Vereine


Neben rechtsextremen Parteien und Kameradschaften gibt es eine Vielzahl von Vereinen die für die Infrastruktur und Vernetzung der extremen Rechten sorgen. Zum Beispiel einige Burschenschaften, das (inzwischen verbotene)  „Collegium Humanum“ , oder die (inzwischen ebenfalls verbotene)  „Heimattreue Deutsche Jugend“ .

Artikel zum Thema:

Freundeskreis Ulrich von Hutten

rechtsextremistischer Verein; der Name nimmt Bezug auf das nationalsozialistische Idol Ulrich von Hutten

Gedächtnisstätte e.V.

Der Verein Gedächtnisstätte wurde am 23.5.1992 gegründet. Zweck dieses Vereins mit Sitz im ostwestfälischen Vlotho ist laut Satzung die Schaffung einer Gedächnisstätte für die „vergessenen Opfer“ des 2. Weltkriegs.

Von Jan Raabe

Das Konzept für eine "würdige Gedächtnisstätte für die Opfer des zweiten Weltkrieges durch Bomben, Verschleppung, Vertreibung und Gefangenenlager" umfasst jedoch nur Deutsche. Opfer anderer Staatsbürgerschaft fehlen ebenso wie die ermordeten Juden und überhaupt jedwede Opfer des NS-Regimes.

Sportvereine im Visier von Neonazis

“Juden raus”-Rufe bei Landesligaspielen in Sachsen-Anhalt, “nationale Fußballturniere” mit Pokalverleihung und “Hooligans-Nazis-Rassisten"-Schlachtrufe bei Freefight und Box-Kämpfen. Längst ist der Rechtsextremismus im Sport angekommen. Sport gehört genauso zur rechtsextremen Erlebniswelt wie Aufmärsche, Parteiveranstaltungen oder Rechtsrock-Konzerte.

Gesellschaft für freie Publizistik (GfP)

Die "Gesellschaft für freie Publizistik" (GfP) ist mit rund 500 Mitgliedern die größte rechtsextreme kulturpolitische Vereinigung in Deutschland. Die Organisation wurde 1960 von ehemaligen SS-Offizieren und NSDAP-Funktionären gegründet.

Studienzentrum Weikersheim (SZW)

Das Studienzentrum Weikersheim (SZW) wurde 1979 durch den CDU-Politiker Hans Filbinger im gleichnamigen Schloss in Baden-Württemberg gegründet. Das SZW bezeichnet sich selbst als christlich-konservative Denkfabrik. Es gilt als wichtigste Schnittstelle zwischen Konservatismus und der Neuen Rechten. Finanziert wurde das Studienzentrum unter anderem mit Spenden aus der Wirtschaft, zum Beispiel von der Daimler Benz AG. Präsident des SZW ist Bernhard Friedmann (CDU), als Geschäftsführer fungiert Ronald Schrumpf.

Institut für Staatspolitik (IfS)

Das Institut für Staatspolitik wurde im Mai 2000 gegründet und gilt als "Denkfabrik" der Neuen Rechten. Der Sitz des IfS ist in Albersroda in Sachsen-Anhalt. Geleitet wird das IfS von Karlheinz Weißmann und Götz Kubitschek.

Noch vor der offiziellen Gründung kündigte Weißmann unter anderem in der zu der Zeit vom Verfassungsschutz beobachtetet Jungen Freiheit das IfS als "Reemtsma-Institut von rechts" an. Seit April 2003 publiziert das IfS mit der Sezession eine eigene Zeitschrift, die nach eigener Aussage eine Auflage von 3500 Stück hat.

Deutsches Rechtsbüro (DRB)

Das Deutsche Rechtsbüro (DRB) ist eine juristische Hilfsvereinigung, die sich vor allem an Rechtsextremisten richtet. Seinen Sitz hat das DRB derzeit in Birkenwerder bei Oranienburg. Der Verfassungsschutz spricht in Bezug auf das DRB von "rechtsextremistischer Rechtsberatung".

Die Hilfsgemeinschaft für nationale politische Gefangene und deren Angehörige (HNG)

Die "Hilfsgemeinschaft für nationale politische Gefangene und deren Angehörige e. V." (HNG) ist die mitgliederstärkste neonazistische Vereinigung in Deutschland. Die HNG hat rund 600 Mitglieder, ihr Sitz ist in Frankfurt am Main. Im September 2011 wurde die HNG nun verboten.

Die HNG wurde 1979 gegründet. Seit 1991 wird die Organisation von der Rechtsextremistin Ursula Müller aus Mainz-Gonsenheim geleitet. Die HNG versteht sich einerseits als Sammelbecken des gesamten rechtsextremen Spektrums und nimmt damit eine integrierende Funktion innerhalb der Szene ein.

Kampfbund Deutscher Sozialisten

Die neonazistische Mini-Organisation "Kampfbund Deutscher Sozialisten" (KDS) wurde am 1. Mai 1999 in Kremnitz (Brandenburg) ins Leben gerufen. Sie ist eine Gruppe in der sich Alt- und Jung-Nazis organisieren.

Zusammengeschlossen hatten sich darin unter anderem altgediente Vertreter der Neonazi-Szene, darunter Ex-Funktionäre verbotener neonazistischer Organisationen wie Thomas Brehl, Frank Hübner, Michael Thiel sowie der ehemalige Linksradikale Michael Koth, früheres Mitglied von FDJ und SEW, Ex-Vorsitzender der KPD-Ost usw.

Wiking-Jugend (WJ)

Die seit 1994 verboten Wiking-Jugend (WJ) war die älteste und zum Zeitpunkt ihrs Verbots größte rechtsextremistische Jugendorganisation in der Bundesrepublik, die nach dem Vorbild der nationalsozialistischen "Hitler-Jugend" aufgebaut war und agierte.

Von Nadja Müntsch

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