Aus dem Titelbild der neuen Broschüre zum Umgang mit der AfD und den rechtspopulistischen Einstellungen ihrer Wähler_innen der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin.
mbr Berlin

Wi(e)der sprechen - Wie umgehen mit der AfD?

Mit „Wi(e)der sprechen” hat die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin (MBR) gemeinsam mit dem Verein für Demokratische Kultur in Berlin e.V. (VDK) jetzt eine erste Handreichung zum Umgang mit der Alternative für Deutschland (AfD) veröffentlicht. Die MBR reagiert damit auf die stetig steigende Anzahl von Beratungsanfragen aus Politik und Zivilgesellschaft.

Von der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus, Berlin

Der VDK e.V. lud vor diesem Hintergrund in den Jahren 2014 und 2015 Kolleg_innen der bundesweiten Mobilen Beratungsteams, Vertreter_innen der politischen Stiftungen, Wissenschaftler_innen und andere Expert_innen aus dem Bundesgebiet zu mehreren Fachgesprächen ein. Netz-gegen-nazis.de war auch dabei. Unter anderem diesem Erfahrungsaustausch verdankt sich die neue Publikation, denen Fokus weniger auf der Partei als solcher liegt, sondern viel mehr auf der Auseinandersetzung mit der Stimmung im Land und den teils rechtspopulistischen Forderungen der AfD.

Die Handreichung kann hier als pdf heruntergeladen werden:
| www.mbr-berlin.de

Ein Auszug der wichtigsten Schlussfolgerungen:

  • Entscheidend für die Auseinandersetzung mit der AfD ist es, ihren problematischen Kern zu treffen: Es geht darum zu erklären, was genau an den Inhalten der AfD problematisch ist und warum die eigenen Positionen dem widersprechen.
     
  • Hinter der Kritik der AfD an Bürokratie, »Parteienherrschaft« und undemokratischen Entscheidungsstrukturen stehen Vorstellungen, die noch undemokratischer sind. Die Idee der »mandativen Demokratie« etwa bedeutet kein Mehr, sondern ein Weniger an Demokratie; der Schutz vor einer »Tyrannei der Mehrheit« bedeutet die Schwächung demokratischer Mitbestimmung usw. Inhaltliche Differenzen gilt es an konkreten Themen und Ereignissen auszuweisen – auch dort, wo es vorgeblich nur um »Sachfragen« geht.
     
  • So notwendig demokratische Reaktionen auf die AfD sind, so wichtig ist proaktives Handeln: Demonstrationen, Kunstprojekte, Feste oder Resolutionen können Formate für die selbstgewählte inhaltliche Auseinandersetzung mit der AfD sein.
     
  • Skandalisierungen einzelner Äußerungen, die offen rassistisch oder rechtsextrem sind, sollten auf die Programmatik der AfD bezogen werden, um deutlich zu machen, dass es sich nicht um Ausrutscher oder Ausnahmen handelt, sondern dass solche Äußerungen dem grundlegenden Ansatz der Partei entsprechen.
     
  • Überall da, wo die AfD Positionen vertritt oder zuspitzt, die sich auch in der »gesellschaftlichen Mitte« finden, sollte genau dieser Zusammenhang deutlich gemacht werden.

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