
Polizisten umzingeln einen Blockadepunkt in Dresden am 19.2.2011 Quelle: AAS / hh, cl
Schon das erste Urteil gegen Tim H. hat für einen Aufschrei der Empörung gesorgt: Fast zwei Jahre Haft ohne Bewährung lautete das Urteil dafür, dass er bei einer Nazi-Demo in Dresden angeblich zum Durchbrechen einer Polizeiblockade aufgerufen haben soll. Konkrete Beweise dafür gab es indes nicht. Nun hat die Staatsanwaltschaft noch einmal nachgelegt: Sie will ein härteres Urteil. Welches Signal sendet das eigentlich aus?

Naziaufmarsch in Magdeburg Quelle: Danny Frank
Am 12. Januar zogen Rechtsextreme mit einem "Trauermarsch" durch Magdeburg. Die Blockade des Naziaufmarsches gelang zwar nicht, dafür mussten die Neonazis durch ein Industrieviertel am Rand der Stadt ziehen. netz-gegen-nazis.de hat sie dabei begleitet – eine Reportage.
Von Roger Grahl

Symbolbild "Ein Jahr NSU" Quelle: netz-gegen-nazis.de
Für den Bundesverfassungsschutz hat die Aufdeckung der NSU-Morde zu einer Veränderung der rechtsextremen Szene geführt: Sie sei verunsichert und löse sich stellenweise sogar auf. Tatsächlich aber werden die Morde der Terrorzelle von Rechtsextremen glorifiziert und gefeiert. Gleichzeitig wird rechtsextremer Alltagsterror noch immer verharmlost.
Von Alice Lanzke

Blick in die Medien Quelle: netz-gegen-nazis.de
Es ist etwa ein Jahr her, dass die Mordserie des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) an die Öffentlichkeit kam. Seither wird über das Behördenversagen, Probleme der deutschen Sicherheitsarchitektur und Rassismus in Deutschland diskutiert. Dies zeigt nicht zuletzt ein Blick in die Medien zum Jahrestag – eine Pressesammlung zum Thema.

Quelle: netz-gegen-nazis.de
Ein Jahr nach dem Auffliegen des als "Zwickauer Zelle" bekanntgewordenen Mordkommandos, das sich selbst "Nationalsozialistischer Untergrund (NSU)" nannte, liegen etwa ein Dutzend Bücher vor, die sich mit dem Komplex befassen. Sechs von ihnen werden an dieser Stelle vorgestellt.
Von André Anchuelo

Quelle: netz-gegen-nazis.de
Im Zuge der Ermittlungen zu den NSU-Morden werden Zweifel an der deutschen Sicherheitsarchitektur laut, genährt durch das offensichtliche Behördenversagen. Die Arbeit der parlamentarischen Untersuchungsausschüsse soll Aufklärung bringen – oft genug sorgen die Vernehmungen der Behördenmitarbeiter aber vor allem für Kopfschütteln. Auch die Medienberichterstattung zeigt sich ambivalent.

Quelle: Kreis Göppingen nazifrei
Knapp 150 rechtsextreme Demonstrant*innen marschierten am Samstag durch das baden-württembergische Göppingen. Im Vorfeld waren massive Ausschreitungen befürchtet worden, aus dem Grund hatte die Stadt den Aufmarsch verbieten wollen. Doch das Verbot wurde vom Verwaltungsgerichtshof Mannheim einkassiert. Die Randale blieben aus – dennoch bleibt ein zwiegespaltener Eindruck: Da gelingt es Nazis, das Geschehen in der Stadt einen ganzen Tag lang zu bestimmen.
Von Alice Lanzke

Rechtsextremer Anschlag in Zossen Quelle: "Zossen zeigt Gesicht"
Dass das Engagement gegen Rechtsextremismus nicht nur oft mühselig ist, sondern gar mit Gefahr für die eigene Sicherheit verbunden sein kann, ist keine neue Erkenntnis. Traurige Bestätigung findet dies nun am Beispiel von Jörg Wanke, Sprecher der Initiative "Zossen zeigt Gesicht": Sonntagnacht wurde ein Anschlag auf ihn verübt. Unbekannte sprengten den Briefkasten seines Privathauses, außerdem versuchten die Täter*innen, die Glasscheibe der Haustür einzuwerfen.
Von Alice Lanzke

Homepage-Screenshot der rechtsextremen Kameradschaft "Besseres Hannover" mit eingefügtem Verbotszeichen Quelle: Screenshot
Nachdem erst kürzlich drei militante Neonazi-Kameradschaften in Nordrhein-Westfalen verboten worden sind, gelang den Behörden in Niedersachsen jetzt der nächste Schlag gegen die rechtsextreme Szene. Mit sofortiger Wirkung ließ der Innenminister Uwe Schünemann (CDU) am Dienstag, den 25. September, die Neonazi-Gruppierung "Besseres Hannover" verbieten. Außerdem ermittle die Staatsanwaltschaft gegen 22 Personen wegen "Bildung einer kriminelle Vereinigung".
Von Johannes Hartl

Es gab Zeiten, da waren solche Plakate noch lustig (Foto von 2004). Quelle: ngn / sr
Nach Bekanntwerden des „Nationalsozialistischer Untergrunds“ (NSU) waren die Hoffnungen groß, dass sich nun endlich etwas ändert im Umgang mit Neonazis im Allgemeinen und rechtsextremen Straftaten im Speziellen. Doch weit gefehlt: Denn während die Ermittlungen zum NSU beinahe täglich von einem neuen Skandal mit bisweilen extremen Ausmaßen erschüttert werden, ist vielerorts rechtsextremer Terror immer noch Alltag.
Von Johannes Hartl
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