, aber die Mehrheit der Leute nimmt doch genau das an und verwendet den Spruch dann in vollem Bewusstsein darüber, was andere damit assoziieren...).
Das Schlimme ist, dass ich nicht weiß, was ich dagegen machen soll, da die anderen entweder über sowas lachen, oder es einfach hinnehmen, als wäre es total normal. Ich bin selbst jüdisch und werde unheimlich wütend, wenn andere solche Sprüche vom Stapel lassen... letztens hab ich einen Jungen darauf hingewiesen, dass "Jude" kein Schimpfwort ist und am nächsten Tag erfahren, dass nach der Stunde noch gepflegt über mich hergezogen wurde... wenn man also was dagegen sagt, wird man gleich in eine Schublade gesteckt. In der Schule wissen nur zwei gute Freunde und eine Lehrerin, dass ich Jude bin. Ich weiß nicht, was ich machen soll. Diese Sprüche ärgern mich einfach total, aber ich will vor meinen Mitschülern auch nicht als Spießer dastehen...
Danke schon mal fürs Lesen!
24.06.2008
um 09:49
Hallo!
Genau das gleiche Problem gibt es in der Schule mit Homophobie - "Jude" und "Schwuchtel" sind da wohl beliebig austauschbar. Ich bin zwar nicht jüdisch, aber dafür schwul.
Da bei euch gerade im Unterricht über den 2. WK und Holocaust gesprochen wurde, scheint wohl auch eine Aufklärung über die Hintergründe nicht viel geholfen zu haben.
Eine Möglichkeit wäre vielleicht ein "Coming Out". Das solltest du aber genau überlegen, weil es negative Konsequenzen haben könnte. Andererseits kann ich mir nicht vorstellen, dass sich viele Leute finden, die tatsächlich noch antisemitische Sprüche klopfen, wenn sie wissen, dass du direkt davon "betroffen" bist. Vielleicht wird dann klar, dass Juden eigentlich ganz normale Menschen sind und es nicht okay ist, den Begriff als Schimpfwort zu benutzen. Problematisch ist es dann eher schon, falls du bisher auch schon eher zu den "Mobbing-Opfern" zähltest. Ich denke, das Wort "Jude" wird eher abstrakt benutzt, ohne dass damit tatsächlich beabsichtigt wird, Juden als solche zu beleidigen.
Das "bis zur Vergasung" ist finde ich in dem Zusammenhang geschmacklos (ich kenne diese Redewendung und die eigentliche Bedeutung nicht), auch wenn es nicht überbewertet werden darf - die Mathelehrerin hat es wohl nicht irgendwie antisemitisch gemeint.
Bei uns an der Schule (die ich seit einer Woche abgeschlossen habe) hielt sich die "Jude!"-Beleidigung in Grenzen, dafür gab es täglich die bereits angesprochenen "schwul"-Beleidigungen - zu dem Thema gab es allerdings keine Aufklärung im Unterricht. Wirklich. Kaum ein Wort. Als ob es das nicht gäbe.
24.06.2008
um 10:48
Es kann nicht sein, dass die anderen noch nicht mitbekommen haben, dass Sie Jude sind. Nicht im 10. Schuljahr.
Und reden Sie darüber mit Ihrem Rabbi oder Vertrauensperson in der Gemeinde oder wenigstens mit ihren Eltern darüber.
Shalom und Masel tov
24.06.2008
um 13:16
Darf ich fragen, aus welcher Stadt/Bundesland du kommst?
No Fear
Diskutiere nie mit einem Idioten, erst zieht er dich auf sein Niveau herunter und schlägt dich dort dann durch Erfahrung.
24.06.2008
um 14:42
@ 3
Steht da doch: Berlin.
24.06.2008
um 20:25
@jui-feng:
Ja, "Schwuchtel" ist bei uns auch ein beliebtes Schimpfwort... ich hab auch schon darüber nachgedacht, mal irgendwie darauf aufmerksam zu machen, dass ich Jude bin. Ich bin definitiv kein Mobbing-Opfer, hab aber Angst, eins zu werden, wenn ich mich "oute". Ich weiß von einem Bekannten, in dessen Klasse auch niemand wusste, dass er jüdisch ist, bis der Lehrer es seinen Mitschülern gesagt hat, als er mal einen Tag gefehlt hat. Das Ganze endete damit, dass er letztlich auf eine jüdische Schule gewechselt ist. Deshalb hab ich da Bedenken, zumal auch meine Eltern eigentlich nicht wollen, dass ich es einfach allen erzähle.
@meierdings:
Danke für deinen Tipp, aber mit der Gemeinde hab ich nicht so viel zu tun, da meine Familie nicht religiös ist - deshalb weiß ja auch kaum einer, dass ich jüdisch bin. Bis auf meinen Nachnamen deutet eigentlich nichts darauf hin. Woran sollten sie es denn gemerkt haben?
@No Fear:
Wie meierdings schon sagte: ich komme aus Berlin. ;)
24.06.2008
um 20:35
Ich hätte gedacht, dass du dich an einem Feiertag oder deiner Bar Mitzwa irgendwie als Jude geoutet hättest.
