Dresden 2010 aus Nazi-Sicht: „Während die Kameraden kämpfen trinkt Claus Cremer Cola“

Nazis haben es dieser Tage nicht leicht. Es twittert: "Was machen Nazis in Dresden?" "Den Bahnhof besichtigen" oder "Nazis stehen im Freiluft-Zoo am Neustädter hinter Gitter und dürfen nicht weg." Da müssen die rechten Recken eben selbst Heldenmythen konstruieren. Etwa, wie toll "Kameraden" alleine Zugfahrpläne lesen können. Ein Blick in die rechtsextreme Foren zu Dresden.

Kollage zusammengestellt von Bernd Herbst

Wer ist Schuld an der derben Niederlage der Nazis in Dresden am 13. Februar?

Für Nazis kein Problem, das zu benennen:

„Die kontrollierten Massenmedien unterstützt durch politische antideutsche Kreise in Behörden, Politik, Gewerkschaften, Kirchen, Gutmenschengruppierungen in Verbindung mit gewaltbereiten Linksfaschisten“ bzw. die „Anarchistenbande in Frack, Uniform und Antifakluft“, oder einfach nur der “Demokratiepöbel”. Denn: „Die Linksfaschisten benutzen, die Bürger belügen und die Nationalen verhindern war offenbar das Ziel der Dresdner Politbonzen“ Und: „Volkstreue sollten kriminalisiert, angeriffen und zerschlagen werden. Sowohl von Links als auch von oben (Staat).“

Gute Nazis wünschen sich einen totalitären Staat - aber natürlich nicht jetzt, wo sie nicht an der Macht sind!

„Auch die Polizei ist längst zum willenlosen Werkzeug eines totalitären Regimes geworden, eingeschworen auf das Besatzungskonstrukt BRD. Wer diese Linie verläßt, wird mit Beförderungsstop oder Rauswurf bestraft! So werden Ordnungshüter, die dem Bürger Vorbild sein SOLLTEN, unablässig mit wirtschaftlichen Sanktionen (Erpressung) auf Kurs des deutschfeindlichen Regimes gehalten!“

„Es ist nichts anderes als in der DDR, nur die Mittel sind andere. Sie sind nicht nur anders, sondern viel perfider und wirksamer. Es sind dieselben Mittel, mit denen das Volk unterdrückt und (bis jetzt) in Schach gehalten wird! Deutsche Polizisten, verkommen zu befehlsempfangenden Robotern, die sich hinter ihren Befehlen verstecken und auf ihr eigenes Volk einprügeln (bei gewalttätigen kriminellen Ausländern dürfen sie ja nicht), Charakter Fehlanzeige!“

Gegen so einen totalitären Staat muss man als Nazi Widerstand leisten. Das nächste Mal. Irgendwie.

„man kam spät in der Nacht in der Heimat an, mit dem festen Willen beim nächsten Rechtsbruch der Politik und Polizei, uns trotz erklagtem Demonstrationsrecht nicht marschieren zu lassen, notfalls auch handfeste Taten folgen zu lassen!!!“

„Wir sollten dazu übergehen, mit ihren Demos ebenso zu verfahren. Warum keine Blockaden oder Angriffe auf ihre Demos. Schlagt sie mit ihren eigenen Waffen.“

„In der Tat muss über neue Formen des Widerstands nachgedacht werden. Ich denke, hier helfen als Vorbilder auch die Formen des Widerstandes von Ghandi bis zu den Montagsdemos in Leipzig.“

Jetzt heißt es aber erst mal: Durchhalten und schönreden!

„Nun den Kopf in den Sand zu stecken, wäre also das völlig falsche Signal.
Ja, sie haben eine Schlacht gewonnen, aber nicht den Krieg!!!“

„Wir selber waren eingekesselt was die Herren als Sieg feiern, aber sie merken nicht, dass sie alles verloren haben.“

„In ganz Deutschland rumort es in den Leuten, ja in ganz Europa! Der linken Hetzbrut bleibt nichts anderes als sich wie immer hinter Lug und Trug zu verstecken, das Volk zu täuschen. Nur dieses Mal geht die Rechnung nicht auf, das Volk ist hellwach. Volk steh auf, Sturm brich los!“

„Die Wut ist nicht nur in Euren Bäuchen! Polizei, Bundeswehr, Beamtenschaft, Arbeiterschaft, selbst Lehrerschaft – wohin man sich auch wendet, überall erhebt sich bereits der Deutsche Geist, auch wenn es nicht jeden Tag in den Lügenmedien steht.“

Oder auch nicht.

