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Mit Gewalt zur Diskussion - die Wortergreifungsstrategie

Wenn Neonazis bei Veranstaltungen auftauchen, die sie nicht selbst organisiert haben, geht es ihnen meistens nur um eins: Mit allen Mitteln zu Wort zu kommen. Gelingt ihnen das nicht, werden sie oft bedrohlich und gewalttätig.

Rechtsextreme Internationale


Europäische Neonazis gedenken am 9.2.2008 in Budapest deutscher und ungarischer Angehöriger der Waffen-SS. Foto: © BALINT PORNECZI/AFP/Getty Images

Eine "Internationale der Nationalisten" streben Neonazis und NPD mit ihren internationalen Partnern in Ost- und Westeuropa sowie Nordamerika und Australien an. Strikt nach dem ethnopluralistischen Konzept eines "Europas der Völker" wird dabei auf ein Höchstmaß an Eigenständigkeit der jeweiligen extrem rechten Parteien und Organisationen Wert gelegt.

Vier-Säulen-Konzept

"Viersäulenkonzept" nennt die rechtsextreme NPD ihre Strategie, mit der sie die politische Macht in Deutschland erkämpfen möchte. Und das nicht erst seit gestern: Seit dem Bundesparteitag 1997 in Stavenhagen hat sich die NPD unter ihrem damals neuen Parteivorsitzenden Udo Voigt dem Viersäulenkonzept verschrieben.

Sportvereine im Visier von Neonazis

“Juden raus”-Rufe bei Landesligaspielen in Sachsen-Anhalt, “nationale Fußballturniere” mit Pokalverleihung und “Hooligans-Nazis-Rassisten"-Schlachtrufe bei Freefight und Box-Kämpfen. Längst ist der Rechtsextremismus im Sport angekommen. Sport gehört genauso zur rechtsextremen Erlebniswelt wie Aufmärsche, Parteiveranstaltungen oder Rechtsrock-Konzerte.

Soziale Frage und Sozialarbeit der Rechtsextremen

Seit Mitte der 1990-er Jahre betont die NPD die so genannte “soziale Frage” in ihren öffentlichen Auftritten und im Parteiprogramm und durch eigene Kampagnen. Im völkischen Weltbild der Rechtsextremisten wird die “soziale Frage” dabei immer mit rassistischen und fremdenfeindlichen Forderungen verbunden.

Kinderfeste, Heimatabende und Ferienfreizeiten

Eine "rechtsextreme Erlebniswelt" mit einschlägiger Musik, Aktionen, sozialen Netzwerken und ideologischen Schulungen haben Neonazis für Jugendliche und junge Erwachsene entworfen. Ziel der Jugendarbeit von Neonazis und NPD ist es, Kinder und Jugendliche mit niedrigschwelligen Angeboten vor Ort in die eigenen Strukturen einzubinden und eine kulturelle Hegemonie in unterschiedlichen Jugendkulturen durchzusetzen.

National befreite Zonen

Das Unwort das Jahres 2000 "National befreite Zonen" ist eine Doppelstrategie, mit der NPD und Neonazis ihr Ziel der Verankerung in den Kommunen und ihre gleichzeitige "Systemopposition" beschreiben.

Querfront: Kopieren als Strategie

Palästinensertücher, schwarze Fahnen und Porträts von Che Guevara: Bei manchen Neonazi-Kundgebungen aus dem Spektrum der "Autonomen Nationalisten" wird erst auf den zweiten Blick deutlich, dass hier Rechtsextremisten gegen "US-amerikanischen Imperialismus" oder "Globalisierung" protestieren.

Landgasthäuser, Bahnhöfe, Hotels: Neonazi-Stützpunkte


Bundesweit bekanntester Immobilienkäufer der Rechtsextremen: Jürger Rieger Foto: © Sean Gallup/Getty Images

Immobilien im Besitz von NPD-Führungskadern und wichtigen Aktivisten der "Freien Kameradschaften" sind ein wesentlicher Beitrag zur rechtsextremen Infrastruktur. Das Ziel ist ganz im Sinne des Konzepts der "zur Schaffung national befreiter Zonen" dauerhafte Strukturen zu schaffen, feste Anlaufpunkte für die eigene Basis und eine rechtsextreme Jugendkultur vor Ort zu errichten sowie sich im gesellschaftlichen und öffentlichen Raum zu etablieren. NPD und Neonazis setzen auf die hohe rechtliche Hemmschwelle für staatliche Behörden, Veranstaltungen auf Privatgrundstücken
auflösen zu können.

Die rechtsextreme "Anti-Antifa"-Strategie


Mit Drohungen und Gewalt wollen Neonazis ihre Gegner einschüchtern Foto: © Theo Heimann/ddp

"Anti-Antifa" nennen Neonazis das gezielte Sammeln von Fotos, Namen und Adressen von vermeintlichen politischen Gegnern. Darunter fallen alle Menschen, die sich öffentlich gegen Nazis engagieren, wie zum Beispiel Journalisten, Politiker, Gewerkschafter und Polizisten.

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