
Sonnenrad im Auge: "Obsorge-Karte" des Wave-Gothic-Treffens 2009 spielt mit rechtsextremer Symbolik und wurde viel diskutiert Quelle: Screenshot
Immer wieder versuchen Rechtsextreme, Anschluss an diverse Jugendkulturen zu gewinnen, um die eigene Ideologie zu verbreiten. Seit Jahren kämpft auch die Gothic-Szene darum, keine Plattform für rechtsextreme Meinungen zu werden. Doch als selbsterklärter tolerantester Hort des Außergewöhnlichen wie gesellschaftlich Abgelehnten ist sie manchmal anfällig für Nazi-Ideen - und tut sich als vermeintlich unpolitische Jugendkultur oft schwer, damit umzugehen.
Von Dana Fuchs
"HipHop wird schneller weiß als man denkt", titelte bereits 2001 die "Bravo des Rechtsrock", Rock Nord. In diesen Zeiten der kulturellen Neuausrichtung der Neonaziszene – Skinheads verloren den Alleinvertretungsanspruch und Blackmetal und Hatecore wurden dominierende Jugendkulturen in der extremen Rechten – forderte die Rock Nord unverhohlen, auch den letzten Damm brechen zu lassen.