„Für wen macht Ihr das überhaupt? Für diesen Abschaum, der von einem der ehemals größten Kulturvölker der Welt übriggeblieben ist ? Lasst sie doch weiter in ihr selbstgewähltes Verderben laufen. Lasst sie Merkel und Westerwelle (und auch Gysi) wählen. Lasst sie weiter zahlen bis zum Weißbluten für “Opfer”“

Jedenfalls: Super war das in Dresden nicht:

„Ich bin stocksauer auf Euch, das ist nicht würdig gewesen. Das erinnert mich an eine Fliege, die immer und immer wieder gegen ein Glasfenster fliegt, und mangels Intelligenz es nicht vermag, einen Spalt zu finden, um in Freiheit zu kommen.“

„Toll wie sich die eigenen Kameraden gegenseitig rumschubsen als ob man nicht jemand anderem aufs Maul hätte hauen können.“

„Peinlich, peinlich. Was ich am samstag in Dresden gesehen habe läßt mich an der vom VS gelenkten Führungsspitze des sog. nationalen Widerstandes nicht mehr zweifeln.“

„undiszipliniert finde ich es besoffen herum zurennenn und ein auf dicke Hose machen. Oder zu Lunikoff rennen und ständig nach Fotos zu fragen,oder Coca Cola zu saufen,aber nicht wenn man sein Recht durchstzen will,egal wie!“

“Eine andere Gruppe von „Freien Kräften“, einige in Flecktarnkleidung, rannte vor Gegendemonstranten weg. In Sicherheit brüllte ihr Anführer sie an, was für „Schlappschwänze“ und „Feiglinge“ sie doch seien.“

„Während die Kameraden kämpfen trinkt Claus Cremer Cola“

„Man hätte Rennicke von der Bühne runterholen oder doch zumindest ignorieren sollen, anstatt auch noch auf seine dümmlichen “Schande, Schande”-Rufe einzugehen. Und dann Clemens. Hat nichts anderes zu tun, als aus dem Grundgeschwätz zu zitieren, welches er auch noch “Verfassung” nannte. Einfach nur widerlich.“

„Wer hat uns in Dresden verarscht? Das war die NPD und ihre JLO Helfer,wird Zeit das es wieder einen Trauermarsch von parteifreien Kräften gibt,dann passiert auch sowas wie gestern nicht. Und bitte schaltet in Zukunft der Heulboje F.R. den Saft ab.“

Aber irgendwie hat man sich dann doch in diesem Jahr heldenhaft geschlagen:

„In der Hechtstraße gab es dann ein paar kleine Scharmützel mit arbeitsscheuem Antifa – Gesindel, nachdem diese uns mit Flaschen und Steinen beworfen hatten, unsere Mädels und Jungs konnten ausweichen, Dank ihrer guten Reflexe. Das Anarchisten – Gesocks kam aus Seitenstraßen, versteckte sich auf Dächern, oder hinter Fenstern der engen Gasse. Da die Polizei kaum Anstalten machte, das Treiben zu unterbinden, bewegten sich einige Teilnehmer unserer Marschformation in Richtung der Angreifer, worauf diese (mehrere Hundert) fluchtartig das Weite suchten!“

Apropos Gewalt: So hört sich das an, wenn Nazis angegriffen werden:

„wie es nicht anders zu erwarten war, trafen sich die weltfremden Linksfaschisten an einer Seitenstraße um uns mit Flaschen, Pflastersteinen, Eisblöcken und allerlei anderen Sachen zu bewerfen, in dem Willen uns zu verletzen. Zu diesem Zeitpunkt kreisten bereits 3 Polizeihubschrauber über Neustadt, jedoch schien es den Beamten völlig egal zu sein, was dieser Abschaum dort trieb und mit welcher Skrupellosigkeit die Antifa vorging. Ältere Männer und Frauen wurden auch angegriffen, jedoch kam es zum Glück nicht zu Verletzungen.“

Und so klingt es, wenn Nazis angreifen:

„Einer Meldung von ENDSTATION RECHTS zufolge gab es am gestrigen Abend in Pirna noch eine spontane Protestdemonstration von ca. 100 aus Dresden heimgekehrten Nationalisten. Diese verarbeiteten ihre Erlebnisse in der Landeshauptstadt mit den realexistierenden demokratischen Verhältnissen deren sie dort Zeuge geworden waren, augenscheinlich mit einem kleinen Dankeschön für das Bürgerbüro der SPD-Landtagsabgeordneten Dagmar Neukirch. Dabei wurden zwei Fensterscheiben “entglast”. Der im Büro anwesende Mitarbeiter der Genossin Neukirch verzichtete auf Zivilcourage, sondern verbarrikadierte sich und rief die Polizei um Hilfe. Nach Angaben von ENDSTATION RECHTS blieb er “zum Glück unverletzt”.

Aber auch andere Heldentaten wurden an diesem Tag begangen. Schließlich war man vielfältigen Bedrohungen und Herausforderungen ausgesetzt:

„Linker Hand taucht die Synagoge auf, ein Bau, welcher auf furchteinflößender Weise Macht demonstriert. Beim Vorbeigehen hat man das Gefühl von diesem Machwerk beobachtet zu werden.“

„Mehrere Züge hatten Verspätung und die „Ordnungshüter“ schienen auch nicht zu wissen, welcher Zug auf welchem Gleis wohin fuhr. Dieses wurde dann teilweise von Kameraden selbst ermittelt.“

Alle Fehler im Original!

Quellen sind bekannte Neonazi-Internetportale, für die wir an dieser Stelle keine Werbung machen möchten.

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