Kindesmissbrauch

Neonazi-Kampagnen in Sozialen Netzwerken (4): „Keine Gnade für Kinderschänder“

Mit keinem Thema gelingt der rechtsextremen Szene der Schulterschluss zur Mehrheitsgesellschaft so problemlos wie beim Engagement gegen sexuellen Kindesmissbrauch - besonders im Internet finden sie damit viele "Freund*innen". Dabei geht es den Neonazis nicht um das Engagement für Kinder - sondern um Rassismus und Demokratiefeindlichkeit, wie üblich.

Von Joachim Wolf

Neue Nazi-Taktik auf Facebook: Seriösität per „Gefällt mir“-Klick –aber: Freunde kann man sich aussuchen!

Neonazis versuchen immer wieder, mit unauffällig wirkenden Seiten in Sozialen Netzwerken mit Menschen in Kontakt zu treten, die mit offenem Rechtsextremismus nichts zu tun haben wollen. Eine neue, perfide Technik ist dabei: Seriöse Seiten per „Gefällt mir“-Funktion angeben, um den rechtsextremen Ursprung zu verbergen. Doch die so missbrauchten Seiten können aktiv werden. Wir sagen, wie!

Facebook löscht "Keine Gnade für Kinderschänder"-Seite

Die Facebook-Seite "Keine Gnade für Kinderschänder" war für NPD-nahe Kreise einer der größten Kampagnenerfolge der letzten Monate. Jetzt nimmt Facebook seine gesellschaftliche Verantwortung ernst und löscht die Seite, auf der Rechtsextreme auf Kosten eines hochemotionalen Themas agitierten.

Von Simone Rafael

Facebook-Seite "Keine Gnade für Kinderschänder" - Neonazis beim Agitieren zusehen

Aktivismus ist auf Facebook gerade ein großes Thema. So findet auch die virtuelle "Veranstaltung" mit dem Titel "Kinder sind Zukunft - stoppt Missbrauch an Kindern!" großen Zuspruch: Fast 240.000 Leute finden die Aktion gut. Die allerdings ist von Neonazis initiiert. Doch im Internet fällt vielen Userinnen und Usern das offenbar nicht auf. Die rechtsextreme Szene nutzt es zum Stimmenfang.

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