Ich meine irgendwie gibt es immer Situationen, wo man es irgendwie unbewusst oder nicht zeigt. Ist ja auch nicht so wichtig für die Debatte hier.
Aber da du ja nicht so religiös bist ... stimmt - da hätten die es nicht gemerkt. Isst du denn koscher oder ist es in dem Fall auch so, dass du eher nicht religiös bist?
(Eigentlich möchte ich beim Sie bleiben - aber ist auch OK so - Ausnahmsweise ;-) )
Ja liebe Moederatoren - das war off topic ... aber er hat mich gefragt.
24.06.2008
um 21:45
Ja, entschuldigung, das mit dem Sie ist mir auch erst aufgefallen, als ich den Beitrag schon abgeschickt hatte. Anscheinend gibt's hier aber keine Editierfunktion - tut mir wirklich Leid. Im Internet hat man sich das "Du" so angewöhnt. Ich werd' ab jetzt drauf achten.
Die Frage war eher rhetorisch. ;) Aber nein, ich esse nicht koscher, wie gesagt, ich hab mit der Religion nicht so viel zu tun.
'tschuldigung für Off-Topic (wobei es ja nicht sooo weit vom Thema weg ist ;)).
24.06.2008
um 22:11
Also ich würde meine Religion nicht verstecken, aber auch nicht damit hausieren gehen. Wenn man im Gespräch eben so dazu kommt, ist das OK. Warum willst du das auch verstecken, wenn du eh nicht religiös lebst. Ist wahrscheinlich wie bei mir als Christ.
Nur wenn es schlimmer werden sollte, würde ich entweder in der Gemeinde mal fragen, oder einen Lehrer darauf ansprechen. Direkt reagieren würde ich auf solche Hänseleien nicht. Eher so tun als ob du nicht weißt was die denn nun genau meinen.
25.06.2008
um 03:44
Hallo Garry,
möchte mich meierdings anschließen:
Kein großes "outing" vollziehen, in dem Sinn, als ob es etwas besonderes wäre oder als ob Du etwas zuzugeben hättest.
Aber auch auf gar keinen Fall etwas verheimlichen aus Angst!!! Dann hätte nämlich der Antisemitismus schon wieder ein Stück Boden gutgemacht.
Wenn mal wieder ein blöder Spruch kommt: dem Gegenüber fest ins Auge sehen und ihn fragen, ob er denn als Christ meine, etwas besseres zu sein als Du.
Zeig durch Dein Aufreten, daß Du es ansiehst als das, was es ist:
Eine dumme Geschmacklosigkeit von Kindern, bei denen die elterliche und schulische Erziehung versagt hat.
Gruß
Ismael
25.06.2008
um 16:50
(...)
du soltles nochmal mit dem lehrpersonal reden und ständig darauf hinweisen, dass jude kein schimpfwort und die shoa nichts harmloses ist worüber mensch witze machen darf!!
zu sagen das du jude bis ist an und für sich keine schlechte idee...wobei du das in deinem klassenverband sehen muss...du muss abwägen ob es wahrscheinlicher ist, dass sie dann aufhören mit dem thema so unzugehn oder ob sie das dann extra ausweiten kann ichd ir nicht sagen...sich eggen antisemitische aüßerungen zu wehren ist nicht spießig!!ich selbst trage einen blauen davidstern offen an einer tasche herum obwohl ich kein jude bin...aber seit ich diesen stern ahbe sind die antisemitischen aüßerungen an meiner schule weniger geworden...auch wenn es nicht immer ganz ohne aktives(körperliches) einschreiten geklappt hat...und meiner "stellung" innherlab der schule hat das kein abbruch getan!!
überleg genau ob sich ein "comming out" für dich lohnt aber hör nicht auch dich gegen diese aussagen zu wehren!!antisemitismus ist ein verbrechen!!
solidarität mit israel und allen juden/jüdinnen weltweit!!
Hallo, wir haben einen Teil Ihres Beitrags gelöscht, weil er gegen unsere Diskussionsregeln verstoßen hat. Moderator_JW
25.06.2008
um 16:54
Den Vergleich zwischen "Du Jude!" und "Du Schwuchtel!" find ich gar nicht so schlecht!
Weißt du nämlich, was der Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, gesagt hat bei seinem Outing?
- Ich bin schwul und das ist auch gut so.
Das kannst du auch für dich behaupten:
Du bist Jude und das ist auch gut so.
Lass dich nicht durch Menschen einschüchtern, die selbst so eingeschüchtert sind, dass sie sich am liebsten einer Schönheitsoperation unterziehen würden oder sich irgendwelchen Szenegruppierungen anschließen, weil sie sich einzeln nicht gut genug finden.
@meierdings:
Warum kannst du einen Juden nicht akzeptieren, ohne seine Sprache zu kopieren und ihn dadurch lächerlich zu machen? Das hat mich am Ende des 2. Beitrages wirklich sehr gestört...
Ich grüße einen Amerikaner doch auch nicht mit "Fuck" und "Happy Birthday".
25.06.2008
um 23:55
Hallo Garry,
ich würd' mich in diesem Fall auf keinem Fall outen (kein Coming-Out).
Was mir auffällt: Du hast geschrieben: wieder einmal druchgenommen (NS-Zeit und so). Das klingt danach - muss aber nicht so sein - als wären da immer wieder die gleichen Filme und so gezeigt worden, usw.
