
Und die Rechtsextremen lernen: Aus der Kampagne "Keine Gnade für Kinderschänder" wurde "Deutschland gegen Kindesmissbrauch" - die rechtsextreme Intention und Werbung bleibt aber gleich. Das kleine Foto ist eine Kampagne von NPD-Mann Frank Franz. Quelle: Screenshot Facebook
Mit keinem Thema gelingt der rechtsextremen Szene der Schulterschluss zur Mehrheitsgesellschaft so problemlos wie beim Engagement gegen sexuellen Kindesmissbrauch - besonders im Internet finden sie damit viele "Freund*innen". Dabei geht es den Neonazis nicht um das Engagement für Kinder - sondern um Rassismus und Demokratiefeindlichkeit, wie üblich.
Von Joachim Wolf

Was hier wie eine Seite für Zivilcourage aussieht, stammt von einer zumindest rechtsoffenen Facebook-Seite, die sich tarnt. Quelle: Screenshot
Neonazis versuchen immer wieder, mit unauffällig wirkenden Seiten in Sozialen Netzwerken mit Menschen in Kontakt zu treten, die mit offenem Rechtsextremismus nichts zu tun haben wollen. Eine neue, perfide Technik ist dabei: Seriöse Seiten per „Gefällt mir“-Funktion angeben, um den rechtsextremen Ursprung zu verbergen. Doch die so missbrauchten Seiten können aktiv werden. Wir sagen, wie!

Quelle: Screenshot
Die Facebook-Seite "Keine Gnade für Kinderschänder" war für NPD-nahe Kreise einer der größten Kampagnenerfolge der letzten Monate. Jetzt nimmt Facebook seine gesellschaftliche Verantwortung ernst und löscht die Seite, auf der Rechtsextreme auf Kosten eines hochemotionalen Themas agitierten.
Von Simone Rafael

Harmlos und engagiert? Leider rechtsextrem infiltriert. Quelle: ngn
Aktivismus ist auf Facebook gerade ein großes Thema. So findet auch die virtuelle "Veranstaltung" mit dem Titel "Kinder sind Zukunft - stoppt Missbrauch an Kindern!" großen Zuspruch: Fast 240.000 Leute finden die Aktion gut. Die allerdings ist von Neonazis initiiert. Doch im Internet fällt vielen Userinnen und Usern das offenbar nicht auf. Die rechtsextreme Szene nutzt es zum Stimmenfang.