Netz gegen Nazis - Jahresrückblick 2010

Über 595.000 Menschen haben wir mit der Aktion "Soziale Netzwerke gegen Nazis" erreicht. Und den "CIVIS Online Medienpreis gewonnen"! Wer hat uns besucht? Was waren Ihre Topthemen - und unsere? Ein paar Statistiken zum Jahresausklang - und ein herzliches Dankeschön an alle Leserinnen und Leser! Bleiben Sie uns gewogen!

Von Simone Rafael

Durchschnittlich haben im Jahr 2010 monatlich rund 85.000 Besucherinnen und Besucher die Seite besucht (2009: 70.000) und dabei 300.000 Page Impressions (2009: 250.000) generiert.

5472 Menschen sind für die Diskussionsforen auf Netz-gegen-Nazis.de angemeldet (2009: 2959).

Rund 400 Internetseiten verlinken auf Netz-gegen-Nazis.de.

Beim Kurznachrichtendienst "Twitter" hat netz-gegen-nazis.de 2.099 regelmäßige Leserinnen und Leser (2009: 862).

Auf "Facebook" hat Netz-gegen-Nazis.de 32.049 Fans (2009: 6.169 Fans), die täglich unsere News erhalten.

Neu sind wir seit diesem Jahr auch vertreten bei SchülerVZ (41.239 Fans), StudiVZ (4.739), Wer-kennt-wen.de (103 Fans), MySpace (341 Freunde) und Youtube (758 Abonnenten).

All diese Präsenzen bringen zum einen neue Leserinnen und Leser zu netz-gegen-nazis.de und anminieren zum anderen unser engagiertes Stammpublikum dazu, die Presseschau und die neuen Artikel zu lesen und gegebenenfalls an interessierte Freundinnen und Freunde weiterzuleiten.

Thematisch gab es beim Netz gegen Nazis im Jahr 2010 als Schwerpunkte den Umgang in der rechtsextremen Szene mit Tierschutz und Umweltschutz und das Agieren von Neonazis im Internet und besonders in sozialen Netzwerken.

Und dies sind Ihre Top-Themen 2010 auf unserer Seite:

1. Presseschau
2. Rechtsextreme Symbole, Codes und Erkennungszeichen
3. 10 Sekunden (Videos)
4. Liste rechtsextremer Bands und Liedermacher
5. Thor Steinar
6. Landser
7. Von "Widerstands-Partner“ bis zu antisemitischer Satire: Rechtsextremer Lifestyle im Internet
8. Marken, die bei Neonazis beliebt sind
9. Rechtsextremismus kompakt in Stichworten und Zahlen
10. Woran man sie erkennt

Laut Alexa.com sind die Top-Suchwörter, die aus Suchmaschinen auf netz-gegen-nazis.de führen (aus dem letzten Monat):

altermedia
thor steinar
pc records
netz gegen nazis
junge freiheit
frank rennicke
kategorie c
gegen nazis
diskutieren
fred perry

Woher kommen die meisten Leserinnen und Leser?

44 % Google.de
15 % Facebook
9,28 % Google.com
8,25 % Wikipedia.org
6,19 % endstation-rechts.de
4,2 % sezession.de (!)
3,0 % bild.de
3,0 % npd-blog.info
3,0 % SchülerVZ
3,0 % Zeit.de
(Quelle: Alexa.com)

Ein Highlight erreichte die Redaktion bereits im Frühjahr 2010: Netz-gegen-Nazis.de wurde mit dem ersten jemals verliehenen CIVIS Online Medienpreis für Integration und kulturelle Vielfalt in Europa ausgezeichnet. In der Begründung der Jury hieß es, netz-gegen-nazis.de sei ein „Leuchtturm im Internet-Dschungel“ und biete "Vernetzung und Solidarität - sie bieten Schutz. Sachlich und in seriöser Form". Vielen Dank noch einmal dafür!

Aus einem spontanen Unmut über die Zunahme rechtsextremer Aktivitäten in sozialen Netzwerken entstand im Laufe des Jahres 2010 die erfolgreichste Kampagne, die die Amadeu Antonio Stiftung bisher umsetzen konnte: „Soziale Netzwerke gegen Nazis“. Anfangs positionierten sich 20 große soziale Netzwerke klar und eindeutig mit Gruppen und Bannern gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus, bis heute haben sich 43 weitere Netzwerke angeschlossen. In den Gruppen zur Aktion unterstützen über 595.000 Menschen unsere Aktion und zeigen so, dass sie sich in den sozialen Netzwerken gegen Menschen wehren, die der NS-Vergangenheit huldigen, mit islamfeindlichen Parolen um sich werfen oder antisemitische Kommentare auf Pinnwänden hinterlassen. Es ist gut, sich in so starker Gemeinschaft zu wissen – vielen Dank an alle Engagierten. Mehr zur Aktion hier oder auf www.soziale-netzwerke-gegen-nazis.de

Um das Engagement gegen Nazis im Internet auch mit Wissen und Argumenten zu unterfüttern, haben wir 2010 unser Projekt „Generation 50plus aktiv im Netz gegen Nazis“ fortgeführt, dass vom Generali Zukunftsfonds und von der Freudenbergstiftung gefördert wird. In zahlreichen bundesweit stattfindenden Workshops haben wir interessierte Männer und Frauen an das Web 2.0 herangeführt, erläutert, wie Rechtsextreme es für die Sympathisantengewinnung zu nutzen versuchen und Strategien vermittelt, wie demokratische Userinnen und User damit umgehen können. Dank einer Förderung des Bundesjustizministeriums werden wir den Kern dieser Erkenntnisse bald auch einem größeren Kreis von Leserinnen und Lesern zugänglich machen können: In der Broschüre „Neonazis im Web 2.0 - Erscheinungsformen und Gegenstrategien“ , die Ende Dezember erscheint.

Besonderes Engagement gegen Neonazis im Netz zeigten die freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Clickworker.com: Sie sammelten 1.550 rechtsextreme Webseiten, Postings und Profile, die zur Prüfung an die Staatsanwaltschaft weitergegeben werden konnten. Danke dafür! Die Analyse der Websites gibt es hier.

Gespannt blicken wir nun auf das Jahr 2011. Gern würden wir unsere Arbeiten in den sozialen Netzwerken fortsetzen und dort nach der großen Aufmerksamkeits-Kampagne auch in die inhaltliche Arbeit einsteigen und Methoden entwickeln, wie soziale Netzwerke für die Präventionsarbeit und Demokratie-Vermittlung genutzt werden können – hier bestimmt die noch in der Schwebe liegende Finanzierung, in welcher Größenordnung wir planen dürfen. Redaktionell werden wir uns 2011 mit rechtsextremer Musik und rechtsextremen Medien auseinandersetzen, ebenso wie mit den zahlreichen anstehenden Wahlen, die die Neonazis mit einer vereinten NPD-DVU erfolgreicher bestreiten wollen, während zudem lokale rechtspopulistische Vereinigungen um Wähler und Wählerinnen buhlen.

All unseren Leserinnen und Lesern ein herzliches Dankeschön, kommen Sie gut ins neue Jahr und bleiben Sie uns auch 2011 gewogen!

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