Wie ist das: Ist der Unterricht immer auf die gleiche Weise weils halt im Lehrplan steht so Nullachtfuffzehnmäßig durchgeführt worden, oder wurde an Einzelschicksalen aufgezeigt, wie das damals war, ein Zeitzeuge oder eine Zeitzeugin eingeladen, Rollenspiele gemacht, etc.
Wie steht Dein Lehrer, Deine Lehrerin zu der Sache? Wenn er/sie eine Antenne dazu hat, kannst Du mir per Mail die Adresse Deiner Schule schicken?
Herzliches Schalom
Marodka
26.06.2008
um 08:47
@ 11
"Warum kannst du einen Juden nicht akzeptieren, ohne seine Sprache zu kopieren und ihn dadurch lächerlich zu machen?"
Mit Anschuldigungen solcher Art - gerade MIR gegenüber - würde ich sehr, sehr vorsichtig sein. Vor allem gegenüber einem Menschen der deutlich gegen Rechtsextremismus und Antisemitismus angeht. Mein Standpunkt sollte klar sein, wenn Sie meine Beiträge lesen. Sie brauchen noch nicht einmal sorgfältig und genau lesen. Meine Position und Einstellung ergibt sich aus dem Geschriebenen.
Der Adressat hat es sehr wohl verstanden, wie ich es gemeint habe. Nur Sie nicht - seltsam ...
26.06.2008
um 08:50
Nachtrag: Wissen SIE (freya)eigentlich was ich da oben als Gruß (shalom und Masel Tov) gemeint habe?
see you later alligater
26.06.2008
um 14:18
@meierdings:
Wollen SIE mir etwa drohen?
Es ist ja wohl völlig legitim, jemanden für sein Verhalten anderen gegenüber kritisieren zu dürfen, oder?
Ich lebe jedenfalls in einem demokratischen Staat und darf das.
Wollen SIE noch einen Tipp hören?
Versuchen SIE sich nicht mehr an der englischen Sprache.
Und für alle allgemein mein persönliches Outing:
Nicht jeder, der einen "vermeintlich germanischen" Namen trägt, ist in diesem Netz ein Nazi.
Um es kurz zu machen: Freya ist einer meiner vielen Vornamen und ich bin eine sozial-liberale Demokratin.
Irgendwelche Anschuldigungen, wie die von meierdings, verbitte ich mir also.
26.06.2008
um 14:37
Garry sollte einfach zu sich selbst stehen - dazu müssen die anderen nicht mal wissen, dass er selbst Jude ist, sie sollten akzeptieren, dass er gegen Judenwitze ist und er sollte sich auch bei vielen Lehrern darüber beschweren.
Bei mir war die Situation in der Schule ähnlich. Mein Bruder ist behindert und Spastiker und natürlich nannte sich jeder in der Schule "Spasti". Als dann auch noch ein Lehrer einen Schüler als "dummen Spasten" bezeichnet hatte, platzte mir der Kragen. Ich hatte einen regelrechten Wutanfall und wurde auch zu Anfang nicht ernst genommen.
Da ich auch nicht zugeben wollte, dass ich von dem Problem (in diesem Fall die Krankheit meines Bruders) direkt betroffen war, musste ich sehr lange dafür kämpfen, dass man keine Witze über Spastiker mehr macht und natürlich haben sich die Schüler dann über mich lustig gemacht - sie wussten ja auch nicht warum mich das so störte.
Nachdem ich allerdings irgendwann Teilerfolge erzielt hatte, outete ich mich.
Nachdem die Schüler wussten, dass ich selbst unmittelbar von der Spastik meines Bruders betroffen bin, schämten sich einige sogar.
Manchen tat es natürlich nicht Leid- die machten sich sogar noch mehr lustig - aber damit muss man rechnen.
Für seine Rechte zu kämpfen, lohnt sich in jedem Fall!
26.06.2008
um 15:19
@ 16
Er will ja gar nicht kämpfen. Und er ist wie er selber sagt unreligiös. Er wollte nur wissen wie er damit umgehen will.
Klar dürfen Sie mich kritisieren. Sie haben aber nicht kritisiert sondern mir öffentlich unterstellt ("Warum kannst du einen Juden nicht akzeptieren, ohne seine Sprache zu kopieren und ihn dadurch lächerlich zu machen?") ihn lächerlich machen zu wollen. Das ist eine Behauptung - keine Kritik Ihrerseits.
Und wer hat behauptet, dass Sie ein Nazi sind? Ich nicht.
26.06.2008
um 15:21
Wir möchten die User dieses Forums darum bitten, wieder auf die Ausgangsfrage zurückzukommen. Vielen Dank! Moderator_JW
26.06.2008
um 22:26
Hallo Garry
Du sagst, dass Du in die 10. Klasse gehst und folgendes passiert ist:
"... seitdem wir in Geschichte mal wieder das Thema 2. Weltkrieg/Holocaust durchnehmen, bekomme ich immer öfter antisemitische Äußerungen von meinen Mitschülern zu hören ..."
