Rechter HipHop: Dee Ex

Rechtsextreme, die HipHop machen? Ja, die gibt es. Sie stehen für die anhaltende Modernisierung der Szene und sorgen für Gesprächsstoff – auch innerhalb der Neonazi-Bewegung. Trotzdem gibt es schon mehrere Protagonisten und Protagonistinnen - heute: Dee Ex.

Von Milla Frühling

| Einführung zum Thema NS-HipHop

„Deutschland treu zu sein ist nicht einfach. Deutschland treu zu sein, ist ein Tabu. Deutschland treu zu sein ist kein Verbrechen also fang an zu denken und hör mir endlich zu!“ („Antideutsch“, Dee Ex)

Über „Dee Ex“, eine Berliner Rapperin, wurde bei netz-gegen-nazis.de schon einmal ausführlich berichtet. Sie selbst sieht sich als "Patriotin", die auf "Missstände" in Deutschland aufmerksam machen möchte, wie sie auf ihrem Blog schreibt, der ein eisernes Kreuz als Icon führt und sich im Sprachgebraucht der rechten Szene "Gegen Antifant-istische Gewalt" wendet. „Wenn ich sage stark und Deutsch red’ ich nicht vom Hakenkreuz“ sagt ihr Rap-Kollege „Villain051“ im Video „Skandal! Nichts und Niemand räumen auf!“ und „Dee Ex“ fügt hinzu „Skandal, ich liebe mein Land, Skandal und sprech’ es auch noch aus. Skandal, ich verteidige mein Land“. Entsprechend wird sie in rechtspopulistischen Kreisen gern gehört und pflegt viele Kontakte in diese und die rechtsextreme Szene.

In ihren neuesten Projekten - in denen sie eher romantisch-rockige Töne anschlägt - arbeitet sie mit der Rechtsrock-Band „Die hungrigen Wölfe“ zusammen (ehemals Kategorie C) oder covert den Song „An einem fernen Morgen“ der „Lunikoff-Verschwörung“. Auf ihrer Facebook-Seite wird die Distanz zur Rechtsaußen-Szene noch geringer. Hier postet Dee Ex Flaschenöffner in Hakenkreuzform, garniert sexy Bilder mit dem Slogan "Antifa halt's Maul - Deutschland braucht Dich nicht." und verkündet, dass zu ihren Favoriten der reißerische rechtspopulistische "Kopp-Verlag", die nationalistische "Deutsche Militärzeitschrift" und das Rechtsaußen-Nachrichtenmagazin "Zuerst", beide aus Dietmar Muniers Verlag "Lesen und Schenken", gehören. Immerhin 1.600 Menschen auf Facebook gefällt das.

Auf ihrem privaten Profil zeigt ein Blick auf ihre Aktivitäten und Gruppen Interesse an Rechtspopulistischem ("freiheitlich.org", "Bürger in Wut"), Neurechtem ("Junge Freiheit", "Sezession"), Rechtsextremem ("Metapedia", "Deutschland-Echo", "Thor Steinar"), rechten Kampagnen ("Gegen Gender-Mainstreaming", "Keine Gnade für Kinderschänder"), Verschwörungstheoretischem ("The Zeitgeist Movement", "Stoppt Bilderberger"), aber natürlich auch eigentlich Harmloses wie "Walther von der Vogelweide" oder "Königin Luise".

In einem Interview erklärt Dee Ex: „Ich hab mich so genannt, weil die Ex sowie so keiner leiden kann. Eine Ex stört immer und überall“. Dieser Selbstbeschreibung bleibt nichts hinzuzufügen.

"Netz gegen Nazis" zu NS-HipHop:

| n'Socialist Soundsystem
| MaKss Damage
| King Bock
| SZU (Sprachgesang zum Untergang), Natürlich

Mehr auf netz-gegen-nazis.de:

| Nazi-Ideologie im HipHop: „Wenn der das sagt, sag ich das auch“

Mehr im Internet:

| Dee Ex und die Nazi-Rocker

drucken