Feindbild Amerika: Über die Beständigkeit eines Ressentiments

Klappentext
Amerika ist wenig geliebt. Je nach politischer Couleur wurden ihm seit eh und je Kulturlosigkeit, schnöder Materialismus oder zynischer Imperialismus vorgeworfen. Trotz aller nach dem 11. September 2001 abgelegten Lippenbekenntnisse verkehrte sich die bekundete Solidarität schon bald in demonstrative Distanz, die weit über kritische Einwände in Detailfragen hinausreicht. Der dabei aufscheinende Antiamerikanismus ist beileibe keine Erfindung der deutschen politischen Kultur allein. Vielmehr stellt er einen Reflex traditionsverhafteter Gesellschaften oder Gruppen gegenüber der anbrandenden Moderne dar. In einem großen historischen Essay weist der Historiker Dan Diner überzeugend nach, dass sich hinter diesem Ressentiment vielfältige Ängste vor der durch die USA paradigmatisch repräsentierten Moderne verbergen.

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