Mich würde in diesem Zusammenhang interessieren, wie denn das Thema aufbereitet war .. hat Euer Lehrer das Thema denn schon so aufbereitet, dass deine Mitschüler zu der Erkenntnis kommen:
"...Irgendwas müssen die Juden ja gemacht haben, dass sie immer verfolgt wurden.."
oder dass "Du Jude" als Schimpfwort gebraucht wird?
In diesem Fall solltest du meiner Ansicht nach zu Euerem Rektor gehen und eine Richtigstellung des Themas durch den Lehrer verlangen.
Wenn das nicht der Fall ist und deine Mitschüler "nur so aus Spass" diese Ausdrücke benutzen, wäre es auch der Lehrer, der eine Richtigstellung in einer zusätzlichen Unterichtsstunde zu machen hätte, weil er offensichtlich nicht in der Lage war, das Thema in geeigneter Weise zu unterrichten.
Es spielt dabei auch überhaupt keine Rolle ob Du Jude, Christ, Moslem, Hinduist oder sonstwas bist, weil der Holocaust generell ein "Verbrechen an der Menschlichkeit" war.
Antisemitismus ist tatsächlich schon sehr alt - das gab es auch im Mittelalter schon und es gab auch immer schon Menschen, die versucht haben dagegen anzukämpfen.
Ein Beispiel ist Gotthold Ephraim Lessing (1729 - 1781) mit seinem Stück "Nathan der Weise". Lessing hätte dieses Stück nicht geschrieben, wenn das nicht damals schon ein Thema gewesen wäre und er hat mit diesem Stück damals schon Toleranz gefordert. Humanismus! - Offensichtlich ist diese Lehre an einigen Lehrern spurlos vorübergegangen und das trotz der unbeschreiblichen Verbrechen der Nazis!
Humanismus! - Herder, Goethe, Schiller und Wilhelm v. Humbold - der Urvater des heutigen Schulsystems - ist das alles spurlos an diesen Leuten vorübergegangen?
Neu ist mir, dass man sich als Jude "outen" soll - oder nicht???? Diesen Ausdruck hab ich in diesem Zusammenhang noch nie gehört!
(Wurde in den vorigen Beiträgen häufiger benutzt)
Man stelle sich folgende Schlagzeile vor: "ALBERT EINSTEIN OUTED SICH ALS JUDE:´ICH BIN JUDE UND DAS IST GUT SO´"
Ich hoffe ich bin nicht der Einzige, der sowas als lächerlich empfinden würde.
Es gibt weder einen Grund sich als Jude zu "outen" noch das zu verschweigen. Ich käme auch nie auf die Idee mich als Christ zu "outen". "ICH BIN EVANGELISCH UND DAS IST GUT SO"...
Juden und Christen teilen sowieso die Hälfte ihrer Glaubensgrundlage miteinander: Das Alte Testament.
26.06.2008
um 22:59
Stimmt schon. Jetzt, wo du's sagst, klingt es schon ein bisschen albern.
Es ging halt die ganze Zeit darum, ob er seinen Mitschülern sagen soll, dass er Jude ist, weil das für ihn evtl. Probleme bedeuten würde - ähnlich wie bei einem klassischen "Outing" der Satz: "Ich bin schwul".
Der Vergleich kam auf, weil der erste, der sich mit ihm solidarisierte, ein Schwuler war.
Das Vokabular wurde übernommen und die Problematik drehte sich nicht mehr um Religiöse Akzeptanz,
sondern um dämliche Judenwitze und judenverhöhnende Kommentare - ähnlich ergeht es auch anderen Minderheiten (die eigentlich keine sind), Homosexuelle und Behinderte sind genauso Opfer von rechtsgerichetem Spott.
Anhand dieser Problematik wollten wir uns solidarisieren und helfen.
26.06.2008
um 23:09
Wer erwartet ernsthaft etwas von der Schule?
Alles, was ich über Geschichte weiß, musste ich mir selbst erarbeiten.
Lange habe ich gesessen und gelernt, wie kompliziert die politischen und gesellschaftlichen Zusammenhänge unserer Geschichte eigentlich sind.
Ernsthaft, Pete, entweder du bist ein echt toller Idealist oder du besuchst eine richtig tolle Schule.
Probleme ansprechen? Bei uns war das eine andere Umschreibung für: "Eine Sechs in einem Fach, das man sich nichtmal aussuchen darf."
26.06.2008
um 23:26
Ich würde aus einer Frage, die ein nichtreligiöser Schüler hier stellt kein großen Staatsakt machen. Sicher soll man sich mit denen solidarisieren, die wegen der Religion beleidigt werden - klar soll man sich gegen Antisemitismus stellen und helfen da wo es nötig ist.
Es war doch eine völlig normale Frage eines verunsicherten Schülers. Aber das Problem ist doch ein ganz anderes, als das was hier - völlig richtig! - so engagiert von freya propagiert wird: Es wissen definitv nur DREI Leute, dass der Garry einer Religion bzw. Glaubensgemeinschaft angehört, zu der er keinerlei religiöse Beziehung hat.
Also ich finde, dass hier mit einer groß angelegten Soli-Aktion eher Schaden angerichtet wird, als dass man dem Garry hilft.
