Alle Beiträge des Typs Artikel (Netz gegen Nazis)

Kreativer Spendenlauf in Wunsiedel: „Die waren so schnell weg, wie lange nicht mehr!“

Am 15. November 2014 haben Neonazis in Wunsiedel beim „unfreiwilligsten Spendenlauf Deutschlands“ mehr als 10.000 Euro Spendengelder für die Berliner Aussteigerorganisation „EXIT Deutschland“ gesammelt. Über die ungewöhnliche Protestaktion und deren Erfolg sprach Johannes Hartl mit Svenja Fassbinder von der Jugendinitiative Wunsiedel. Im Gespräch erklärt sie nun die Hintergründe des ungewöhnlichen Protests und zieht eine erste Bilanz zur Aktion.

Uwe Mundlos - Radikalisierung eines NSU-Terroristen

Perspektivlos, kaputte Familie, unsichere Verhältnisse: All dies traf auf Uwe Mundlos nicht zu. Trotzdem wurde er nicht nur ein Neonazi, sondern mit dem "Nationalsozialistischen Untergrund" sogar ein mordender Rechtsterrorist. Warum?

Von Mira Erdmann

Wie sich die Montage 2014 von den "Friedensdemos" zu den Islamfeind_innen wandelten

Es ist kalt, kurz vor Weihnachten und die Menschen sollten eigentlich etwas anderes auf ihrer Agenda haben als Menschenfeindlichkeit und Rassismus. Doch aktuell wittern Rassist_innen und Islamfeinde zu viel Morgenluft, um zu Hause zu bleiben. Bei der "Pegida"-Montagsdemonstration in Dresden gingen 5.500 Menschen "gegen Islamismus" auf die Straße, in Berlin-Marzahn versammelten sich am Montagabend diesmal sogar 1.000 Menschen, um gegen Flüchtlinge zu hetzen. Da offenbar mehr Gegendemostrant_innen arbeiten müssen, fielen die Gegenproteste weit geringer aus als am Wochenende.

„ju:an“ gegen Antisemitismus und antimuslimischen Rassismus

Die Fachtagung „Alles Opfer, oder was?“ am 20.11.14 setzte sich mit den vielen Erfahrungen der Mitarbeiter_innen des Jugendarbeitsprojekt „ju:an- Jugendarbeit gegen Antisemitismus und andere Ungleichwertigkeitsideologien“ der Amadeu Antonio Stiftung auseinander. Das Projekt beschäftigte sich drei Jahre lang mit gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit wie Antisemitismus und antimuslimischem Rassismus in der Jugendarbeit und eröffnet viele pädagogische Ansätze und Strategien im Umgang.

Von Mira Erdmann

2.500 Flüchtlingsfreund_innen stoppen 700 "Heimgegner_innen" in Berlin

Die schlechte Nachricht: In Berlin kamen rund 700 Nazis und "besorgte Anwohner_innen" zusammen, um gegen ein geplantes Containerdorf für Flüchtlinge auf die Straße zu gehen. Die gute Nachricht: Rund 2.500 Gegendemonstrant_innen blockierten ihre Wege und sorgten dafür, dass die "Heimgegner_innen" nur eine sehr viel kürzere Route laufen konnten, als geplant: Nämlich direkt zur S-Bahn (und Abfahrt) statt weiträumig durch Marzahn und Hellersdorf. Die beunruhigende Nachricht: Es hätten noch weit mehr Rassist_innen sein können.

Nazi-Demo in Berlin-Marzahn: „Gegen Asylmissbrauch“ mit HoGeSa-Parolen

Deutschlands Neonaziszene drängt zurück auf die Straße. Deutschlandweit folgen in den letzten Wochen Tausende rassistischen Aufrufen – egal ob sie „Nein zum Heim“, „gegen Asylmissbrauch“, „Hooligans gegen Salafisten“ (HoGeSa) oder „Patriotische Europäer gegen Islamisierung Europas“ (Pegida) heißen. Am Samstag werden über tausend Neonazis und Sympathisant_innen zu einem Aufmarsch in Berlin Marzahn-Hellersdorf erwartet. Sie wollen den geplanten Bau eines Containerdorfes für Geflüchtete für rassistische Propaganda nutzen. Aber der 22.11. wird bundesweit ein Nazi-Aktionstag: Auch in Chemnitz, Hannover, Remagen und Völklingen sind rechtsradikale, rassistische Demonstrationen geplant.

Von der Redaktion

Warum schafft „HoGeSa“ den Sprung vom Netz auf die Straße?

Gruppierungen, die islamfeindliche Propaganda in Deutschland betreiben, gibt es seit Jahr und Tag. Viele von ihnen scheinen vor allem das Internet vollzuschreiben. Doch die „Hooligans gegen Salafisten“, die inzwischen auch zahlreiche Nachahmer gefunden haben, haben geschafft, tausende Menschen im Namen des antimuslimischen Rassismus unter dem Deckmantel des Engagements gegen Salafismus auf die Straße zu treiben. Doch warum? Darüber sprach netz-gegen-nazis.de mit der Islamwissenschaftlerin und islamischen Religionspädagogin Lamya Kaddor.

So verschleiert propagiert "Pegida" antimuslimischen Rassismus

Rund 3.000 Menschen gingen am Montag, den 17.11.2014, in Dresden auf die Straße. Aufgerufen hatte dazu – wie bereits an vier Montagen zuvor -  eine Gruppierung namens „Pegida“, was „Patriotische Europäer gegen Islamisierung des Abendlandes“ bedeuten soll. Was sind die Thesen, denen die Menschen da auf der Straße zuhören und die sie mit ihrer Demonstrationsteilnahme unterstützen?

Von der Redaktion

NSU – Wir müssen über strukturellen Rassismus reden!

Seit Mai 2013 stehen fünf Angeklagte im NSU-Prozess vor dem Oberlandesgericht München vor Gericht. Was dort allerdings kaum zur Sprache kommt: Der Rassismus bei der Polizei, der lange die Aufklärung verhinderte. In Berlin diskutierten hierzu Liz Fekete vom „Institute of Race Relations“ in London und die Nebenklagevertreterin Antonia von der Behrens bei der Veranstaltung „Why the NSU Case matters – Structural Racism in Europe” in der Humboldt-Universität. Ihr Fazit: Ohne Debatte über strukturellen Rassismus in Deutschland kann die Auseinandersetzung mit dem NSU-Komplex keine Früchte für die Zukunft tragen.

Von Joschka Fröschner

Rechtsradikalismus in der Spät-DDR - eine Buchvorstellung

Ein Vierteljahrhundert nach dem Fall der Mauer scheint die DDR ein untergegangenes Relikt dunkler Zeiten zu sein; einer Fußnote in der Geschichte gleich, interessant für spezialisierte Historiker und weitgehend bedeutungslos für das Hier und Heute.  Wie irrig diese Annahme ist, zeigt die neue Schrift von Bernd Wagner über den Rechtsradikalismus in den letzten Jahren der DDR. Über 640 eng bedruckte Seiten und 1900 Fußnoten verlangen eine gute Begründung für  die Lektüre.

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