Natürlich ist Antisemitismus zu bekämpfen, aber doch immer im Rahmen der Verhältnismäßigkeit. Und zwar so, dass ihm geholfen wird mit den Hänseleien umgehen zu können.
Ich denke was er braucht sind gute Ratschläge für den Alltag und keine hochmotivierte "Wir kämpfen für die Juden"-Kampagne. Zumal er ja selber zugibt absolut nichtreligiös zu sein. Also bitte die Synagoge im Dorf lassen und keine Kriege führen wo es keinen Kampf gibt.
27.06.2008
um 00:52
Garry, wie sind deine Verhältnisse mit anderen Schüler, die von deiner jüdischer Herkunft nichts wissen. Wen die normal sind, dann muss du einfach mal sagen, "hör mal zu, ich bin ein Jude". Wohlmöglich kann es helfen. Ich bin selbst ein Jude, aber auch gar nicht religiös, und sehr oft habe ich bei solchen Gesprächen einfach gesagt: "übrigens ich bin ein Jude, und". Der Ton von gegenüber war sofort versöhnlicher, "Mit dir ist alles OK". Dann fragte ich: "und mit wem NICHT?". Oder ich fragte anders: "wahrscheinlich du weißt wie es geht vor eigenem Geburt zu wissen in welcher Familie zur Welt kommt, du hast definitiv vor deinem Geburt deine Eltern ausgesucht, wie ging das?". Mir hat das geholfen. Die Menschen mit antisemitischen Einstellungen wissen von Juden gar nichts. Das habe ich oft erlebt.
"Hör mal zu, ich bin ein Jude"- "Ach komm, das kann nicht wahr sein", "wieso", "du bist doch absolut normal", "und soll ein Jude nicht normal sein?". Ex-Freund von meiner Tochter, fragte mich einmal ob es stimmt dass die Juden an Gott nicht glauben, ich antwortete: "wir glauben an Gott, wir glauben an seine Dreifältigkeit nicht", und er sagte mir, dass er auch an Dreifältigkeit nicht glaubt, und die Sache war erledigt.
27.06.2008
um 11:11
@22 meierdings
"Ich würde aus einer Frage, die ein nichtreligiöser Schüler hier stellt kein großen Staatsakt machen..."
"Es war doch eine völlig normale Frage eines verunsicherten Schülers."
Die Frage von Garry war vielleicht "völlig normal" - aber die Abfolge der Ereignisse (Ursache - Wirkung), die er beschreibt, ist hoffentlich (!) nicht als "normal" an deutschen Schulen zu betrachten:
Ursache:
"...in Geschichte mal wieder das Thema 2. Weltkrieg/Holocaust..."
Wirkung:
seitdem "...immer öfter antisemitische Äußerungen von meinen Mitschülern.."
Das Problem scheint also in unmittelbarer Verbindung mit dem Geschichtsuntericht zu stehen! Und dies muss hinterfragt werden!!!
Garry kann das Problem gar nicht lösen, weil er es gar nicht verursacht hat.
@21 Freya
Vielleicht bin ich ein Idealist - an der Schule kanns aber nicht mehr liegen (Ich habe vor ca. 30 Jahren das Abitur gemacht).
Ich hatte aber damals das Glück, einen Geschichtslehrer zu haben der es schaffte, bei mir ein sehr starkes Interesse für das Fach zu wecken. So frei nach dem Motto von Antoine de St. Exupery
"Wenn du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu verteilen,.... sondern lehre ihnen die Sehnsucht nach dem weiten endlosen Meer"
Offensichtlich hat das irgendjemand oder irgendwas bei Dir auch geschafft, sonst hättest du kein Interesse gehabt dir dein Wissen in Geschichte selbst zu erarbeiten und glaub mir: Es ist die bessere und intensievere Methode weil es weit über das bloße Wissen hinausgeht.
Aber jetzt bin ich wieder etwas vom Thema abgewichen...
27.06.2008
um 11:52
@ 24
Das ist schon richtig, dass er das Problem nicht selber lösen kann, weil er es nicht verursacht hat. Ich denke mal, dass er darum hier anfragt wie er damit umgehen soll.
Irgendwo las ich, dass in letzter Zeit darüber diskutiert wird, den Geschichtsunterricht zu verändern. Denn das Problem ist nicht die Thematik, sondern die Methodik. (auch etwas ab vom Thema)
Jedenfalls meine ich, dass ihm eher damit geholfen ist, wenn wir ihm Vorschläge machen wie er aktuell damit umgehen kann.
An seiner Schule nun den Aufstand anzuzetteln, der Garry in den Mittelpunkt stellen würde, fände ich übertrieben und wer weiß ob er das überhaupt möchte.
Antisemitismus finde ich ja auch wichtig zu bekämpfen. Aber dann sollte das gemeinsam mit den Betroffenen geschehen, wenn die damit einverstanden sind.
Aber einfach so von außen, wie freya es durchblicken ließ, fände ich kontraproduktiv.
27.06.2008
um 12:13
meierdings,
ich gebe Ihnen vollkommen Recht, der Knackpunkt liegt zum einen an der Methodik. Dazu habe ich ja angeboten, der Schule bzw. dem Pädagogen/der Pädagogin einge Dinge vorzuschlagen.
Dann gibt es aber - neben besserer (w o m ö g l i c h besserer, vielleicht war die Methodik in diesem Fall ja gar nicht schlecht, wir wissen das ja noch gar nicht) - Methoden auch andere hinderliche Phänomene: Wenn die Schüler in einem kritischen Alter sind (Pubertät), könnten sie möglicherweise aus allgemeinem "Provizieren, Protest, Trotz, Ausprobieren, wie weit man gehen kann" und so weiter, sich so verhalten. Verstärkt dadurch, dass möglicherweise die Person des Lehrenden aus verschiedenen Gründen dabei hineinwirkt, Widerspruch, vieleicht überzogenen, hervorruft. Ich sag mal jetzt was, was vielleicht manche anderes sehen. Meiner Meinung nach ist nicht jeder Schüler, der ein Hakenkreuz in sein Heft malt, ein "Nazi", gar für immer und ewig. Das könnte wie gesagt auch überzognener Trotz, pubertäres Gehabe etc. sein. Bei "Judenwitzen" könnte es ähnlich sein. Was nicht heißt, dass man das dann nicht thematisieren sollte und dem klar und deutlich begenet werden sollte. Alleridngs nicht in bloßen Moralbelehrungen verbleiben.
Es wäre allerdings hilfreich, wenn Garry mal wieder sich äußern würde, sondern diskutieren wir hier spekulativ harscharf am Thema vorbei, möglicherweise.
Marodka
27.06.2008
um 12:31
@ Herzdoktor,
es ist vollkommen großartig, wie Sie damit umgehen und diesen Dingen begegnen.
Ich wäre dennoch sehr vorsichtig, generell "Outing" anzuempfehlen. Momentan rate ich Garry davon ab. Das kommt nämlich ganz auf den Kontext an: Ist es pubertäres Gehabe oder gezielt von NPDAO oder so hineingetragen, manche SChüler von solchen beeinflusst. Es kommt darauf an, an welchem Ort man sich befindet, in "No-Go-Aereas", "national befreiten Zonen" würd ich dsa nicht jedem empfehlen. In manchen Zonen Frankreichs verstehe ich es momentan, wenn man nicht immer unbedingt mit der Kippa herum"rennt".
Neben solchem Kontext kommt es aber auch auf den einzelnen Menschen an. Sie haben ausgezeichnetes Selbstbewusstsein, können schlagfertig reagieren. Großartig. Genau die richtigen Antworten. Auf "Ich habe nichts gegen Juden, aber ..." vorbereitet sein und die gute Antwort parat zu haben.
Aber jeder Mensch ist einmalig. Jeder hat andere Fähigkeiten, in denen er gut ist. Der andere wieder andere. Und nobody is perfect.
Mir fällt aber durch Ihre Postings etwas dazu ein. Wenn jemand anderes so darauf reagieren könnte, von der Person Garrys mal weg? Eine jüdische Jugendgruppe was gemeinsames mit der Klasse macht und dann ähnlich mit solchen Dingen umgeht? Etwas, das Jugendliche gerne machen. Wäre das was? Wäre das umsetzbar? Gerade in Berlin sind doch gute Voraussetzungen dafür gegeben. Oder ein szenisches Theater mit gerade diesen Dingen, Judenwitzen, "bis zur Vergasung", "Du bist ja ganz normal" und die guten Gegenantworten immer gleich darauf.
Marodka
27.06.2008
um 12:45
@25
"An seiner Schule nun den Aufstand anzuzetteln, der Garry in den Mittelpunkt stellen würde, fände ich übertrieben und wer weiß ob er das überhaupt möchte."
Wer spricht denn von "Aufstand anzetteln"? Meiner Ansicht nach müsste es im Interesse der Schule und vor Allem des betreffenden Lehrers oder Lehrerin liegen, diese Auswirkungen eines Unterichts richtig zu stellen - auch ohne Garry in den Mittelpunkt zu stellen.
27.06.2008
um 13:01
Könntest du uns bitte auch mitteilen wer diese Antisemiten in deiner Schule sind! Sind es ausnahmlos die bösen, blonden, blauäugigen Nazi-Deutschen. Oder handelt es sich auch vermehrt um muslimische Schüler. Dass es seitens der Muslime einen mehr oder weniger praktizierten Antisemitismus gibt, wird ja gerne mal, vorallem von SPD und Grünen, negiert. In Deutschland wird Judenhass nur wahrgenommen, wenn er in Form von Glatzen in Springerstiefel vorkommt.
Was würdet ihr Nazijäger eigentlich sagen, wenn eine große Deutsche Partei Antisemiten mitten in Deutschland ein Forum für ihren Judenhass ermöglicht?
http://www.ftd.de/politik/international/:Anti...
Aber über sowas darf man ja hier nicht reden, wird sowieso alles zensiert was nicht auf Linie ist.
Ihr startet liebe so unglaublich geistreiche Aktionen und diskutiert z.b. über diese gefährlichen Naziaufkleber und was man dagegen nicht alles machen kann.
Das Israel dauernd mit der Ausrottung seitens des Irans bedroht wird, darüber spricht man lieber nicht, denn da handelt es sich ja um den falschen Antisemitismus.
Hallo, nur kurz der Hinweis: Wir sind hier an einer sachlichen Diskussion zum Thema Rechtsextremismus interessiert. Moderator_JW
27.06.2008
um 13:44
@29
Die Situation im Nahen Osten ist nicht das Thema dieser Diskussion.
Antisemitismus hat etwas mit der Diaspora (also der Zerstreung..) des jüdischen Volkes zu tun. Die von Ihnen angesprochenen Probleme haben ihren Ursprung im Zionismus (also der Rückkehr). Es war schon bei der Gründung des Staates Israel 1948 vielen Juden klar, dass dies als "mit dem nackten Arsch ins Wespennest" bezeichnet werden kann. Übrigens ein Zitat eines jüdischen Bekannten von mir, der Auschwitz überlebt hatte...
27.06.2008
um 13:54
Wir möchten die User dieses Forums ein letztes Mal darum bitten, auf die ursprüngliche Frage zurückzukommen. Off-Topic-Beiträge werden wir in Zukunft leider löschen müssen. Moderator_JW
27.06.2008
um 13:56
Eins ist klar: In der Schule muss reagiert werden.
@ratio:
Bitte nutzen Sie ein Diskussionsforum über Antisemitismus im Alltag nicht dazu, um linke Demokraten schlecht zu machen. Das ist nicht Gegenstand der Diskussion und lässt bei Ihnen eindeutig eine rechte Gesinnung erkennen.
Wenn das Thema Sie so beschäftigt, dann eröffnen Sie ein eigenenes Diskussionsthema!
Gruß, Freya
27.06.2008
um 15:22
@ Garry:
Garry, Sie können mir ab sofort über mein Nutzerprofil ("Ansprechaccount" eine Nachricht zukommen lassen, die von anderen nicht gelesen werden kann.
Vielleicht kann ich ein bisschen helfen, wenn ich den Namen der Schule erfahre etc.
Alles klar? :-)
Bis dann!
Marodka
27.06.2008
um 16:04
Das fände ich sinnvoll, dass Garry sich mal wieder meldet, sonst palavern wir irgendwann über das Wetter und nicht mehr über sein Problem.
27.06.2008
um 16:06
@ 28
Darum hatte ich ja vorgeschlagen, dass er entweder mit einem Vertreter der Schule darüber spricht oder mit einem Vertreter seiner Gemeinde.
"Aufstand anzetteln" bezog sich auf die Beiträge von freya.
28.06.2008
um 01:31
Klare Sache, klare Fronten schaffen.
Wenn mich was wütend macht, wird es angesprochen. Was gibt´s denn da zu überlegen?
Auf jeden Fall offen ansprechen, totschweigen ist selten hilfreich.
Argumente bringen, Argumente der anderen anhören, und einen Dialog führen. Sollte eigentlich selbstverständlich sein. (Ganz einfach, daher habe ich bewusst auf großartige, vor Nebensätzen nur so strotzende Rethorik verzichtet)
P.S. Was ist eigentlich ein nicht religiöser Jude? Ich kann mir z.B. keinen nicht religiösen Christen vorstellen, den würde ich Atheist nennen (nur mal so ein Gedanke)
28.06.2008
um 08:16
Ist eine Verallgemeinerung, jeder wird erst einmal einer Ethnie und deren mehrheitlichen Religion zugeordnet, auch wenn er diese Religion nicht ausübt.
Ein Christ muss erst getauft werden um Christ zu sein, ein Moslem wird in die Religion reingeboren, ich weiss nicht wie es bei den Juden ist, nehme aber an es wird so wie bei den Moslems sein.
Einen Atheisten kann man aber erst als Atheisten bezeichnen, wenn er es selber so will.
Garry, eine eigene Meinung zu haben, ist nicht spiessig, sagen sie immer ihre Meinung und laufen sie nicht wie ein Hordentier hinterher.Sie werden sehen, wenn die Diskussion erst entfacht ist, werden sich viele melden die es eigentlich auch so sehen wie sie, sich aber nicht getraut haben etwas zu sagen.
Am besten sie sprechen das Thema an, wenn ein Lehrer dabei ist, noch besser im Religions oder Ethik Unterricht.
Oder sie bitten einen Lehrer ihres Vertrauens, dass Thema anzusprechen.
Gruss Bogo
28.06.2008
um 20:23
@ 36
Damit ist in aller Regel gemeint, dass man nicht toratreu lebt, z.B. nicht am Schabat in die Synagoge geht, nicht unbedingt koscher isst, keine zwei Garnituren Geschirr für Milchiges und Fleischiges hat, die hohen Feiertage nicht unbedingt einhält, an Jom Kippur nicht fastet, usw.
Das ist bei Christen sicher genauso, es gibt sicher Christen, die sind keine Atheisten, sie glauben an G''tt, aber praktizieren nicht (Kirchgang, Fasten, Prozessionen, ...)
Marodka
29.06.2008
um 14:05
So ist es Marodka. Ich persönlich bin eher Agnostiker. Ich kann mir vorstellen, dass es in allen Religionen Agnostiker gibt.
30.06.2008
um 11:55
Ich bin ein nicht religioser Jude, das bedeutet, dass ich an Gott glaube, im Sinne dass die Welt vom Gott geschaffen ist, aber ich glaube nicht dass alle Schriften vom Gott geschrieben sind, demnach handle nach meinem Gewissen und nich nach Regeln, welche weiss ich nicht von wem geschrieben sind. Deweiteren, es gibt nur einen Gott und für genze Welt, deshalb richtig ist nur dass, was religionsüberschneidend ist, zum beispiel: "Du darfst nicht töten". Alles anderes, was in einer Religion so und in anderer Religion anders ausgelegt ist, kann nicht vom Gott stammen.
30.06.2008
um 12:58
Hallo, wir haben Ihren Beitrag gelöscht, weil er off-topic war. Moderator_JW
30.06.2008
um 21:54
Ich denke, ein "Coming Out" ist keine schlechte Idee. Schließlich kann das Verschweigen seiner Religionszugehörtigkeit auch so gewertet werden, dass man sich dafür schämt. Natürlich kann ein "Coming Out" auch ganz schön in die Hose gehen, aber nichts zu tun ist wahrscheinlich genauso risikoreich. Es spielt auch eine Rolle wie viele Leute (+ sowieso schon Eingeweihte) Ihrer Meinung trotz Outen hinter Ihnen stehen würden. Zusammen ist man dann defintiv stark und kann die restlichen "Trottel" mehr oder minder überzeugen...
30.06.2008
um 22:02
Wenn es einen glücklich macht mit seiner Religion hausieren zu gehen soll er es machen, aber ich würde es (als Agnostiker ;-) )nur dann kommunizieren, wenn ich sicher bin, dass es nicht aufdringlich wirkt.
06.07.2008
um 22:43
die ganze zeit wird ueber anti-semitismus usw. gelabert aber eigentlich ist jedem in meinem alter klar (bin auch in der 10.),dass es meistens bei beschimpfungen wie "du jude" nicht um antisemitismus geht.normalerweise ist das bloss so dahergesagt genauso wie "du spasti", "du schwuchtel" oder aehnliches.zb. wird man bei uns an der schule jude genannt wenn man geizig ist oder sons irgendwas mit geld.das ist zwar sicherlich negativ verbunden, trotzdem sollte man so was nich all zu ernst nehmen, und ich kann mir nicht vorstellen, dass garry noch nie zu jemandem "schwuchtel" oda "spasti" gesagt hat, deswegen wuerdest du doch auch keine behinderten oder schwule hassen.
07.07.2008
um 13:56
Ich finde es unmöglich, dass du solche Schimpfworte in den Mund nimmst und dich auch noch dafür rechtfertigen willst.
Es ist sehr wohl ein Unterschied, ob man jemanden "Dummkopf" oder "Jude" nennt.
Bei letzerem bleibt es eben nicht bei einer neutralen Beschimpfung, sondern lädt den Begriff "Jude" negativ auf, was ich in ABSOLUT KEINER FORM vertretbar oder hinnehmbar finde.
07.07.2008
um 14:15
@keke123
Naja, netter Versuch...*g*
Aber wenn man "Jude" als Schimpfwort verwendet suggeriert man, dass man Juden als was minderwertiges ansieht. Ergo, ist das letztendlich ein Ausdruck von Rassismus, Antisemitismus oder kleinstenfalls großer Dummheit gepaart mit niedrigen Niveau. Vorallem, wenn hingegangen wird, und diesem Begriff, wie Du erwähnt hast, negative Attribute versehen wird. Aber ehrlichgesagt, man muss sich ja nicht auf solch niedriges Niveau begeben oder? Darum kann Garry das zurecht nicht toll finden!
Vorallem denke ich mal, wenn man das umgekehrt macht mit z.B. "Du Deutscher" als Schimpfwort (für alle die jammern, meckern, fabulieren und immer das Glas halb leer sehen als halb voll) wäre das Geschreih wieder groß.
Ach ja, Homosexuelle finden das auch nicht so lustig, wenn sie als Schimpfwort herhalten müssen. Nur mal so nebenbei erwähnt.
Mit freundlichen Grüßen
Olli
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Ein Idiot in Uniform ist immer noch ein Idiot! - Das Känguru
08.07.2008
um 09:48
Wann wird ein Wort zum Schimpfwort?
Macht es der Tonfall oder die Situation, in der ein Wort fällt? Oder beides?
17.07.2008
um 11:38
@meierdings: Die Intention, der Wunsch herabzusetzen macht das Schimpfwort aus, egal ob der Begriff im Zusammenhang mit der Situation oder dem Adressaten steht.
In einer hiesigen Schule schlugen die massiven Interventionen der Lehrkräfte (Aufklärung über die Nazi-Zeit usw.) fehl, weil die betreffenden Jugendlichen (Alter 14/15) sich selbst nicht als Antisemiten sahen und deswegen keinen Bezug zwischen ihrem Jargon und den Kampagnen der Schule sehen konnten. Sie hatten diesen Wortschatz nur irgendwo aufgeschnappt: einfach schlechte Manieren!
Dass andere Mitschüler regelmäßig empört reagierten, machte den Klassenhalunken nur Spaß. Da wussten sie, wie sie die sensibleren Mädels hochgehen lassen konnten!
Mit Gruß, Erschual